THE WEEKLY – WOCHENRÜCKBLICK #6 IN 2019

#6

 

"Ich glaube für so jemanden hätte ich gar nicht arbeiten wollen...", sage ich eher mir, als ihr, aber doch in den Raum hinein, als ich meinen Cappuccino umrühre und dann einen Schluck nehme, weil ich ihre Antwort abwarte.

"Das meinte ich ja auch schon zu dir. Wenn es so anfängt – was kannst du dann vom Job erwarten?" 

Was sie meint, sind die ständigen Absagen, die verschobenen Treffen, die frisch gemachten und später wortlos aufgehobenen Versprechen. Und sie hat Recht. Was konnte ich von einem Job erwarten, der sich erst  großartig anhörte, dann immer wieder verschob und schließlich in einem kurzen Monolog endete. Nicht meinem, dem des Personalers, der sich nach 5 Mails meinerseits zurückmeldete, um mich darüber zu informieren, dass man sich doch entschieden habe umzuplanen. 

Noch vor einem halben Jahr war er es gewesen, der mich erst um meinen CV, dann um meine Workshop-Ideen, dann um meine Verfügbarkeiten im neuen Jahr, um Pläne, um meine Zeit, schließlich meine Geduld und nun mein Verständnis gebeten hatte. 
Ich hatte ihm alles gegeben. 
Natürlich verstand ich ihn nicht – aber irgendwie war ich trotzdem ok.

Zur Hälfte. Ok damit, mein Bild und meinen Namen nicht auf der Homepage dieser Academy zu finden. Zur anderen Hälfte bin ich ein bisschen hoffnungslos, habe Angst einen Traum platzen zu sehen, der noch gar nicht angefangen hat. 

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Dieser eine Satz,

... der einfach nicht über meinen Traum gewinnen darf. 

Ich hatte nicht erwartet, dass es fürchterlich leicht – aber eben auch nicht so schwer werden würde. Hier einen Job zu finden, in Südafrika, hier eine Basis aufzubauen, hier bleiben zu können, hier eine Zukunft, eine geregelte zu haben. Ich habe in den letzten 4 Jahren gelernt zwischen Realität und Vorstellung zu unterscheiden, habe die Mentalität, die Chancen und die Hürden in Südafrika abschätzen können, habe mich auf Enttäuschungen genau so eingestellt, wie auf Herausforderungen. Das gehört dazu. Immer. Überall auf der Welt – und darum auch hier. Trotzdem sitze ich an diesem Dienstagmorgen mit schwerem Gefühl rund um meinen Magen in unserem Lieblingscafé, stochere in meinem Rührei herum und bin dankbar, dass ich es nicht allein tue. Dankbar, dass mir gegenüber jemand sitzt, der mich versteht, oft das exakt Gleiche durchmacht. Ich bin dankbar, für all die Nummern in meinem Telefon, die ich einfach so anrufen könnte, die dann zuhören und mit mir sortieren würden. Ich weiß genau, dass keiner diesen einen, unfairen Satz sagen würde, der nie dazu da ist dich aufzubauen, sondern nur zurückzuholen. Dieser Satz, der gemacht wurde von all jenen, die sich selbst nicht trauen wollen und sich zufriedener fühlen können, wenn andere auch bleiben, statt zu springen. Ein Satz, der von dir will, dass du dich auch einfach mit dem zufrieden gibst, was der Absender hat. Ein Satz, den auch solche Menschen benutzen, die dir ihren Neid gern als vermeintliche Sorge oder bessere Vernunft unterschieben. Keiner meiner Freunde wäre so. 

Ich weiß, dass niemand sagen würde: "Dann sieh doch ein, dass es nicht klappt und komm einfach zurück.." 

Und trotzdem, er hallt in meinem Kopf. Einen Moment lang. Lange genug, um mir Angst zu machen. Aber auch genau so lange genug, um mich wieder stark zu machen. Stark genug um zu wissen, dass dieser Satz nicht gegen einen Traum gewinnen darf. 



"...Wie geht es dir? Furchtbar. Wie geht es dir? So gut..."                        

   Was mich bewegt hat ..  #6

Ich bin ganz ruhig. Ich atme tief, brauche nicht mehr als das, was gerade vor mir ist, das ganze Licht, die halbe Welt, mein selbstgeschaffendes, erarbeitetes Glück. Ich bin leicht, ich bin zufrieden – ich bin hier. Ich genieße, ich komme an. 

Ich bin ganz still. Ich schaue ins Nichts, dann wieder auf den Bildschirm, bin matt, bin unruhig, ängstlich, will nicht noch mehr verlieren, als mir jetzt schon fehlt. Du fehlst mir. Ganz ehrlich. Wir fehlen mir. Ich taumle zwischen Hoffnung und Unglauben, zwischen Verlust und Festhalten.

Wie geht es mir?
Mir geht es so gut. So unheimlich gut. Mir geht es – ein kleines bisschen furchtbar. 

Ich glaube wir sind nie nur eine Emotion. Nie nur ein Gefühl, das vorherrscht und uns damit beschreibt. Was wir fühlen, das ist mehr als ein Attribut, benannt nach einer Stimmung. 

Es ist ok verliebt in das eigene Leben zu sein – und gleichzeitig zu trauen. Das macht das, was verloren gegangen ist, nicht weniger wertvoll und das macht uns, die annehmen, was wir haben dürfen, was wir verdient haben, nicht weniger dankbar. Wir müssen nicht erst von etwas gänzlich heilen, bevor wir uns wieder blendend glücklich fühlen können und blendend glücklich zu sein heißt nicht, dass ein kleiner Teil der Seele nicht trotzdem noch mehr sucht, braucht, etwas vermisst. Es ist absolut möglich, dass wir uns gleichzeitig verlieben, trotzdem noch vermissen, neues versuchen, loslassen, festhalten, trauen, trauen und dann springen, dass wir gleichzeitig mutig und ängstlich sind, dass ein kleiner Part unseres Körper noch weh tut, während der andere schon strahlt. 

WEEKLY MUSIC PICKS

I think I wanna be my 2014 self again, but in the 2019 version.."

 

QUOTE  #06

// 3 GUTE MOMENTE

... zu hören, dass ich vermisst werden
... zu hören, dass es schön ist, dass ich da bin 
... zu wissen, dass es nicht mehr lange dauert, bis wir alle zusammen sind.

 

// GESEHEN

... hab ich "A Star is born.."

// GElESEN

... ich beendete gerade die Spionin von Paulo Coelho und auch den Koch von Martin Suter. Mein nächstes Buch, das ich wieder anfasse, nachdem es kurz liegen blieb: der Club. 

Kennt ihr das, parallel 3 Bücher lesen?  

 

// GEGESSEN

... endlich wieder Austern, frische Austern mit Meersalz und Zitrone. Ich bin süchtig danach. 

// GEBUCHT

Ein Auto und eine Ubterkunft, ich hab mich entschieden Kapstadt doch mal für eine Woche zu verlassen. 

 

// wiederholungstaste

... neben dir aufwachen. 

 

PODCAST

Was wäre, wenn es ab morgen kein Instagram mehr gäbe? Was wäre, wenn du einen bestimmten Moment aus deiner Vergangenheit einfach löschen könntest? Was wäre, wenn du jetzt gerade schwanger wärst? Was wäre, wenn du umziehen könntest, irgendwohin? Was wäre, wenn du für immer SIngle bleibst? Was wäre wenn du dich zwischen der Liebe und deiner Karriere entscheiden musst? Was wählst du?

In der neuen Podcastfolge habe ich mich  einer ganzen Reihe eurer eingesendeten, hypothetischer Fragen gestellt und überlegt, wo mein Leben jetzt wäre, wie ich handeln oder fühlen würde, wenn vielleicht auf einen Schlag so vieles ganz anders gekommen wäre – oder kommen könnte. 

RAUS AUS KAPSTADT? NACH HERMANUS REISEN..

Ich hab mir gerade für eine Woche ein paar kleinere, süße Unterkünftie südlich von Kapstadt gebucht, will nach Hermanus fahren und mir den wunderschönen Ort mal genauer und allein ansehen. Ich bin ewig nicht mehr allein-allein gereist (privat, ohne Auftrag, ohne jemanden vor Ort schon zu kennen)  und ich freu mich so drauf. 

ERLICH TEXTIL

Ich lebe im Moment im Marlene Body von erlich textil. Ich trage ihn auf den Bilder in diesem Posting und auch in diesem hier. Falls ihr nach einem fair produziertem, nachhaltigen Body sucht: hier ist er, übrigens auch in schwarz! 

 

FRÜHLING = POLLEN

Ich hörte in Hamburg ist der Frühling ausgebrochen und damit auch der erste Pollenflug der Saison. Schaut mal hier vorbei, falls ihr Allergiker seid, dieses kleine Gerät (der Breathox) könnte euch helfen, ich hab es über Monate getestet und bin absolut begeistert. (Hab es auch hier in Kapstadt dabei) 

 

anything to say?

Comments

  • Ich freue mich immer total auf deine Weeklys, und auch dieser ist wieder einmal sehr sehr schön geworden.

    Ich wünsche dir eine tolle Reise alleine und genieß die Zeit.
    Liebe Grüße,
    Tina

    PS: Was sagst du zu „A star is born“?

  • So, So gut, du Wortakrobatin! Man kann einfach immer jedes Wort, jeden Satz nachfühlen und sich bei dir und deinen Gedanken wiederfinden…

  • Liebe Lina,
    DANKE für diese Worte über das Lieben und Vermissen, das noch Heilen und schon glücklich sein. Mich hat selten ein Text so tief in mir drin berührt und mir eine Gänsehaut verschafft! Vielen, vielen Dank für dieses Gefühl!
    Und ganz viel Spaß in Hermanus! 🙂
    Liebe Grüße,
    Kathi

  • I think I wanna be my 2014 self again, but in the 2019 version..“ -diesen Satz sagte ich so vor einer Woche zu meinem Partner mit genau den gleichen Jahreszahlen,…die Sterne scheinen besondere Konstellationen 2014 und 2019 zu habend 😀 😀

  • „Es ist ok verliebt in das eigene Leben zu sein – und gleichzeitig zu trauen. Das macht das, was verloren gegangen ist, nicht weniger wertvoll und das macht uns, die annehmen, was wir haben dürfen, was wir verdient haben, nicht weniger dankbar. Wir müssen nicht erst von etwas gänzlich heilen, bevor wir uns wieder blendend glücklich fühlen können und blendend glücklich zu sein heißt nicht, dass ein kleiner Teil der Seele nicht trotzdem noch mehr sucht, braucht, etwas vermisst. Es ist absolut möglich, dass wir uns gleichzeitig verlieben, trotzdem noch vermissen, neues versuchen, loslassen, festhalten, trauen, trauen und dann springen, dass wir gleichzeitig mutig und ängstlich sind, dass ein kleiner Part unseres Körper noch weh tut, während der andere schon strahlt. “
    THIS ♥
    –> ich glaube das ist das Beste was ich seit langem gelesen habe. Besser hätte man es nicht schreiben/sagen können. Ich habs abfotografiert und an so ziemlich jeden in meiner Whatsapp Timeline geschickt. Danke dafür

  • Ich finde es schade, dass es zwar einen fair produzierten, nachhaltig hergestellten Body gibt, aber die Größen der Marke nur bis 42 gehen. Noch befremdlicher finde ich, dass „erlich kurven“ nur bis Größe 46 geht.

    Ist das 2019 tatsächlich noch okay, so exklusive zu sein?

    Das ist jetzt keine Kritik an dir, mir ist das gerade nur sehr unangenehm aufgefallen, als ich den Body nachshoppen wollte.

    • Es ist nur ein Gedanke: es ist auch sehr teuer inklusive zu sein und nicht jedes junge Unternehmen kann es sich leisten sowohl fair zu produzieren, als auch alle größen ausreichend abzudecken. Erlich Textil wächst stetig und ich glaube, sie tuen ihr Möglichstes <3

    • Was mir dabei so einen schlechten Geschmack im Mund macht, ist dass „Kurven“ bis 46 geht und damit suggeriert, dass man ab Größe 44/46 schon „kurvig“ ist.

      Ich finde es schade, dass man als Frau die Plus Size trägt immer noch ein Nachgedanke ist.

      Ich bin unter anderem ein so großer Fan von dir, weil dieser ganze Bodypositivitykram hier keine Rolle spielt, weil es darum geht was für fühlen und nicht wie wir dabei aussehen. Es geht darum einen Platz in der Welt zu finden, seine Entscheidungen zu leben, man selbst zu sein. Und wenn du mal über Bodypositivityzeugs schreibst, sind es immer die richtigen Denkansätze (Der Beitrag Bodypositivity equals Bodyshaming hängt an meinem Kühlschrank, ohne Witz) und Worte. Aber ich musste meinem Ärger gestern abend kurz Luft machen

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