#TWENTYSOMETHING COLUMN: VON GELEBTEN TRÄUMEN UND NICHT ENDENDEN ABSCHIEDEN

Es passiert immer montags, lauter Wecker, leichter Kopfschmerz, ein Kaffee ohne Leidenschaft im Bett, die Realität direkt daneben.

An Montagen geht der Abschied los, die Woche der letzten Male, das Verlassen, das Festhalten, Klammern, Loslassen, die unbequeme Routine, die sich immer gleich bittersüß anfühlt.
Einfacher wird es, wenn du längst weißt, wann du zurückkommst oder nichts zu vergessen, verlieren hast.
Einfacher wird es nie. Auf halber Strecke, da schien es kurz so. Für einen Moment dachte ich, ich hätte mein Kapitel längst beisammen, es kommen- und vorhergesehen, sein leichtes Ende im Kopf, die richtigen Worte gefunden. 
Wenn alles kann, aber gar nichts mehr muss, dann bist du vielleicht bereit zu gehen, weiterzuziehen – oder ganz neu anzufangen.


In weniger als 5 Tagen steige ich ins Flugzeug, verlasse Kapstadt, fliege zurück nach Hamburg, zurück nach Hause. So nenne ich es noch, so bleibt das bestimmt auch immer, ganz egal an wie vielen anderen Orten ich noch sein, bleiben, wie oft ich wieder weggehen oder zurückkehren werde. Es gibt diesen abgenutzten Spruch, das Zuhause sei dort, wo das eigene Herz ist. Meins ist vielleicht nie wieder ganz. Irgendein Stück fehlt ja immer. Und meistens finde ich das schön, dass mein Herz für immer auf Reisen sein wird. Nur manchmal, an den letzten Montagen zum Beispiel, da hätte ich es gern zusammen, ganz bei mir. Wüsste gern, dass es doch nur die eine, finale Destination gibt, die ich für nichts, jemals, eintauschen würde.

Diese Montage sind vielleicht die einzigen, an denen ich mich frage, wie das wäre, wenn ich die Kleinstadt nie verlassen hätte, wenn ich glücklich geworden wäre in diesem Ort, an dem sich nie irgendetwas ändert und trotzdem alle finden, dass es früher besser war.
Ob die Luftschlösser, die ich in der kleinen Küche und unter den Augen alter Verurteilenden baute, nicht vielleicht doch gereicht hätten. Ob es nicht einfacher wäre nur etwas zu träumen, was man irgendwann auf- und sich mit weniger trotzdem zufrieden gibt – statt zu vermissen, was man erreicht und erlebt hat.

Ich weiß, dass ich nie dafür gemacht war. Dass mein Herz fürs Leben und nicht nur fürs Malen schlägt. Wenn du einmal weißt, wie sich Träume erfüllen anfühlt, fällt es schwer all die anderen einfach loszulassen. Und doch wäre es so viel einfacher, wenn alles was mich glücklichen machen könnte irgendein Haus im Garten, der lang ersehnte Antrag vom passenden Mann, ein bequemes Auto mit großem Kofferraum und zwei kleine Kinder wären, wenn das schon reichen würde, um mich und meine Aufgabe erfüllt zu fühlen.

***

Vor ein paar Monaten rief mich eine Freundin an, stand am Flughafen, kurz davor die Kontinente zu wechseln und sich abermals von ihrer Familie zu verabschieden, weinte bitterlich. Zum Einen, weil jeder Abschied für längere Zeit, nach einem Besuch für längere Zeit, sich anfühlt wie ein Verlust, zum Anderen, weil oft nur die, die es selbst erlebt haben, verstehen, was genau du fühlst.
Nämlich Schuld daran, dass du überhaupt heulst, weil du genau weißt, was in anderen Köpfen vorgeht. Was will sie denn, sie hat doch das Leben, von dem andere nur träumen, sie hat sich doch so entschieden, sie sollte lieber mal dankbar für all die Möglichkeiten sein, sie könnte doch jederzeit zurückkommen, sie will es doch so. 

Schuld daran, dass du der Grund bist, wieso sich alle regelmäßig voneinander verabschieden müssen. Schuld daran, dass auch alle anderen zwischen den Welten hängen.
Wieso kann ich nicht einfach mit einem normalen Job, irgendwo in Deutschland glücklich sein? Einfach damit zufrieden sein? Warum muss ich so ‚extra’ sein?

Die Antwort ist einfach. Weil du dich einmal getraut hast etwas zu versuchen, was dich so ganz entgegen des offiziellen Wegs, glücklich machen könnte. Und es funktioniert hat. Du richtig lagst, mit deinen Träumen. Und das ja eigentlich das wunderschöne am Leben ist. Etwas zu finden, für dich zu finden, das dich wirklich ausfüllt, wirklich richtig und nicht nur erwartet ist. Etwas zu finden, dass dich auf dein Leben, selbst auf all das Chaos, selbst auf die Tränen oder unsicheren Momente schauen und dich tief im Inneren wissen lässt, dass du am Ende trotzdem nichts lieber wollen würdest, als das, was du hast, selbst das, was du gerade wieder aufgibst. ´

Wenn ich auf mein Leben schaue, selbst an diesem Montag, an dem ich verpasste Chancen, vermeintlich entfremdende Freunde, Liebe auf Zeit, überhaupt rennende Zeit so viel schwerer fühle als sonst, dann weiß ich, das es ausgefüllt wurde, dass es geliebt, geachtet und einfach gelebt wird. Von mir. Dann weiß ich, dass es auf den ersten Blick kein anderes Leben dort draußen gibt, dass ich am Ende lieber haben, einfach kopiere oder überziehen wollen oder überhaupt beneiden würde. Und immer wenn es so wäre, verändere ich mich. Ich weiß nicht, aber vielleicht ist genau das ja die Zufriedenheit, die man fälschlicherweise so oft im ruhigen, angekommenen und trotzdem gewollten Perfektionismus oder mit Wunschlosigkeit verwechselt.

Vielleicht ist Zufriedenheit nicht die Abwesenheit von weiteren Träumen, vielleicht ist Zufriedenheit ja gar keine Destination, sondern viel mehr die Abwesenheit von Neid, vielleicht ist es diese pure, gefundene, innere Sicherheit, die immer da ist, auch wenn alles unsicher ist.

Auch wenn ich von jetzt an oder schon viel länger, immer etwas vermissen, immer Sehnsucht und Vorfreude und Abschied und neue Ankommen fühlen und Balance dazwischen suchen werde.


Klingt alles gut. Klingt alles richtig. Fühlt sich auch so an. Endet schön, auch in meinem Kopf, wenn ich die Gedanken so lese, noch mal mitlebe.
Ist was ich sagen wollte, was ich schreiben musste, aber ist trotzdem noch nicht alles.
Eine Sache ist da noch.
Denn dass ich mich fühle, wie ich mich fühle, das liegt auch an all dem, was nicht sein kann, was es vielleicht wäre, weil es ist, was es eben ist, am Ende ein Abschied, nicht genug Zeit, ein anderer Kontinent.

Ich mag, wenn es langsam passiert. Ich mag das stetige Kennenlernen, ich mag es, wenn man noch nicht wissen will, wohin es führt, weil es noch in jede Richtung gehen könnte, vor allem in die unerwartete, die schönste. Ich mag die Schmetterlinge, die Leichtigkeit, die Sorglosigkeit.

Und dann nehme ich sie weg, lasse die Schwebe in die Schwere fallen, reise ab, wir reißen ab.
Alles hat eben seinen Preis. Und meine Freiheit, die meines eigenen Lebens, die bezahle ich nicht nur mit der gewohnten Sicherheit, die das passende Gegenteil wäre, sondern auch mit der Leichtigkeit vieler Anfänge, die der garantierte Abschied sind. Auch wenn ich das immer leugne, verdränge, verschiebe – bis wieder Montag ist.

anything to say?

Comments

  • Ein so guter Text, Lina! Schon nach dem ersten Absatz hab ich mich abgeholt gefühlt und das Gefühl würde mit jeder kommenden Zeile noch verstärkt. Danke für deine Worte, die oftmals das ausdrücken, was ich selbst gar nicht formulieren kann.

  • Liebe Lina,

    geht mir ähnlich. Ich finde du hast schön in Worte gefasst wie es sich anfühlt etwas anderes zu machen als andere und immer diejenige zu sein die eine „Extrawurst“ „braucht“.
    Meine Schwester knallte mir letztens an den Kopf ich sei ja selbst schuld daran, dass wir uns so selten sehen, ich bin ja weggezogen. 200 km by the way. Nicht in ein anderes Land, oder gar auf einen anderen Kontinent. Ich hab auch nicht den Planeten gewechselt und dennoch ist ihr Wochenende „kaputt“, wenn sie freitags zu mir fährt und sonntags wieder heim. 200 km. Man muss jetzt noch wissen, ich fahre alle 6 Wochen die 200 km in meine Heimatstadt, da nicht nur meine Schwester und Tante, auch meine beste Freundin und mein Opa noch da wohnen. Meine BFF hat übrigens so gar kein Problem zu mir zu fahren, im Wechsel ca. alle 4-6 Wochen.
    Es ist traurig Lina, sehr.

    Aber weisst du was? Ich bin sehr gerne die mit der Extrawurst. Ich hab mich was getraut, ich hab mein Liebesglück nicht im Dorf gefunden, ich hab nicht jemanden geheiratet den ich schon in der Schule kannte. Ich hab meinen Horizont erweitert, ich bin weggezogen, erst nach Bayern (von BaWü) und nun schon seit 6 Jahren in Rheinland Pfalz. Klingt für dich vielleicht nicht so spektakulär, ist mir klar 🙂 Aber es geht drum das man etwas anderes tut, etwas aus der Reihe, etwas das sonst keiner getan hat in meinem – damaligen – Freundeskreis. Und ich sag dir was, wir werden irgendwann Richtung Norden ziehen. Ja natürlich hat es auch Nachteile und ja natürlich, ich bin ja weggezogen.

    Ich bin darauf sehr stolz.

    LG Julia

    • i feel you, sister! unbekannterweise.
      EXAKT wie du es beschrieben hast geht es mir auch.
      Nur das es bei mir 500km sind. 😉

    • liebe Julia!

      Ich hätt mir deinen Kommentar vor meinem Verfassen durchlesen müssen, dann wäre ich positiver geworden. Ich würde gerne einen Online-Club gründen für alle „die ja weggezogen sind“. Um uns gegenseitig auf die Schulter zu klopfen für das Wagnis wegzugehen.
      Beste spontane Idee spätnachts.

      Liebe Grüße

    • Bin gerade einfach mal so stolz auf diese Community. Bin bei der Gründung des Clubs dabei!
      Und Julia, so so so viel Liebe für deinen Kommentar, der spricht auch mir total aus der Seele <3

    • Hallo ihr alle,

      ach ihr seid ja großartig. Ich hätte niemals gedacht, dass es so vielen genauso geht. Das hilft, nicht alleine da zu stehen hilft.

      Ich erinnerte mich gestern an etwas das mir meine Omi mal sagte. Sie war meine Ersatzmama und alles was ich an Familie damals noch hatte. Sie sagte sie sei stolz auf mich, weil ich weggezogen bin. Sie wäre auch gerne woanders hin, aber das hat man nach dem Krieg halt nicht gemacht. Das ist das schönste Gefühl überhaupt, dass meine Omi stolz auf mich war. Sie fand das immer ganz abenteuerlich und grossartig und sehr mutig.

      Das sind wir alle – großartig und mutig <3

  • Liebe Lina,
    danke, dass du die Wort findest, die bei mir nur lose im Kopf rumschwirren und mehr Gefühl sind, als das ich es ausdrücken kann. Dafür lese ich deinen Blog so unglaublich gerne, weil ich meine Gefühle und Gedanken in deinen Texten wiederfinden kann. Danke für deine Worte und das du uns daran teilhaben lässt.
    Liebste Grüße
    Laura

  • So ein schöner Beitrag 🙂 Kommentiere nicht so häufig, aber lese deine Texte so gerne und muss jetzt doch mal loswerden das du das Gefühl des etwas Heimatlosen – oder überall Beheimaten so gut umschreibst. Die Freude über Anfänge und die Traurigkeit über Abschiede. Ich denke das alles gehört irgendwie zusammen. Es kann gar nicht immer nur alles hell und strahlend sein, man braucht auch dunklere, melanscholische Momente – alles Teil von dem großen Ganzen. Ich denke das wichtige ist die Art damit umzugehen, sich zu hinterfragen und dann auch wieder loszulassen und dem was kommt positiv entgegen sehen. 🙂

  • Denn das Leben könnte so einfach sein wenn man nicht diese Sehnsucht in sich hätte nach Abenteuer, Ungewissheit, Weiterentwicklung, dem Unbekannten. Aber jeder, der sie in sich trägt weiß, dass dieses Gefühl nicht mehr weggehen wird und eigentlich etwas wunderbares ist denn es bringt uns Momente, in denen wir uns fühlen, als würden wir das Leben genauso leben wie es sein soll und schon ein solcher erlebter Moment ist besser als ein Leben voller Durchschnittlichkeiten, weil der Mut fehlt. „Most people choose unhappiness over uncertainty.“

    • „Most people choose unhappiness over uncertainty.“

      – and they don’t even know it.

      Meine Freundin sagte gestern zu mir, dass wir froh und dankbar sein können, dass wir mutig genug sind so tief zu schauen, welches Leben uns glücklich machen könnte, statt eionfach das mitzuleben, was die meisten anderen vor unseren Augen glücklich macht. Und das stimmt <3

  • Lina.
    Ich sitze gerade an meinem Laptop in meiner ersten eigenen Wohnung in einer neuen Stadt. Da mich die davor nicht mehr erfüllte. Ich musste ziehen. Und male mir bereits neue Ideen aus, wohin ich nächsten Herbst vielleicht ziehen könnte. Erneut neu anfangen.
    Ich finde Abschiede furchtbar. Obwohl ich mittlerweile schon routiniert geworden bin. Manche Freunde sehe ich viel zu selten. Hier treffe ich auf so viele neue Menschen, die ich spannend finde, dass ich auf mich stolz sein will, mich immer wieder auf ein neues in das kalte Wasser wage. Ich liebe das.

    Gleichzeitig merke ich, wie ich teilweise struggle mir eine enge Gruppe hier aufzubauen. Allerdings bin ich auch nicht lange genug in der Stadt hier. Geduld liegt mir nur manchmal nicht. Das liest sich anstrengend.

    Mittlerweile bin ich die einzige von den Freundinnen von ganz früher, die es weg zieht. Die immer wieder in de Zug steigt und Ciao sagt. Die anderen drei hat es zurück in die Heimat verschlagen. Ich finde es schön, dass sie dort zufrieden sein können. Und gleichzeitig schade, da es für sie eine halbe Weltreise bedeutet mich zu besuchen (drei Stunden mit zwei Zügen – also nicht weit weg). Und sie es nicht wertschätzen, wenn ich komme. Mal wieder. Viel öfter als in meine andere Wahlheimat. „Ach, sie kommt ja eh wieder in ein paar Wochen!“ scheint „Ich könnte sie mal besuchen“ weiterhin zu überschatten.

    Ich investiere zu viel, fällt mir immer wieder auf. Ich bin meist diejenige, die Kontakt sucht, Treffen ausmacht. Die Menschen vermisst, und sie das wissen lässt. Umgekehrt kommt oft keine Initiative sondern „Wann kommst DU wieder heim?!“

    Ich hänge gerade zwischen den Stühlen Heimatbesuch und Fernweh. Und erfülle mir momentan einen Riesenwunsch. Der mich so glücklich macht. Und mich weiter in die ferne treibt.

    Diese Montagsabschiede sind beschissen…

    alles Liebe

    • Liebe Katherina,

      ich bin sehr froh, dass du den Kommentar nicht „netter“ formuliert hast, sonst wüsste ich nämlich nicht, dass es dir ganz ganz ganz genau so geht wir mir.
      Ich bin überrascht, die allergleichen Sprüche höre ich auch: „Oh Julia, du kommst du so selten, du kannst ruhig öfter kommen“, oh ich muss mich da so zusammenreissen. Die Person war seit 4 Jahren nämlich nicht mehr bei mir. Die Person ist meine Tante. Und ich bin mir sicher das sie ebenfalls alle denken „Ach, sie kommt ja eh bald wieder“.

      Auch der Absatz mit dem investieren ist bei mir ähnlich. Ich habe letztes Jahr Adventskalender gebastelt für meine Schwester und noch 2 Freundinnen. Ich weiss es ist egal was man zurück bekommt, aber es ist nicht egal. Sie hat mir ein Duschgel-Geschenkset geschenkt. Ich möchte auch gar nicht viel, ich hätte nur gern ein bisschen Liebe zurück. Ein Duschgel-Geschenkset ist keine Liebe. Ich rufe an, ich schreibe, ich schicke Geschenke, ich fahre alle 4 Wochen runter.

      Vielleicht ist das der Fehler, sagt mein Mann immer wieder. Wie siehst du das? Ich kann dir verraten wie ich das händele mittlerweile. Ich hab mich zurückgezogen. Völlig. Ich halte nur noch Kontakt zu meiner BFF und meiner Tante in Freiburg, sie wohnt auch 200 km weg von dort, allerdings in die andere Richtung und es geht ihr ähnlich. Es ist hart, aber ich investiere nicht mehr in etwas das mir nur Schmerzen bereitet. Und es tut weh, mit jedem Atemzug.

      Fühl dich gedrückt
      Julia

  • Liebe Lina,
    bei jedem Lesen deiner Kolumnen (und auch der anderen Reihen, aber bei der Kolumne besonders) denke ich hinterher immer: „Schon fertig? Wann kommt endlich das Buch? Und am besten nicht nur eins!“

    Du hast einfach so ein ganz eigenes, zauberhaftes Gespür für Worte und holst mich damit immer wieder schon beim ersten Absatz ab – egal, ob ich mich in der Situation wieder finden kann oder nicht.

    Danke dafür!

    Liebst
    Julia

  • Die Kommentare hier sind diesmal wirklich Gold!
    Ich selbst lebe schon seit ein paar Jahren nicht mehr in Deutschland und ich habe zum Glück sehr viele Freunde, die mich gerne besuchen kommen. Am Ende erwarten aber doch alle, dass man irgendwann „zurück kommt“. Ich glaube, dass ich niemals „zurückkommen“ werde, auch wenn ich vielleicht wieder in meine Heimatstadt ziehen werde, so wird es kein Zurückkommen sein, sondern ein Neu ankommen. Wir sind doch im stetigen Wandel und wer sich dem, wie so viele hier in den Kommentaren, so richtig stellt und vielleicht auch selbst dazu aktiv beiträgt, der kommt nie zurück, denn weder ist man selbst das alte Ich, noch ist der Ort gleich.

  • Lina, ich kann einfach nicht aufhören zu weinen, so sehr haben mich deine Worte getroffen, denn ich habe mich ihnen wieder gefunden. Ich hatte bislang in meinen 24 Jahren so viele Anfänge und Abschiede, rock bottoms und Höhenflüge wie sonst niemand aus meinem Umfeld. Den Zauber des Anfangs liebe ich, genauso wie das Neue und das Reisen. So fühle ich mich in vielen Städten mittlerweile zu Hause. Mich zieht es raus in die Welt. Ich möchte auch noch gar nicht mein komplettes Leben durchgeplant haben. Weder jetzt noch in Zukunft. So eine Art „Katalogleben“. Das wäre nicht ich. Stattdessen lebe ich nach meinem eigenen Rhythmus, der sich sehr von den meisten Menschen unterscheidet. Und doch sehne ich mich in regelmäßigen Abständen nach etwas konstantem und „normalem“. Dingen, die ich greifen kann. Angekommen zu sein. Eine Base zu haben mit allem was dazu gehört. Aber die Stimme in mir sagt, dass das nicht meine Lebensweise ist. Das, was mir wirklich etwas bedeutet, trage ich in meinem Herzen, nehme es überall hin mit und drücke es aus wo immer ich auch bin. Meine ursprüngliche Heimat betrachte ich nicht mehr als Heimat – ich bin ihr entwachsen. Und so spüre ich schmerzlich jeden Tag die Sehnsucht nach Aufbruch und jene nach Wurzeln …

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