WEEK IN SOME NOTES – RECAP #30 IN 2018

#30

 

Ich hab eine Entscheidung getroffen. 
Ich gehe im September nicht nach Indonesien. Ich bleibe in Hamburg und arbeite. 

Meh. Das ist keine Entscheidung, die ich gern mag, aber es ist eine die es brauchte. Eine für die Projekte, die gerade laufen, eine für die Partnerschaft mit Ines, die wir hier monatelang aufgebaut haben und eine für mehr Ausgeglichenheit. Ich finde es ja immer so überflüssig, wenn wir Blogger, oftmals gerade Mitte zwanzig und bis auf die eigene Karriere keine Verpflichtungen, in unseren Artikeln immer so tun, als hätten wir jetzt durch 1-2 reflektierte Entscheidungen direkt mal die absolute Weisheit über die Work-Life-Balance gefunden, die wir ja doch dann das ganze Jahr wieder suchen, aber ich erzählt euch trotzdem mal, wieso ich mich selbst gestoppt habe.. und was das für mich tut. 

***

Ich neige dazu, mir meine zukünftigen Tage, Wochen und frei verfügbaren Monate so voll zu packen, wie es nur geht. Ich glaube viele kreative Menschen kennen das: die Zukunft mit so viel Input und Inspiration wie nur möglich zu füllen. Ich denke immer: "Zwei Tage zwischen der Abgabe, der neuen Reise und dem Shootingtermin? Das reicht locker! Ich hau mich einfach voll rein und kann dam am Ende stolz am Gate ankommen, ins Flugzeug steigen und mit einem guten Gefühl losfliegen.."

Das kommt nur selten so hin. Die Abgabe stresst dich, irgendwas dauert länger, als du es vermutet hast, der Shootingtermin fühlt sich auf einmal gar nicht mehr wie die kreative Herausforderung, sondern wie der Klotz am Bein an, den du auch noch erledigen musst. ganz viele kleine Dinge, wie noch mal in die Drogerie zu gehen, deinen Koffer entspannt zu packen, die Wohnung noch mal zu säubern, damit du nicht ins Chaos zurückkommen musst, fliegen sofort aus deinen To Do's und anstatt das Gefühl zu haben, deine Zeit effizient genutzt und nicht vergeudet zu haben (so wie erdacht und geplant von Vergangenheitslina), hängst du mit der miesen Emotion rum, dass du vollkommen gestresst alles gerade so zu 70% hinbekommen hast. Die Freude an den Projekten, die da vorher war, ist verflogen und irgendwie bist du nicht so ganz zufrieden, bringst jetzt dafür den halben Flug damit zu dir einzureden, es trotzdem zu sein, weil wir ja "alle sowieso zu viel von uns erwarten..." 

von blassen Träumen, steifen Nacken und schmalen 70% Zufriedenheit

* IN DIESEM POST WERDEN MARKEN GENANNT, GEZEIGT ODER VERLINKT, ER IST DARUM NACH AKTUELLER RECHTSLAGE, ALS
WERBUNG
ZU KENNZEICHNEN .
ER ENTHÄLT AUSSERDEM AFFILIATE LINKS.

 


Der echte Frust kommt aber meistens gar nicht daher, dass du zu viel von dir erwartest und die Gesellschaft sowieso, sondern dass du schlicht weißt, dass du es eigentlich besser könntest und gerade nach positiven Ansätzen dafür suchst, dich nicht zu kritisieren, obwohl ed eigentlich nötig wäre. Nicht gleich mal tief in deiner Person, sondern einfach nur in deinem zeitmanagement. Das ist nämlich nichts, was so blöd bleiben muss. Im gegenteil. Du kannst einfach anerkennen, dass es immer irgendwie ein Luftschloss ist und dich bemühen es besser zu machen. 

Meine große Hilfe dabei: Ines. 
Als nämlich ein Projekt auf den Tisch kam (ich will gar nicht immer so geheimnisvoll von "Projekten" sprechen, aber ich darf tatsächlich noch nicht verraten, was wir vorhaben..), das unmittelbar nach meiner Indonesienreise und zwischen dem Abflug nach Kapstadt lag, fand ich: "Easy, ich bereite mich dann einfach in Indonesien vor und wechsel nur die Koffer zu Hause.." 

...Indonesien 

 

Ines aber schob meinen Flausen einen vernünftigen Riegel vor. "Nein, das packst du nicht Lina. Nicht mit allem, was dann noch zu  tun ist, du brauchst mindestens zwei Tage am Schreibtisch, um aufzuarbeiten, sonst bleibt alles liegen und sitzt dir  so unangenehm im Nacken.."

Erst wollte ich protestieren, dann fiel mir auf, wie recht sie hatte. Und wie oft ich mir mit meiner Planung selbst genommen hatte die Projekte wirklich zu genießen (das heißt für mich eben auch lange Texte zu schreiben, die Bilder sorgsam zu bearbeiten und nicht nur nen Filter draufzuknallen, sie anzuordnen, den Beitrag zu layouten und vielleicht noch einen Podcast dazu aufzunehmen. Wenn ich das beste aus dem kreativen Inout raushole, dann bin ich wirklich happy.) und sie vor allem so abzuschließen, wie sie es verdient hatten. Wenn du die Freiheit hast deine Arbeit selbst zu bestimmen, dann doch auch, wie du sie machst oder? 

Es ist nur eben nicht immer besonders spannend oder fühlt sich besonders lebendig an, einen Plan zu canceln und am Schreibtisch zu bleiben. Impulsiv sein, das was alle so feiern, ist halt das Gegenteil. 

Manchmal geht das. Manchmal sorgt es aber auch dazu, dass du die Hälfte deiner Träume eher blass verwirklichst. 
Indonesien ist zu schön, um einfach dazwischen gequetscht zu werden, nur um es noch 2018 gemacht zu haben. Ich werd eine neue Chance dafür finden. Und ich werde vor allem so richtig genießen, was in den nächsten Wochen an beruflichen Aufgaben auf mich zukommt und wohin es mich am Ende führen könnte .. 



späte Wahrheit..                   

THOUGHT, WEEK #30


"...na ja und darum war ich damals so."

Alle klatschen, ich bleibe stumm.
Kann mich nicht freuen, kann dir und uns und dem, was jetzt bleibt nicht auf die Schulter klopfen. Ich stehe still auf und gehe aus dem raum, in dem du dich feiern lässt. Dafür, dass du so ehrlich bist, dafür, dass du so aufrichtig bist, so mutig, 

Ich finde dich einfach nur bequem. Schon wieder.

Es ist deine dritte späte Wahrheit. Allein in diesem Jahr. 
Deine dritte Offenbarung vor Publikum, von der du weißt, dass sie mit Wärme und Verständnis und ganz viel Kopfnicken aufgenommen wird. Ein bisschen wie von einem Taubenschlag, der nicht fragt, aber auch gar nicht weiß dass er nicht fragt, der zu abgelenkt ist, nur gefüttert werden will. Nur ist das hier ja eigentlich keine Offenbarung. Es ist einfach nur angenehm für dich. 

Draußen vor der Tür zum Saal höre ich noch mal, wie jemand "so mutig!", ruft.
Mutig, denke ich, mutig wäre die Wahrheit in ihrem Moment. Wenn sie noch nicht vergangen, noch präsent, noch da, noch warm ist.

Warum applaudieren wir Menschen, die uns nicht nur Tatsachen verheimlicht, sondern uns sogar in der Vergangenheit belogen haben? Warum breiten wir die Arme für diejenigen aus, die uns ganz wissentlich nur die Hälfte erzählten, weil sich das angenehmer und leichter angefühlt hat? Warum sind wir so okay damit, ja sogar noch dankbar, dass man sich jetzt dazu herablässt uns einzuweihen in etwas simples, so etwas selbstverständlich gegebenes, wie die Wahrheit?

Du servierst sie heute wieder lau. Eigentlich jedes Mal. Immer erst, wenn das was in ihr steckt, ihre Gründe, deine Entscheidungen, deine Persönlichkeit, gemeinsam mit der Vergangenheit so klein und unbedeutend geworden ist, dass sie niemandem mehr weh tun könnte. Niemand mehr aufwühlen oder aufschrecken. Wenn das meiste so egal geworden ist, dass von deiner Wahrheit nur noch bleibt, dass du sie überhaupt gesagt hast. 
Der Applaus hält selbst noch an, als ich schon den langen Flur hinuntergehe.
Siehst aus als wärst nicht nur du bequem geworden. 

Als ich frische Hamburger Morgenluft einatme, noch einen Moment überlege, ob ich die Bahn und den Tunnel und schnell die nächste Station nehmen oder mich zu Fuß entfernen soll, was natürlich länger dauert, aber eben auch etwas für mein Herz täte, spüre ich die Vibration an meinen Fingerspitzen. Auf dem Display lese ich. 

"..tut mir Leid, dass ich mich nicht gemeldet habe, aber ..." 
und dann am Schluss, 
"...und na ja, darum war ich so." 

"Ist schon ok..", tippe ich. 
Siehst aus, als wären nicht nur die Anderen bequem geworden. 

WEEKLY MUSIC PICKS

"Most people see. And they think they got it all. And then they talk. And maybe never reflect. 


Other people see - then feel, explore, talk, indulge and finally find a piece in it. It takes them longer. But it takes them deeper." 

PODCAST

Ich habe gleich zwei Podcastfolgen für alle Weekly-Leser!

Die erste, die am 20.08.2018 online ging, ist der zweite Teil der 13. Weekly-Episode. 
ich rede darüber, was ich meinem 20-Jährigem ich so raten würde und gleichzeitig auch über wirklich unnötige Ratschläge, die man gern an Singles weitergibt .. 

Die aktuelle Episode ist ein Live-Mitschnitt. Gut eine Stunde lang hab ich mich mit Followern auf Instagram über Ghosting unterhalten. Warum es in unserem Datingalltag so ätzend normal ist. Und woher das kommt.. 

Tipp: für alle, die gern bei so einem Live-Mitschnitt dabei sein würden: heute Abend um 21:00 Uhr gibts die nächste Chance! Ich gehe auf Instagram (@linamallon) wieder live und zeichne nebenbei eine neue Podcastfolge auf. 

 

INTERIOR NEWS

Ich habe, ihr seht das auf den Bildern hier, mal ein paar neue Dinge ins Wohnzimmer einziehen lassen. 
Der Cyclops Wandspiegel  ist bei Westwing zu finden, aber auch lokal hier in Hamburg bei Frau Hansen. Ich hatte erst überlegt die kleinere Cyclops Variante zu nehmen, aber am Ende war der Spiegel als Ersatz für den Schädel, der dort 3 Jahre lang hing, einfach perfekt. Falls ihr so einen Spiegel wollt: schlagt zu! Erfahrungsgemäß sind die Dinger ständig ausverkauft.. 

Außerdem sind bei mir neue Gläser eingezogen und auch zwei neue Kaffeebecher.
Ich wollte endlich mal einen Gegensatz zu den gerade so überpräsenten Bargläsern, die ich zwar liebe, aber irgendwie gerade auch nicht mehr so ganz sehen kann. Die kommen einfach nach hinten in den Schrank. 

 

FLOHMARKT-UPDATE

..ich habs in diesem Monat einfach nicht mehr geschafft auszumisten und alles auf den Flohmarkt zu schleppen, der am vergangenen Sonntag gewesen wäre. 

Für September nehme ich die ganze Idee neu in Angriff und sage rechtzeitig Bescheid, wo ich meine Hausstand gefühlt zu 50% auflöse und ganz viel Dekoration, aber eben auch Bekleidung verkaufe. 

Außerdem geht eine riesige Ladung in den nächsten Tagen an den Mädchenflohmarkt. Ich halte euch auf dem Laufenden, wenn dort neue Stücke online gehen. Aktuell gibts noch 32 Produkte, die ich im Mai aussortierte online. 

 

#INSTAPUZZLE

Eine Freundin überzeugte mich beim letzten Telefonat dem Trend instapuzzle doch eine Chance auf meinem Kanal zu geben. Ich bin eignetlich kein Fan von diesen überladenen Profilen, in denen alles angeschnitten und nichts mehr optisch klar ist, aber sie gab mir die Idee mit auf den Weg, dass ich ja auch meinen ganz eigenen Weg darin finden könnte.
Ihre Worte: "Deine Bilder verdienen einen kreativeren Hintergrund und einfach eine individuellere Umgebung als nur ein weißes Raster."

Jetzt puzzle ich also und schaue mal, wie viel Spaß es mir macht noch kreativer mit Instagram umzugehen. Ich hatte das 2016 schon mal angefangen, allerdings damals die Info bekommen, dass Instagram keinerlei Puzzle-Feeds featuren würde. Ich hoffte damals, dass meine Bilder es mal in die User-Auswahl von Instagram schaffen würden. Leider umsonst. Jetzt werfe ich die Hoffnung einfach über Board und gebe dem Platz und seinen Möglichkeiten wieder eine Chance.

Für alle, die das auch spannend finden: dieses #instapuzzlegrid ist eigentlich ziemlich einfach zu erstellen. Du brauchst in den meisten Fällen nur Illustrator oder eben Photoshop und deine Kreativität, keine App oder irgendetwas. Du lädst dir entweder ein Template herunter oder erstellst dir selbst die kleinen Gitter für den fertigen Feed und begisst dann deine Fotos hineinzuschneiden, Fonts hinzuzufügen, mit Texuren und Frames zu spielen - für mich ist es eigentlich so, als würde ich meine Blogposts gestalten und ein wenig mehr Detailliebe in meinen Feed geben. 

FEMALE FUTURE FORCE DAY

Am Wochenende war ich auf dem Female Future Force Day, der von der Edition F gestaltte und organisiert wurde. Eins vorweg: ich werde mich gleich in der nächsten Podcastaufnahme noch einmal zum ganzen Tag äußern. Irgendwie fällt mir das gesprochen leichter, als es aufzuschreiben, ich kann ein bisschen mehr erklären und greifbar machen. 

Generell hat es mir unheimlich gut gefallen, dass es diesen tag überhaupt gibt, dass er so viele Frauen zueinander geführt hat, dass so viel geredet wurde, dass wir überhaupt wieder diskutieren, kommunizieren, uns etwas bewegt. Ich hab auch aus vielen der Panels ganz, ganz viel mitgenommen, hab ein bisschen wie ein fleißiger Student in den Rängen gesessen und mir unzählige Notizen gemacht, mich richtig einsaugen lassen, von all dem Input, der da kam. 

100 Meter weiter, in der sogenannten Impact-Zone, war das Gefühl ein ganz anderes. Sponsoren reihten sich aneinander, das so wichtige und angenehm erwartete Gefühl von "Marken, die als Botschafter dieses event unterstützen und natürlich auch notwendig finanziell supporten", wich einem ernüchterndem "Marken, die ein Stück vom Kuchen abhaben wollen, um sich hier ohne viel Mühe mit #femaleempowerment aufzuwerten und gleichzeitig noch zu präsentieren" 

An verschiedenen Ständen konnte man, natürlich mit dem eigenen Social-Media-Profil als Währung, Goodies bekommen, Kaufland verteilte billige Würstchen in Massenware an einem Zukunfts-Tag für Frauen (Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob das ein Phallus-Protest, eine Performance für das Anfeuern eines Diskurses oder einfach nur grenzenlose Ideenlosigkeit bis Ignoranz der Verantwortlichen war) und überall präsentierten sich sehr schöne Menschen vor verschiedenen Kameras, um zu zeigen, dass sie da gewesen waren. Die Impact-Zone, die dich willkommen heißen wollte, die Lust auf dieses Event machen sollte, war ein bisschen wie das abgenutzte Vorzelt der Fashion Week: glänzende Goodiebags mit wenig Inhalt, gefilterte Selbstdarstellung, Markenpräsenz, überall Hashtags und dann liegt da auch noch irgendwo und überall Vöslauer rum. Schade, dass solche sinnvollen Ideen, wie kostenlose Bewerbungsfotos, irgendwie untergingen.. 

Ich war in der sehr privilegierten Situation nichts für mein Ticket bezahlt zu haben. Ich durte mir die Inhalte ohne jeden Aufwand anhören. Hätte ich 300€ für das Ticket bezahlt, ich wäre vermutlich leider doch enttäuscht.

Ich halte trotzdem nichts von kollektivem Miesmachen, das geht aber sehr schnell, wenn man sich in so eine Dynamik der Instgram-Blase, in der man sich gerade bewegt, ziehen lässt. Auf einmal schimpfen irgendwie alle ganz laut und nur noch. Auch schade. Ich bin mir sicher, dass die Gründerinnen den tag reflektieren und kritisch betrachten, ihn verbessern werden, wenn er hoffentlich zurückkommt und alles das noch stärker in den Vordergrund treten darf, was schon längst so gut war. <3 

 

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Comments

  • Liebe Lina,
    Danke, dass du in der Zeit, in der man so 24/7 von den Medien beeinflusst wird, den Mund auf machst. Ganz oft Zweifle ich an dem, was ich lese. Es klingt zu glatt, zu utopisch, zu perfekt. Aber deine Bewertungen von Events und Produkten sind so ehrlich. Keine überstrahlende, perfekte Vergötterung, sondern ein Feedback aus dem Herzen. Ich danke dir dafür, dass du so oft, so anders bist. Fühl dich umarmt!

  • <3 wie immer ein sehr schöner weekly report! Ich bin gespannt auf deine Podcasts, vor allem auch auf mehr Infos zum Female Future Force Day.

  • Danke. Fürs echt sein. Für nicht nur candy canes, rainbows and glitter. Und für deinen unvergleichlichen Schreibstil, der die Zeit bis zum nächsten Beitrag immer viel zu lang sein lässt.

  • Liebe Lina
    Mittlerweile bist du für mich so etwas wie zu einer guten Freundin geworden. Deine Kolumnen und Podcasts lassen einen echt über sich selber und die eigenen Entscheidungen nachdenken und oft finde ich mich selbst wieder :D. So viel Herz wie du da reinsteckst – großartig!

    Tausend liebe Grüsse an dich.

    • Liebe Maya,

      vielen Dank für deine Worte. Es ist irgendwie jedes Mal aufs Neue besonders schön zu hören, dass man irgendwas in jemandem bewegt, dass tatsächlich persönliche Entwicklungen oder Entscheidungen durch meinen Content angestoßen werden. Das ist mehr wert, als 1000 Likes zusammen. <3

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