WEEKLY NOTES – WOCHENRÜCKBLICK #23 IN 2018

#23

 

Eine Woche kein Weekly. Das ist auch schon sehr lange nicht mehr passiert. Tatsächlich habe ich ihn dieses Jahr erst einmal verpasst, sonst immer zuverlässig meinen Wochenrückblick geliefert – aber die letzte Woche war einfach zu verrückt. 

Ich habe nonstop an der Fertigstellung des Layout meines Cape Town Diaries gesessen, daran die Adressen für die Aussendungen zu drucken oder die Versandtaschen zu sortieren. So ein bisschen habe ich unterschätzt, wie viel du einfach immer und immer wieder noch einmal machen oder korrigieren oder überarbeiten musst, wie viel sich immer wieder ändert, selbst wenn du eigentlich glaubst, dass du seit Wochen fertig bist oder wie viel du am Ende doch übersiehst, anders machen würdest. Etwas zu designen ist ein stetiger Prozess. Es hat schon seine Gründe, warum Konsumenten davon meistens nichts mitbekommen. Es kann unheimlich verunsichern, alles immer mal wieder instabil wirken und es kostet eben viel Mut. Je mehr Menschen davon wissen, desto mehr Einfluss kommt von außen. Als ich letzte Woche aus der Druckerei mit dem ersten fertigen Exemplar ging, waren meine Gefühle so wild gemischt, Zwischen absoluter Freude, Euphorie und Erleichterung. saß auch Angst und Zweifel und ewige Selbstkritik. Die Farbe hätte doch noch anders rauskommen sollen, trotz 100 Korrekturen sind doch noch ein paar Tipper drin, Mist, da ist diese eine Stelle im Druck, die jetzt ein Fehler ist, vielleicht hätte die Schrift doch kleiner und die größer gekonnt, vielleicht .. das sind Gedanken, die ihr sonst nicht hört oder lest oder wisst, wenn ihr ein fertiges Produkt kauft. Ich hab von Anfang an offen und ehrlich erzählt, wie ich mich mit diesem Magazin gefühlt hab, welche Hürden ich zu nehmen hatte und welche Steine ich mir manchmal selbst in den Weg legte. Ich wollte etwas Echtes machen, etwas Persönliches, nichts, dass ich am Ende dann eben doch verkaufen muss, obwohl ich das Cover dämlich und den Inhalt nur so Mittel finde, ihn lediglich abgearbeitet habe. In diesem Guide steckt ganz viel Persönlichkeit von mir – und damit auch Fehler und Unsicherheiten.  Einfach ich. 

** IN DIESEM POST WERDEN MARKEN GENANNT, GEZEIGT ODER VERLINKT, ER IST DARUM NACH AKTUELLER, UNGEKLÄRTER RECHTSLAGE, ALS WERBUNG ZU KENNZEICHNEN .
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THE MAGAZINE

...is out now! 


Es ist mein erster Versuch. Es ist das erste Mal, dass ich etwas von Anfang an erstellt, gefüllt, veröffentlicht und am Ende in der Hand gehalten, statt nur per Click geteilt habe. Und genau darum, und vielleicht auch, weil meine Freunde und Familie es mir immer wieder sagten, mich immer wieder in die richtige Rochtung schubsten, packe ich jetzt alle Gefühle in einen Sack, schnüre ihn zu, stelle ihn kurz in die Ecke und bin .. einfach mal stolz. Stolz darauf, dass ich etwas ganz allein geschafft und einfach gemacht habe, dass ich mich auf meine Stärken konzentrierte, dass ich hier sitze und von Hand 400 Magazine verpacke, teilweise widme, unterschreibe und dann in 50er Packs zur Post schleppe. Das ist so viel mehr Arbeit und übrigens auch so viel schlechter bezahlt, als einfach Joghurt auf Instagram zu bewerben, glaubt mir. Ich bezahle mit dem Erlös nach Abzug aller Kosten kaum einen Monat meine Miete. Aber hey, es war ein erster Testballon zu einem extra günstigem Preis, niemand wusste, wohin es eigentlich geht, so viele Menschen haben mir trotzdem vertraut und bestellt. Wie viel wer ist das eigentlich? Und wie viel tut es eigentlich für mich selbst, dass ich endlich mal wieder so richtig stolz bin? Auf mich selbst! Jede kritische Stimme in mir. Das ist das allerbeste Gefühl .. 



"They know how predictable you are"                        

THOUGHT, WEEK #23


The people in your life know you. They know how predictable you are. They know exactly how to manipulate you to get what they want. That’s the biggest reason people try to stop you from personal growth. They are afraid you won’t stay predictable and manipulable.

Stimmt das? Hältst du mich wirklich vom Wachsen ab, weil du willst, dass ich so bleibe, wie du es bequem findest, wie du es gewohnt bist, wie ich in deiner Comfort Zone funktioniere? 

Halte ich dich vom Wachsen ab, weil ich es mag, dass ich dich lesen kann, dass ich weiß wie du bist und das nicht hergeben will?

Sind nur ein paar Menschen in den falschen toxischen Freundschaften so zueinander  – oder liegt es in uns allen? 

Ich hab dir geglaubt, dass du mich gerade besser kennst, als ich mich selbst, als du mich zurückgehalten hast zu tun, worin ich mir nicht sicher war. 
Ich frage mich nur, wen du mehr beschützt hast. Dich oder mich. Und wen ich mehr fütterte, das Vertrauen in mich oder die Angst vor dem Scheitern. 

 

 

WEEKLY MUSIC PICKS

"His voice is like water. Gentle, powerful, full of movement, shines, sparkels, cools your soul, refreshes your heart..." 

ROCK: BERSHKA*

PODCAST

In der neuen Podcastfolge, geht es um Fuckboys und darum, warum ich gerade irgendwie nicht so richtig date .. 

Prewie: In der kommenden Podcastfolge wirds passend zum Thema darum gehen, warum allein auf Konzerte und Festivals zu gehen so einen Spaß macht. Seit 2014 gehe ich allein los, habe unzählige Konzerte allein gesehen, war allein in Bars oder Hallen, Clubs oder auf Festivals. Auch dieses Jahr bin ich quasi allein aufs Hurricane gefahren – nur um vor Orte die beste Crew zu finden. Mehr dazu dann am Freitag ab 13:00 Uhr auf Spotify <3 

 

HURRICANE FESTIVAL

Ich hab mich beim Tippen gerade entschieden im Anschluss gleich noch ein kleines Festival Recap zu bringen. Ich krieg hier eh nicht alles unter, was großartig war, was ich erzählen will und was auf jeden Fall geteilt werden muss.

So viel das war noch nicht mein letztes Festival 2018, ich hab nämlich wieder richtig, richtig Bock bekommen und bin direkt mal am 20. Juli wieder beim Deichbrand am Start, beim Dockville sowieso, genau wie beim Spektrum! Yesss <3 

FUEEEZZZ

Maggie kommt am Sonntag nach Hamburg. Das ist eigentlich keine News für meinen Weekly, eher was Persönliches, aber ich freu mich so doll drauf, dass ich es doch erwähnen muss. Vor allem aber, weil vermutlich endlich wieder die Vlog Cam angeworfen wird, wenn mein Partner in Crime wieder dabei ist <3 

 

BARCELONA

In 10 Tagen gehts für mich nach Barcelona – Wooop! Ich bin nur 2 kurze Nächte dort, aber freue mich riesig drauf! Das letzte Mal war ich 2014 in der Stadt und habe gar nicht mal so viel gesehen. Für aktuelle Tipps oder Verlinkungen zu Travel Diaries bin ich super dankbar <3 

 

BREW DOG

Ich trinke auf den oberen Bildern übrigens Craft Beer von Brew Dog. Ich habe kein Geld dafür bekommen, dass ich euch das Bier vorstelle oder anpreise, tatsächlich bekam ich die neuen Sorten zum Kosten geschickt, weil ICH die Pressemitteilung gelesen hatte und sogar darum bat. Brew Dog entdeckte ich nämlich vor ein paar Jahren schon durch totalen Zufall während einer Bartour durch Palma. Eigentlich kommt das Bier nämlich aus Schottland und wird auch noch von echt sympathischen Leuten gemacht. Ich war damals so verrückt, dass ich gut 25 Flaschen aus einem Online-Shop orderte und natürlich viel zu viel dafür bezahlte. Mitterlweile ist es leichter an das Bier zu kommen <3

In Berlin gibts sogar ne ziemlich coole Bar der Brauerei, die ich euch absolut empfehlen kann. 

Meine absolute Lieblingssorte: 5 AM SAINT 

INNEN DRIN

"Ich dachte erst wirklich ganz anders von dir, weil ich so ein paar Dinge über dich schon vorher bei uns im Team gehört hab..", sagt sie und denkt sich nichts dabei. Ich weiß, dass sie es lieb meint, dass sie mir gerade sagt, dass sie mich gern hat. Und trotzdem fühlt es sich unangenehm an. Wir lernen uns gerade erst kennen und trotzdem weiß sie schon mehr über mich, als ich ihr hätte erzählen können. Von Anderen. 

Es ist ein komisches Gefühl, wie viele unbekannte Andere eigentlich über dich sprechen, ohne dass du je von ihnen gehört hättest. Die Meinungen, nicht über deinen Content, sondern deine Person nach außen tragen, diese dann tatsächlich nicht nur ins Internet, sondern auch in meine Umwelt transportieren. Es ist nicht das erste Mal, dass ich höre, dass längst über mich gesprochen wurde, bevor ich den Raum nur betreten könnte, dass man kurz gebrieft wurde, von jenen, die glauben, mich zu kennen. Ich sage mir immer, dass ich damit leben muss. Manchmal geht das. Manchmal fühlt es sich aber auch scheiße an. 

Ich meine, dass die Leute über dich urteilen ist klar. Du stellst Inhalte in die Öffentlichkeit, die an deine Person gebunden sind. Jedes Wort, das du sagst, wird mit deiner Persönlichkeit verknüpft. Urteile fallen schnell, wenn man sich nicht kennt. 

Mimimimimi, denken jetzt schon die Ersten, die es für einen kleinen Preis halten. "Muss man halt mit leben." 
Stimmt ja auch. Aber das heißt ja nicht, dass es nicht trotzdem irgendwo innen drin ankommt und unsicher macht, einfach unangenehm oder je nach Intensität sogar eklig ist.
Meine Freundin sagte vorhin: "Es ist für mich ja schon komisch mir vorzustellen, dass auf einer Party ein paar Leute über mich reden oder anderen von mir erzählen, sich über mich oder die Dinge die ich tue austauschen, die ich nicht kenne." 

Aber überhaupt sind Online-Persönlichkeiten, Menschen im Internet eine ziemliche Projektionsfläche für die eigene Gefühle. Ich schreibe sehr viel Privates, sehr viel Emotionales, viele Leser prüfen sich selbst und ihre Wertvorstellungen, auch ihre eigenen Entscheidungen, Erfahrungen oder Meinungen an dem, was ich sage. Entweder sie finden es gut und hegen dann auch für mich eine Sympathie – oder sie fühlen sich ertappt oder von "mir" zu Unrecht kritisert, sind  nicht meiner Meinung und fühlen, dass sie sich distanzieren oder sogar in Nachrichten an mich rechtfertigen müssen. Von meinem Inhalt – der aber auch für mich als Person steht und eng mit ihr verbunden bleibt. Sich gemeinsam von jemandem zu distanzieren, bringt dann außerdem die Leute zusammen. Wir wissen alle, dass das nicht unbedingt geil ist – aber es passiert halt jedem von uns. Du machst deinem Ärger Luft, jemand wirft sich in deine Richtung und du fühlst dich verstanden, hackst noch ein bisschen mehr drauf rum, weils leicht ist und manchmal ja auch erleichtert. 

Ich weiß das und ich versteh das und ich kann es von mir abgrenzen. Nur immer dann nicht, wenn es mir wirklich nahe kommt. Wenn die Urteile oder Kritiken nicht nur dort ausgesprochen werden, wo ich es nicht hören kann oder gar nicht mehr hinsehe, sondern dichter kommen.
Wenn auf einmal Menschen ,die ich gerade kennen lerne oder ins Herz schließe, von anderen auf mich angesprochen werden, negativ oder wertend. Wenn diejenigen, die ich meine Freunde nenne, das Gefühl bekommen, dass sie mich vor Dritten, die sie ungefragt auf mich ansprechen, verteidigen müssten. Es ist ein schönes Gefühl, dass sie es tun, aber ein unangenehmes, dass es überhaupt notwendig ist. Dass über dich geredet wird, fühlt sich dadurch auf einmal so real an und wird vor allem so spürbar echt. Es ist nichts, was dich nicht weiter berührt, was nur irgendwo anonym und online passiert, es beeinflusst tatsächlich manchmal das Denken echter Personen, die du ganz echt gerade vor dir hast. 

Ich habe ständig das Gefühl auf dem Prüfstand zu stehen und beweisen zu müssen, dass ich nicht so bin, wie die 2-3 Kolleginnen sagen oder urteilen, die meinen IG-Kanal kennen und verfolgen. Dabei kann ich das gar nicht. Es ist nicht kontrollierbar. Niemals. 

 

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Comments

  • Ein schöner Weekly mit – wie immer! – wunderbar atmosphärischen Fotos!
    Ich mag mir nicht vorstellen, wie es ist, so sehr Gesprächsthema zu sein und finde es immer wieder erstaunlich, wie schnell die Storys und Kommentare z. B. auf Instagram gegen einen einzelnen Menschen gehen. Das macht selbst von ganz weit außen einfach keinen Spaß…

    Ach, und: Herzlichen Glückwunsch zum fertigen Magazine! So, so, so stark, was du da in Eigenregie geleistet hast!

  • So viel wichtiger Input und so ganz spontan wirbeln meine Gedanken dazu noch wild in meinem Köpfchen rum. Ich habe mich vor wenigen Stunden noch mit meinem Chef über das Prüfen von Wertvorstellungen an Anderen unterhalten, weil ich vor 2 Jahren die volle Bandbreite von moralischen, ach so perfekten Kollegen abbekommen habe. Diese menschliche Eigenart macht vielleicht aus evolutionspsychologischer Sicht Sinn, aber diese Urängste in unserem Leben einfach fehl am Platz sind. Ich finde es aber sehr mutig und sehr schön, dass du auch für diese Seiten des öffentlichen Lebens Worte findest und aussprichst. Und auch das „Zugeben“ von Unsicherheiten und Ängsten, Verletzungen ist so menschlich und trotzdem noch so oft unterdrückt. Wenn wir doch alle empathisch, liebevoll und respektvoll mit uns selbst und dann auch mit allen Anderen umgehen könnten <3

  • was für ein Zufall, das du gerade jetzt nach Barcelona kommst. Ich lebe seit einem Jahr dort… und verschwinde ab Juli zum Praktikum in die Schweiz.
    Tips: große Gracia-liebe. Das ist ein alternatives Viertel voller kleiner Läden, Bars und Restaurants. Einfach herumlaufen und entdecken. Genauso El Born oder Raval (viele Ausländer, hat aber auch eine Szene, die Skater vor dem MACBA zum Beispiel). Zum Sonnenuntergang (oder Sonnenaufgang, ist ruhiger) an die Bunkers del Carmel. Strand ist sehr voll in Barcelona, aber alle paar Minuten geht ein Zug von Barcelona Sants entlang der Küste – einfach raushoppen und sauberes Meer, weniger Leute genießen. Viel Spaß und frag mich, wenn du noch Fragen hast.

    Grüße

    • Oah ich freu mich so! Ihr gebt mir unaufgefordert einfach mal so geile, liebe Tipps, ich werd die alle beherzigen! Her mit Insides <3

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