WEEKLY NOTES – WOCHENRÜCKLICK #10 IN 2018

#10

Guten Morgen aus Kapstadt.
ich schreibe das, ich meine das ja auch, jeder Morgen hier ist ein guter, allein weil ich in der St James Road aufwache, aber so ganz steht mein Herz doch nicht hinter diesem Gruß. Zum Einen haben wir keinen Kaffee im Haus. Zum Anderen sitze ich hier ein bisschen im Ärger: Kamera kaputt, Arbeit verzögert. weirdes Date gehabt, schon wieder Montag, u name it. 
Aber der Reihe nach .. 

Die Kamera bringe ich heute in die Reperatur. Der Rest ist Hoffnung. Wenn ihr gerade zu Hause sitzt und diesen Weekly lest. dann bitte denkt kurz an mich, kurz an die Fuji, die mich hier sonst jeden Tag begleitet – und wünscht ihr eine schnelle Genesung, denn ohne sie, sind die Fotos, die euch noch erreichen könnten auch nur noch halb so schön .. 

Der Ärger mit oder die Verzögerung der eigenen Arbeit ist etwas, das ich einfach ganz neu angehen und strukturieren muss. Hier passiert gerade einiges hinter den Kulissen, bzw. in meinem Kopf, das noch in die Realität und die eigenen Routinen übertragen werden muss. Ich räume meinen kleinen Laden einfach neu auf. Ich überlege auch euch ein paar Einblicke in meine Arbeit hinter dem Blog zu geben, ganz ehrliche Kolumnen darüber, wie schwer es ist aus der Selbstständigkeit heraus, wenn die zwei ersten aufregenden Jahre rum sind, ein echtes Team mit echter Verantwortungsverteilung, Vertrauensgrundlagen und funktionierenden Workflows zu erstellen, die über das erste Chaos eines Start-Ups hinausgehen und das Unternehmen, das zum Beispiel ich mir aus dem absoluten Nichts aufgebaut habe, zu sichern und fest aufzustellen. Es ist nicht nur leicht, es ist vor allem auch auf persönlicher Ebene eine Herausforderung, es ist nicht einfach nur geil, dieses  "Bestimmendürfen", sondern manchmal auch ein unangenehmes Müssen.

In den letzten Monaten von 2017 hat es mich an meine Grenzen gebracht, ich war öfter verzweifelt. als ich es zugegeben hätte, ich war ausgebrannt, müde und völlig verfahren in so vielen Strängen. Die ganzen Auswirkungen des Entwirrens spüre ich jetzt zwar mit einer ganz anderen Grundeinstellung und viel mehr Drive und Zuversicht, aber  trotzdem umso intensiver. "Building your empire" ist eben nicht nur Followerwachstum, ein Boyfriend mit Photoskills, der neuerdings Vollzeit für dich arbeitet und ein Körper, der in Sample Size passt. Es erfordert so viel mehr Disziplin, so viel mehr Entwicklung mit dir selbst, Mut und vor allem Bereitschaft deine Grenzen zu verschieben. Wahrscheinlich ist das einer der Gründe, warum man immer so viel von Neugründungen und Büroeinzügen hört. aber weniger davon, wie es damit eigentlich weiterging. Denn ja, es wird von Zeit zu Zeit unbequem, kann einem Angst machen, und nicht wenige brechen auf der Mitte wieder ab .. vielleicht muss ich mir öfter bewusst machen, dass ich stolz darauf sein kann, dass ich nach 3 Jahren in der absoluten Selbstständigkeit, ohne übernehmendes Management, ohne großen Background, in Eigenregie, immer noch schwimme .. und wieder wachsen will! 

 

GOOD MORNING

WAIT, IS IT?



"SORRY, I DON'T REMEMBER MUCH.."                        

THOUGHT, WEEK #6

Wer hier schon länger liest, der weiß, dass ich nicht nur die Dates teile, die mich gut aussehen lassen, sondern auch die, die irgendwie ein echter Fail waren. Ich will keine ungreifbare Datingkolumne schreiben, die ausgedacht und irgendwie zusammengetippt klingt, sondern echt ist. Auch wenn das bedeutet, dass manche Erinnerungen irgendwie unangenehm sind, schwerer zu teilen als andere. Das hier könnte so eine sein. Vielleicht. Ich weiß es noch nicht.

First Thursday in Kapstadt. Wer schon mal hier war, der kennt es vielleicht. Eine ganze Stadt vergisst, dass sie am Freitag wieder arbeiten muss. Jede Bar, jede Gallery, jedes kleine Lokal, jeder Bürgersteig wird zu einem Ort, an dem du Menschen triffst, die das gleiche vorhaben wie du: eigentlich nur einen kurzen Drink nehmen. 

Kurz vor Mitternacht landen Maggie und ich in einer kleinen Bar zwischen Loop und Bree St. Ich weiß noch gar nicht so genau, ob ich da sein will, sie ist dafür um so sicherer, dass ich es sollte. Wir sind lose verabredet. Wir haben uns noch nie gesehen. Und trotzdem erkennen wir uns sofort. Ich ignoriere ihn noch, er mich längst nicht mehr. Eine Umarmung, zwei Worte, zwei Drinks und zwei mal laufen wir noch aneinander vorbei, bis er mich ansieht, mein Gesicht nimmt und mich wortlos küsst. Kurz, nur lange genug, dass ich es längst noch nicht beenden will.

Später sitzen wir im Taxi, er schläft auf meinem Schoß, wir verbringen die Nacht in seinem Haus. Und ich den nächsten Morgen alleine im Uber. Die Verabschiedung irgendwie holprig und mir völlig neu. Der ganze Vibe so verkrampft, wie ich ihn niemals erwartet hätte. Downer. 

Es dauert 48h bis ich wieder von ihm höre. "Hey..", schreibt er. Und dann: "kann ich dich ein paar Dinge fragen?" 
"Klar.." "Ich erinnere mich irgendwie nicht mehr an alles aus Donnerstagsnacht. Ehrlich gesagt sogar an ziemlich wenig..." 

Was folgt ist eine Abfrage der groben Details unserer Nacht, Fast schon klinisch gehen wir durch die Einzelheiten und ich bin nicht mehr sicher, ob ich seine Offenheit über den Gedächtnisverlust noch ziemlich ehrlich finde (ich habe mich in zumindest ähnlichen Situationen nicht getraut so ehrlich am nächsten Tag nachzufragen)  oder offended bin von dem Fakt, dass der Typ, der mich noch die ganze Nacht festgehalten und an meiner Schulter geschlafen hatte, sich nicht einmal mehr daran erinnern konnte. Vermutlich beides... 

"Hey sei nicht sauer", tippt er noch. "Es tut mir echt Leid, aber ich wollte lieber ehrlich sein..?" 
"Trotzdem weird.." "Versteh ich.."


To be maybe continued 

WEEKLY MUSIC PICKS  // special edition

PODCAST

Die Podcastfolge fiel mir schwer. Unheimlich, unheimlich schwer. Den richtigen Ton treffen, dabei trotzdem offen sein und die Balance finden, zwischen beschützen und bei mir selbst bleiben...

HIER GEHTS ZU DEN FOLGEN AUF SPOTIFY 

PS: ihr dürft mir übrigens gern Wünsche dalassen, wenn es um Podcastthemen geht, mir Frage stellen oder Kolumnen in den Kommentaren verlinken, die ich unbedingt mal im Podcast aufgreifen sollte! 

 

VERO

Hab ich noch nicht. Nicht, weil ich mich verschließen würde, aber weil die App noch mehr Internet bedeutet und ich es ohne zu viel Internetwelt gerade ganz ok finde. Das Problem an den meistens App ist ja immer: nach dem Hype kommen die Idioten und Idioten zerstören die Community. Vero hyped sich jetzt schon ..  

CAPE TOWN UPDATE

Ich strugglle aktuell mit meinem Visa. Es ist läääängst nicht so einfach wie man glauben würde, an eine Verlängerung zu kommen und so sieht es erst einmal so aus, als müsste ich meinen Flug umbuchen und schon am 09. April das Land verlassen. Ich bin da ganz offen und transparent mit euch, denn genau darum soll es in dieser Kategorie ja gehen: erzählen wie das so ist, nach Kapstadt auswandern zu wollen. 

Eine Visaverlängerung muss man unbedingt 60 Tage vor Ablauf des gängigen 90 Tage Visas beantragen. Warum? Wenn der Verlängerungsantrag noch nicht durch ist, du aber das Land wieder verlassen wollen würdest, gillst du automatisch als unerwünschte Person (logisch, weil du dann ja ohne erlaubte Visumsverlängerung nach dem Ablauf deines Vsums ausreist. Kann mir noch jeder folgen?), was bedeutet, dass man dir die Einreise auf 12 Monate verweigern wird. Im schlimmsten Fall sogar auf 5 Jahre. Und genau das wird gerade zu meinem Problem: mein Visum wird vermutlich nicht rechtzeitig durch sein, was natürlich auf meine Kappe geht, weil ich es grundsätzlich auch hätte direkt in der ersten Woche nach Ankunft beantragen können (hättehättehätte..), es zeigt sich einfach kein Fortschritt und mir läuft langsam die Zeit davon. Ich muss also binnen der 90 Basistage wieder ausreisen. Das größte Problem ist die Informationskette, die ehrlich gesagt selten gegeben ist. Du bekommst von 5 verschiedenen Personen 5 verschiedene Antworten. Online dann noch 10 weitere. Sich auf eine einzelne Aussage zu verlassen, ist meisten ein Fehler, auf der anderen Seite aber dann wieder ein Segen, falls diese Person über dein Ja oder dein Nein entscheiden kann.

Mit der Post ist es ähnlich frustrierend. Die ein en erzählen dir, dass dein Parcel noch in den Customs liegt und erst in 21 Werktagen ins Postamt überstellt werden kann, zu Hause bekommst du eine Mail, die dir mitteilt, dass dein Parcel wieder in Deutschland eingetroffen ist. Wo es tatsächlich lag, konnte mir niemand sagen. Die DHL sagt: Frag beim Postamt nach. Das Postamt sagt: Frag beim Zoll nach. Der  Zoll sagt: Frag bei der DHL nach. Und der Online-Tracking sagt: Delivered, haha! 

Am Ende ist es ein großes Problem des Landes, das man auf vielen Ebenen spürt, mit dem man natürlich umzugehen lernt, die man versteht und irgendwann mit einplan, auch wenn viele Lehrgänge, gerade die ersten, teuer sind.. emotional, als auch finanziell.

NEW VLOG – EVERY MONDAY!

In dieser Woche gibt es keinen neuen Vlog. Sorry Guys! Dafür aber ein Video von unserem Audi-Trip (bald bald bald) und einen umso längeren Vlog in der nächsten Woche. <3 
Manchmal bleibt einfach keine Zeit Vlog, Blog, Podcast und den Hintergrund unter einen Hut zu bringen, gerade weil ich euch jede Woche eine Steigerung zeigen möchte und mir wirklich, iwrklich an meinem Content liegt. <3 

Aber hey, vielleicht tut es euch ja auch ganz gut den Vlog eine Woche lang zu vermissen und sich dann nächsten Montag nur umso mehr darauf zu freuen! 

 

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Comments

  • Ich mag deine Weeklys wirklich sehr! Danke, dass du auch die Dinge, die nicht rund laufen, teilst! Gute Besserung an die Kamera, ich drücke beide Daumen. 🙈

  • Ja, diese Visumssache. Ich musste schlussendlich deshalb Kapstadt wieder verlassen, weil ich kein neues Arbeitsvisum bekommen habe – trotz neuem Arbeitgeber. Still brokenhearted!
    Ich drück dir die Daumen, dass es noch was wird und du länger bleiben kannst!
    Liebe Grüße,
    Kathi

  • Danke, dass du durch deine weeklys aus Kapstadt und die Vlogs ein bisschen Sommer hierher bringst.
    Ein Podcast über Selbstständigkeit und dem Bloggen, bzw. start-up wäre interessant.
    Hoffentlich ist deine Kamera bald wieder repariert- für mehr wunderbare Fotos von dir. <3

  • Ich liebe deine weekly Beiträge wirklich! Durch deinen Schreibstil fühlt es sich so echt und nah an, als würdest du einfach eine Freundin oder Bekannte updaten 🙂

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