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WEEKLY NOTES –WOCHENRÜCKBLICK #6 IN 2018

#6

Ich konnte gestern nicht schlafen. Daran waren keine Möwen, kein später Kaffee und auch kein Date schuld, sondern eine Nachricht die ich kurz vorher gelesen hatte. Keine schlechte, keine aufwühlende, eher eine sehr liebe. Eine Followerin schrieb mir, dass sie das Gefühl hätte, Kapstadt würde aus mir einen ganz anderen Menschen machen. Und in der Sekunde, in der ich fand, dass das stimmte, bekam ich Angst davor. "Du hast dich so verändert", ist von einem Fremden, der dir einfach nur unbeteiligt zuschaut oft ein Kompliment, von Freunden, die das Gleiche spüren, aber nicht selten ein Vorwurf. Sich zu verändern, ohne dabei andere einzubeziehen, das ist schnell ignorant oder egoistisch, das heißt schnell, dass man jemanden vergessen oder sich nicht genug gekümmert hat. Einem engen Freund zu sagen, dass er sich verändert hat, heißt viel zu oft, dass er sich entfernt hat. dass man ihn nicht mehr versteht oder sogar weniger mag. 

Ich weiß, dass ich einfach nur schlechte Erfahrungen gemacht habe. Ich weiß, dass ich einfach nur sehr sensibel bin, dass ich Verlustängste gegenüber meiner Freunde empfinde, weil es so ein paar Triggerpunkte in meinem Leben gibt, die ich fahrlässig dicht an mich heranließ und die mich immer wieder aufwühlen. Und trotzdem. Als ich las, dass man meine Veränderung merkte und mir klar wurde, wie viel sich in mir wirklich bewegt hat, wie viel ich anders sehe, wie viel sich noch ändern wird – fühlte ich mich einen Moment so glücklich – und dann sofort schuldig. Als müsste ich mich entschuldigen, als hätte ich etwas Egoistisches gemacht.

Und das ist riesiger Blödsinn. Ein antrainiertes, ungutes Gefühl. Zumindest das ist gleich geblieben. Aber das werde ich auch noch los. <3 

 

NEW LINA

For you, I might change. 
For everyone else, I just grow.



"If we saw each other now would we pick up where we left? Would you glance the other way?

Cause your far to far away. And we both live different lifes"                        

THOUGHT, WEEK #6

Bringt Abstand uns näher zusammen? Oder bringt Abstand uns voneinander weg? Hilft Abstand beim Vergessen? Vergessen wir uns oder erinnern wir uns aneinander, wenn wir uns absichtlich verlieren? Bleiben wir durch das Schweigen, die kaum spürbaren Momente, in denen wir uns fast noch einmal, aber doch nie begegnen – länger hängen? Weil niemand an den letzten rest zwischen uns nah genug herankommt, um ihn endgültig wegzuwischen, abzunehmen, verschwinden zu lassen? Oder verblassen wir, bis wir keine Erinnerung mehr, sondern nur noch fremd sind?


WEEKLY MUSIC PICKS 

PODCAST

Die neue Podcastfolge kommt in dieser Woche vermutlich erst morgen, also am Dienstag! <3 
Alle News dazu gibts immer auf Instagram, meistens verkünde ich da sogar live die neue Folge.

Und: wer mich auf Spotify abonniert, der bekommt die Folge sowieso als Push-Benachrichtigung auf sein Smartphone! 

 

GIVE CREDIT

Ich hatte da diesen ganz kurzen Gedanken, als ich in der letzten Woche durch Instagram scrollte und Bilder auf anderen Profilen sah, die ich gemacht hatte (also keine Bilder von mir, sondern solche von Freunden oder Kollegen, bei denen ich den Auslöser betätigt oder das Bild und den Moment eingefangen hatte): ... wo ist eigentlich der Credit? Der steht ja irgendwie metaphorisch als kleines Dankeschön an denjenigen, der ein Bild von dir machte, sich die Zeit für dich nahm oder mit dir zusammen den Moment geteilt und für dich festgehalten hat. 
Zumindest war das mal so. 

Ich meine klar, ich will nicht so streng sein, ich vergesse das "@" auch manchmal (auch wenn ich mich wirklich bemühe regelmäßig credits für Shootings zu verteilen und niemanden zu vergessen und mich jetzt selbst auch noch einmal erinnere!), komme einfach darüber weg jemanden zu verlinken oder empfinde es nicht als notwendig, wenn derjenige tatsächlich nur mechansich einen Knopf für mich gedrückt hat (sorry mama <3), aber wenn jemand schöne Bilder von dir macht – mit denen du dich schmückst – wieso gibst du dem Fotografen dann kein kleines Danke zurück? Bei mir zumindest hinterlässt es ein Gefühl von Dankbarkeit <3 

CAPE TOWN UPDATE

Der erste Monat ist rum. Also fast. Und das macht mir Angst. So schnell ging der rum, so viel zu kurz war er und trotzdem fühlt es sich an, als würde ich hier schon eine Ewigkeit wohnen, trotzdem fühle ich mich längst zu hause und angekommen. Auch mit meinen Gewohnheiten. ich schließe automatisch die Haustür hinter mir zu, (ich bin Team: it's always open ...aber das geht in Kapstadt natürlich nicht!), ich hab mich dran gewöhnt, dass ich viel mit dem UBER und weniger zu Fuß erledige, als in Hamburg, ich werde langsam (und zwar viel zu langsam) tanned, ich komme im Verkehr zurecht, habe meine alten Lieblingsorte wiederentdeckt und bin dabei neue zu finden. Ich liebe das WG-Leben, ich finde es sogar komisch, dass Franzi jetzt weg, Jorge aus einer Auslandreise und Maggie in der Uni ist, die ganze Wohnung ist so ruhig (ich kann mir das alleine wohnen gerade gar nicht mehr vorstellen! Verrückt! Aber das liegt auch daran, dass ich in dieser WG so happy bin und wir uns wie eine Familie anfühlen, nicht wie eine Zweckgemeinschaft. 

Hamburg vermisse ich irgendwie nicht. Klar, ein paar Freunde fehlen, aber dafür gibts ja WhatsApp, dafür gibts Telefonate und gemeinsame Chats, viele meiner Freunde sehe ich sowieso nur alle 8 Wochen, einfach weil sie auch viel unterwegs sind oder schlicht weit entfernt wohnen. Die Umstellung war also keine große. Wenn man es will – dann hört man eben voneinander. So ist das immer, egal auf welchem Kontinent. 

Ich fühl mich also irgendwas zwischen gedrängt und angekommen. Zwischen: noch so viel vor, dem Herzklopfen, dass du was verpasse  könntest, weil die Tage so schnell vorbeigehen  und dieser Ruhe, die dir sagt, dass das schon alles so stimmt, wie es gerade ist und du noch ne Menge Zeit hast. Kennt das noch jemand, der länger im Ausland war? 

 

NEW VLOG – EVERY MONDAY!

Dieser Vlog war dann einfach mal ne richtige Herausforderung.
18h meines Sonntags habe ich daran geschnitten, weil Premiere mehrfach abstürzte und selbst ständiges Speichern keine Hilfe war, war irgendwann nur noch müde und tatsächlich zum ersten Mal wirklich genervt – aber ich hoffe die Arbeit hat sich gelohnt!


In dieser Woche haben wir uns verabschiedet, haben hinter unseren Sonnenbrillen darüber geweint, uns mit Comfort Food und Cocktails getröstet, einen ganzen Tag am Ozean verbracht – und auch mal kurz die nicht so bunten Tage anerkannt.

anything to say?

Comments

  • Hallo liebe Lina, witzig, dass du das mit der Nachricht der Leserin erwähnst. Ich dachte mir neulich auch, hey, Lina ist gerade irgendwie anders, verändert, aber nicht im schlechten Sinne, sonderm im Guten. Ich wusste aber nicht, ob mir das zusteht, was zu sagen – und ist das nicht immer so, wenn man von Zuhause weg ist oder aus dem Alltag raus. Dein Weekly stimmt mich positiv, zwischen den Zeilen schwingt eine Leichtigkeit mit. Du wirkst gelöst, frei, ziemlich entspannt und ich freue mich als Leserin gerade mit dir… Vielleicht kann ich mir ein bisschen Leichtigkeit bei dir abholen, die Vlogs sind so schön und deine Bilder ebenfalls

  • Liebe Lina,

    ich mag deine Vlogs sehr! Der Schnitt, das Licht, die Musik und deine Erzählungen. 🙂
    Magst du mir sagen, wie der Song am Strand heißt? Bei 06:06 tritt er in den Vordergrund.

    Viele Grüße
    Analena

  • Lina, ich lebe seit drei Jahren im Ausland an unterschiedlichen Orten und das was du sagst kann ich teilweise bestätigen, teilweise nicht. An einem Ort, habe ich mein zuhause unfassbar vermisst, mir ging es dort einfach nicht gut. Dort wo ich jetzt bin, vermisse ich meine Heimat nicht. Also klar, Weihnachten bin ich auch gerne zuhause, und auch so hat man manchmal einfach Tiefs. Aber generell? Nein, mir fehlt das nicht. Die Menschen zu denen ich Kontakt halten will, die sehe ich immer wenn ich mal zuhause bin und skype ansonsten. Doch ich glaube es liegt nicht am Ausland an sich, sondern einfach daran dass mich dieser Ort und vor allem die Menschen glücklich machen. Und ich glaube bei dir ist es ganz ähnlich. Natürlich würde dich eine andere deutsche Stadt wahrscheinlich auch nicht so glücklich machen, aber wenn man tolle Menschen um sich hat und die Stadt/das Land einen erfüllt, dann ist man eben glücklich, egal wo das ist.

    Und mich freut es so, dass dich Kapstadt glücklich macht. Die letzten zwei (?) Jahre in Hamburg schienst du die meiste Zeit nicht zufrieden mit dir. Doch seit einem Monat scheinst du so glücklich zu sein. Das merkt man und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich dich seit dem wieder stärker „verfolge“, im Sinne von Artikel lesen und Youtube Videos schauen, einfach weil es viel mehr Freude bringt.

    <3

    • Danke Marie <3

      Was man nicht vergessen darf: in Hamburg bin ich mit ganz anderen Themen in Verbindung, die ich hier auch ignorieren darf. Ich war in den Herbstmonaten inHamburg sehr, sehr unglücklich, das ist wahr. Aber auf die letzten 2 Jahre würde ich das auf keinen Fall schieben. Im Gegenteil In den letzten 2 Jahren hat sich bei mir super, super viel Gutes getan und ich hab die besten Menschen in mein Leben lassen dürfen, die schönste Wohnung gefunden und darf tun, was ich liebe. Natürlich nicht immer happy, aber nah an mir dran. Es war niemals 2 Jahre übel und jetzt ist es auf einmal gut. So funktioniert das (mein) Leben nicht.. stetiges Wachstum ist mein Schlüssel, zumindest vermute ich das, fühle es. Es ist nur irgendwie so, als würde sich hier in Kapstadt, nach all dem Wachstum – auch endlich alles fügen. Sich selbst belohnen. <3

  • Und die Vlogs werden besser – und besser – und dann nochmal besser!! Den hier gerade habe ich geliebt! Du bist anders, du wirst anders, natürlich. Bin auch gerade schon seit 5,5 Monaten im Ausland, verrückt wie lange das klingt und wie häufig ich mir denke „ach könnte ich nochmal zu dem einen Moment zurück…“. Und gleichzeitig wächst man eben an all dem, erlebt selbst Lieblingsorte jedesmal neu. Hier zu sein kommt mir vor wie ein Katalysator für Wachstum und ich weiss gar nicht, was danach kommen soll, was das toppen könnte.
    Auf jeden Fall wirkst du glücklich Lina, und das ist doch die Hauptsache! <3

    • Vielen lieben Dank Kathrin <3

      Es ist so verrückt, kaum ist man glücklich, muss man es niemandem mehr beweisen, weil es jeder sieht..

  • Hey Lina, danke für den Podcast. Wenn man 20 Minuten dasitzt, zuhört und nickt. Besonders der Punkt, dass man sich selbst und die eigene Veränderung anzweifelt, denkt es sei egoistisch, obwohl es so gut tut. Das ist schon fast traurig. Aber egal warum man dieses Gefühl hat oder andere Menschen es einem vielleicht auch ein Stück weit geben wollen, gibt es doch am Ende nur eine Sache die wirklich wichtig ist. Zu sich selbst zu stehen und glücklich zu sein. Wenn du es selbst nicht bist, kannst du auch niemand anderen glücklich machen. Und wenn jemand deine, für dich so schöne, Veränderung nicht annehmen kann/will, dann soll es wohl nicht sein. Gönnen können ist oft so schwer, aber auch schön, wenn man es kann. Aber das kann leider nicht jeder. Sei glücklich für dich selbst, nicht für andere! Weiter so! 🙂

  • Ach Lina,
    dieser Rückblick berührt mich sehr! Er ist…so persönlich, so gefühlvoll. Wenn man genauer hinschaut.

    An solch einer Reise wächst Du ja unheimlich, da bleibt eine Veränderung nicht aus. Am meisten wirst Du selbst das merken – wenn Du zurück bist. Und apropos Abschied. Beim Gedanken, einen liebgewonnenen Ort zu verlassen, kommt Wehmut auf. Bei mir auch…

    Ich freu mich auf die nächste Woche!

    Drück dich! Juliet
    http://www.withjuliet.com

  • Ich finde auch, dass Du Dich sehr verändert hast, seitdem Du in Kapstadt bist und jede Woche
    sieht man es deutlicher und deutlicher und das ist absolut positiv gemeint. Es ist wirklich
    schön zu sehen, dass es Dir GUT geht, Du wirkst so viel entspannter und freier und dieses
    Strahlen von innen heraus macht Dich sooooo schön. Ich verfolge Deinen Blog wirklich schon
    eine Weile und nie hast Du mehr bei Dir gewirkt und schöner ausgesehen als jetzt gerade.
    Es ist eine FREUDE Deinen Blog zu lesen und Deine Vlogs zu schauen. Danke fürs Mitnehmen
    und Teilhaben lassen. LG Hannah

  • Hi Lina,

    ich kenne das auch mit dem Ausland. Letztes Jahr war ich für ein paar Monate in Shanghai und fühlte mich wie in einem anderen (besseren!?) Leben. Auch da gab es natürlich Alltag und manchmal gab es Stress oder Streit, aber im Großen und Ganzen habe ich fantastische Erinnerungen daran, wie wohl ich mich gefühlt habe. Eine Veränderung der Umgebung verändert dich, das ist m. M.nach ganz natürlich – diese Anpassungsfähigkeit ist ja die ureigenste Eigenschaft des Menschen. Mach dir keine Sorgen darüber, solange es sich gut anfühlt, und das tut es offenbar für dich!

  • Ich war 2x für ein halbes Jahr im Ausland und hatte in den letzten Monaten auch immer diese Gefühle von denen du geschrieben hast. Auf der einen Seite wollte ich alles mitnehmen, weil ich dachte, die Chance dazu bekomme bekomme ich nie wieder. Auf der anderen Seite sagte mir mein inneres Ich: „ hey, entspann dich mal, du genießt gerade so sehr das Leben. Ist doch also alles perfekt“

    Bei mir ging es eher darum, noch so viele Orte drum herum zu entdecken, was ich dann nicht viel gemacht habe. War aber super glücklich damit und bereue es auch nicht. Ich habe absolut nichts verpasst und meinen Alltag in vollen Zügen genossen.

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