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WEEKLY NOTES – WOCHENRÜCKLICK #7 IN 2018

#7


In der letzten Woche habe ich gleich zwei eher laute, streibare Artikel veröffentlicht, eine Weile habe ich das nicht getan, mich zurückgehalten, weil ich irgendwie das Gefühl hatte nicht mit dem Feedback umgehen zu können. Zum Einen waren es die Kommentare aus dem WWW, zum Anderen aber auch einfach Einschätzungen aus meinem breiteren Umfeld, die mich hatten unsicher werden lassen. Das von außen ständig Interpretationen kamen, die ich im Leben weder gewollt noch erdacht hatte, hat sich irgendwann für mich angefühlt, als würde man mir die Kolumnen aus den Händen nehmen und fremdbestimmen. 

Wenn du schreibst, willst du es frei tun, musst Gedanken fließen und mutig ausschreiben können, ohne dich selbst ständig zu unterbrechen. Du kannst einen Artikel nie so schreiben, dass ihn jeder richtig versteht, dass er eine Meinung hat, aber kein Angriffspotential bietet, dass er stark ist, aber niemandem zu nahe trifft, du kannst nie so formulieren, dass jeder der ihn liest sich dabei bequem fühlt.

Ich meine du kannst schon. Aber dann ist es weichgespültes Blabla. Sugarcoating. So schreiben, dass es nicht um das geht, was du sagst, sondern wie dich die Menschen danach empfinden, dass sie dich als möglichst positive oder nett empfinden, weil dass die neue emotionale Währung wäre, ist leider das, was viele Blogger machen, was für den Einheitsbrei sorgt, der uns alle langweilt. 

Als guter Autor musst du dazu bereit sein hinter deinen Text zurückzutreten, ihn frei von dir weg schreiben, um ihn wirklich authentisch oder intensiv werden zu lassen. Das ist in der Social Media Welt allerdings eine Herausforderung, immer wieder nehmen Menschen deine Worte, dehnen und interpretieren sie auf alle möglichen Wellen und Längen und machen ihn zu deiner Persönlichkeit, statt zu deiner Aussage.
Ich hab mich total damit blockiert, dass ich unbedingt weiter meinungsstarke Piece schreiben wollte, aber gleichzeitig Angst hatte falsch verstanden oder verurteilt zu werden. Ich war ständig im Struggle damit Aussagen zu tippen und sie dann gleichzeitig noch 4 mal zurückzunehmen oder zu differenzieren, nur um bloß niemandem auf die Füße zu treten. Das nimmt nur leider jedem Schreibstil die Seele. Und die Persönlichkeit. In den letzten Wochen habe ich das abgeschüttelt oder besser gesagt: konnte ich es auf einmal wieder abschütteln. Ich hab auf einmal wieder verstanden, dass jeder Mensch mit seinem ganze eigenen Blickwinkel auf Artikel zugeht, jeder eigene Gedanken oder Gefühle längst mitbringt, wenn er deine Worte liest und das was er aus einem Artikel mitnimmt stärker das eigene Ich spiegelt, als dass es mich beurteilen könnte.

STOP SUGAR COATING

START TO OWN YOURSELF


Ich weiß genau, dass ich weder herablassend bin, noch arrogant oder überheblich in meiner Schreibe. Trotzdem werde ich nie verhindern, dass andere sie so empfinden. Eigentlich macht das ja auch einen guten Text  aus, dass er streitbar ist, dass er Menschen aufwühlt, aufregt, ihnen Impulse gibt. Es ist ein Kompliment, wenn Menschen nicht über dich hinweglesen, sondern sich an dir festbeißen.  Du musst nicht nur in Form von Komplimenten schreiben, um jemanden zu empowern.

Du kannst sowieso nie bestimmen, wer was in deine Worte liest.Du kannst am Ende hoffen, aber natürlich nie verlangen, dass sie dir Luft lassen, wenn sie dir nicht zustimmen.

Gerade bei persönlichen Bloggern wie mir, hängt es oftmals allein schon mit der Sympathie zusammen. Wie man mich verstehen will, hat viel damit zu tun, wie man mich grundsätzlich findet. Das werd ich nicht ändern können, egal wie sehr ich mich in Formulierungen vertiefe und verliere. Und darum tue ich es jetzt nicht mehr. Darum schreibe ich wieder .. 



"Take it as it is.

Don't disscet it."                     

THOUGHT, WEEK #7

Ich tue das oft. Also auf den Dingen herumdenken,  sie von allen Seiten betrachten, herausstellen, was für mich keinen Sinn macht, noch einmal nachfragen, vielleicht sogar analysieren, ja. 

Nicht, weil ich es so viel besser wüsste, nicht weil ich durch oder in andere Menschen sehen und sie sezieren will. 
Wenn jemand anfängt sich dir gegenüber zu verändern, sich auf einmal unklar ausdrückt oder dich in eine missverständliche Situation wirft, wenn du nicht davon ausgehst, dass du einfach nur belogen wirst, dann willst du verstehen. Wenn du viel auf jemanden setzt, ihn nicht einfach nur abhakst, dann willst du dir mehr Mühe geben. Ich glaube das ist menschlich. 

Und trotzdem muss ich mir die Frage stellen: suche ich wirklich nach Antworten – oder suche ich nach Ausreden, nach Rechtfertigungen, entweder für mein doer das andere Verhalten. Warum will ich so genau wissen, weshalb mich jemand belogen hat? Weshalb mich jemand verletzt oder benutzt hat? Würde das wirklich etwas ändern? Zwischen uns? Für mich? Oder ist das nur das Suchen nach einer Möglichkeit jemandem zu verzeihen, der es gar nicht mehr verdient hat? 

WEEKLY MUSIC PICKS 

PODCAST

In der neuen Podcastfolge widme mich mich noch einmal genauer einer Kolumne, die ich in der letzten Woche schrieb: endlich (un)glücklich durch Instagram! 

Ich hatte das Bedürfnis noch einmal ein paar Dinge klarzustellen, vielleicht genauer zu umreißen und noch tiefer in eine eigentlich so einfach Sache zu gehen: "Erzählt doch einfach keinen Bullshit!"

Die Folge geht am Freitagmorgen, dem 16.02.2018 online!

 

FRIENDSHIP THOUGHTS

Ich glaube mit diesem ganzen Verbalisieren, mit diesem Drang in bestimmten Situationen genau festzulegen wo man steht, was man gerade füreinander ist, macht man so unheimlich viel schwer, vielleicht sogar kaputt. 

Die Worte stammen nicht von mir, sondern von meiner Freundin Nori. Wir hatten uns zum Frühstück getroffen, weil sie auch für ein paar Tage in der Stadt war, gleich danach noch ein zweites Date ausgemacht und irgendwie festgestellt, dass wir trotz längerer Funkstille wieder genau so gut zueinander finden und uns wohl miteinander fühlen, wie noch im letzten Jahr. 
Es gab nie einen Streit, den irgendjemand hätte benennen müssen, es gab keine beschlossene Auszeit, kein großes Benennen der Situation. Und bei einem Glas Rosé fragte ich mich im Verlauf unserer Dates irgendwann, warum das nicht viel öfter so sein kann. Warum man nach Auseinandersetzungen immer benennen muss für wie lange und warum und überhaupt wie weit man sich erst einmal entfernt. Warum man immer so verbal Striche unter Dinge ziehen muss, die sich dann eher wie verschlossene Türen anfühlen und eher verkomplizieren, als dass sie irgendetwas klären. 

Im letzten Jahr hat eine Freundin nämlich eben jenen "Strich" unter unsere Freundschaft gezogen, der irgendwie bis heute das Ende unserer jahrelangen Verbindung ausmacht. Nicht, weil wir gestritten hätten, nicht weil es irgendeine große, böse Auseinandersetzung gegeben hätte, sondern weil sie schlicht das Gefühl hatte, uns würde aktuell weniger verbinden, uns würden die gemeinsamen Gefühle füreinander fehlen. Ich für meinen Teil glaube ehrlich gesagt, dass das normal ist. Dass es ok ist sich manchmal driften (nicht ghosten!) zu lassen, ohne dass man es rahmen und damit starr machen müsste. Manchmal haben sich Menschen eine Zeit lang nichts zu sagen oder grundsätzlich weniger Anziehung zueinander, bevor sie sich wiederfinden. (Ich rede jetzt nicht von grenzenlosem Wartenlassen, aber das ist klar oder? Natürlich muss das gleichberechtigt stattfinden)

Vielleicht hat es etwas mit der eigenen Unsicherheit zu tun oder mit dem Wunsch nach vermeintlicher Ordnung nach einem gefühlten Streit, vielleicht mit dem Bedürfnis der Erste zu sein, der die Entscheidung trifft, um sich selbstbestimmter zu fühlen. Vielleicht ist es normal, dass derjenige, den so ein Auseinanderdriften härter treffen würde, es für sich beenden will. 

Ich glaub trotzdem, dass solche verbalisierten Striche der Grund für viele Enden von Freundschaften sind, die eigentlich nur nach der Aussprache und den offenen, ehrlichen Gefühlen (ohne die gehts halt nicht!) ein bisschen Zeit und eine neue Runde gebraucht hätten.

CAPE TOWN UPDATE

Entschuldigung, es ist Halbzeit? Ehrlich? Ich bin schon 7 Wochen hier? Niemals. 
Die Zeit rennt und ich kann nichts dagegen tun. Will ich ja auch gar nicht. Aber irgendwie dann doch. 

Letzte Woche hab ich ein Interview für StarFM über die Wasserkrise hier vor Ort gegeben. Zum Glück hat es Dienstagabend heftig geregnet, wirklich endlich mal geschüttet, sodass sich die Lage natürlich niemals wirklich entspannen könnte, aber zumindest kurz Hoffnung durchlässt. 

In 5 Tagen ist außerdem Artur hier und ich freue mich riesig auf ihn, auch darauf ein bisschen mehr im Umland zu unternehmen, plane gerade noch eine Reise ins Eastern Cape im April und kann hoffentlich meine Freundin Lisa in Joburg besuchen. 

Habt ihr mein Life-Update aus Capetown in der letzten Woche schon gelesen? Ihr könnt mir jederzeit Fragen stellen, die ich dann regelmäßig dort beantworten werde!


NEW VLOG – EVERY MONDAY!

Wir bekommen nirgends etwas zu essen, verzweifeln vorn der Kamera, spazieren durch die Winelands von Constantia, tanzen auf dem Ultra Sound Festival und sind viel zu oft im Clarke's! Außerdem erzählen wir euch, was wirklich in der WG um UNIT 16 passiert, wenn Jorgie das Haus und uns verlässt... #nospoiler

 

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Comments

  • Hallo Lina,
    ich freue mich sehr, dass du endlich wieder an deine Kolumne schreibst und einen Weg gefunden hast mit den Reaktionen darauf umzugehen. Ich kann aber auch total nachvollziehen wie schwer es manchmal bestimmt ist den ein- oder anderen Kommentar/ Meinung usw. nicht doch an sich herankommen zu lassen.

  • Hallo Lina,

    wieder ein echt toller Beitrag und wunderschöne Bilder aus Kapstadt.

    …“Würde das wirklich etwas ändern? Zwischen uns? Für mich? Oder ist das nur das Suchen nach einer Möglichkeit jemandem zu verzeihen, der es gar nicht mehr verdient hat?“..

    Über dieses Thema habe ich letztens auch mit einer Freundin diskutierte. Den Sie fragte mich auch, warum ich immer Antworten und Recht haben möchte. Vielleicht ist es wirklich, um die Möglichkeit zu bekommen zu verzeihen; es vielleicht besser reden, als es ist; Ausreden dadurch suchen. Bringen Antworten wirklich Seelenfrieden, trocknen Sie die Tränen und die Traurigkeit, die entstanden sind.. Ein schwieriger struggle. Aber ich persönlich analysiere und hoffe trotzdem auf Antworten, vielleicht um zu verziehen, vielleicht aber auch um zu verstehen und besser abzuschließen.
    Danke für diese tollen und zum Denken anregenden Worte! Und vielleicht doch die Sichtweise mal zu ändern.

    Gruß Steffi

  • Kapstadt tut dir wirklich gut. Ich glaube du hast so eine Veränderung gebraucht, um zu wachsen und wieder deinen Weg zu finden. Das merkt man nicht nur auf deinen Bildern, sondern vor allem auch an deinem Content. Manchmal muss man doch eine längere Zeit woanders hin, um weiterzukommen. Da soll mal einer sagen, dass Reisen einen nicht weiterbringt.
    Ich freue mich so für dich. Bin immer ganz gespannt auf deine Vlogs und deine Posts. Ich wünsche dir nich ganz viele tolle Momente und Erinnerungen in der zweiten Halbzeit und bin vor allem auch auf das „danach“ gespannt.

    LG Jana

  • Hallo Lina!

    Ich finde es toll, dass du dich so wunderbar selbst reflektieren kannst und immer so viele tolle Denkanstöße in deine Artikel packst. So oft hast du mich schon dazu gebracht auch mich selbst zu refklektieren oder es direkt selbst getan, in dem du mal wieder ähnliche Gefühle und Gedanken beschreibst, die man selber hat oder hatte.

    In diesem Beitrag hat mich besonders der Teil nachdenklich gemacht, in dem du über deine Freundin schreibst, die eure Freundschaft beendet hat. Mir hat noch nie Jemand so richtig die Freundschaft beendet (klar, das mit dem Auseinanderleben ohne triftigen Grund kennt denke ich jeder, heißt für mich aber auch nie, dass man sich nicht auch wieder aufeinanderzuleben kann). Und ich glaube das würde mich ziemlich verletzen, da ich selbst denke ich nie die Notwendigkeit sehen würde irgendwem die Freundschaft zu kündigen ohne triftigen Grund zu kündigen (ich meine jetzt sowas wie Betrug, Verrat, Verletzungen). Es ist ja totql okay, wenn man sich auseinander lebt, aber ich glaube mich würde es verletzen, wenn sich dann Jemand lieber ein Ende wünscht als sich die Möglichkeit zu lassen, dass man sich vielleicht irgendwann von alleine wieder annähert. Das nur meine Gedanken zu dem Thema.

    Ich will dir außerdem noch mitgeben, dass ich bestimmt nicht immer komplett d’accord mit allen deinen Texten war (und ich lese dich schon echt lange) aber dabei nie an dir als Person gezweifelt oder die Texte als festen Teil deines Charakters gesehen habe. Man darf außerdem nie vergessen, dass Texte auch immer eine Art Momentaufnahme sind, man sich als Mensch aber täglich entwickelt und von seinen Fehlern, den Fehlern anderer, den Texten anderer (deiner zB. 🙂 und was weiß ich nicht von wem lernt. Das ist doch auch das Tolle am Leben. Es bleibt nicht stehen, geht bei verschiedenen Menschen auch in verschiedene Richtungen!

    Ich wünsche dir ein tolles Wochenende!

    Sarah

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