#TWENTYSOMETHING COLUMN: DU BIST NICHT UNSICHER, DU BIST EIN ARSCHLOCH

Wie formuliert man: "Lina, ich bin einfach nur verwirrt, es ist alles so kompliziert, da ist so viel in meinem Kopf und ich weiß nicht was ich tun soll?" in twittergerechten 36 Zeichen?
Lösung: "Lina, ich bin einfach ein Arschloch."

Ok das sitzt. Und es klingt wütend. Und vielleicht bin ich es auch. Vielleicht hab ich genug. Vielleicht bin ich gelangweilt. Und müde davon Karren nach Hause zu ziehen, die andere nicht mal mit Vollgas, sondern einfach nur unüberlegt gegen die Wände zu setzen.

DISCLAIMER

Es ist nicht ganz einfach solche Kolumnen zu schreiben, die Erfahrung musste ich vor allem 2017 machen. Sicher, es macht sicher Spaß sie herunterzutippen, Gedanken, Gefühle und Erkenntnisse nur so poltern zu lassen, sich Luft und Platz zu machen, aber am Ende des Textes steht da nicht der Name eines unbekannten Autors, sondern meiner. Während ein Neon-Artikel für seine Headline geteilt wird, ist es bei mir eher mein Name, mein Geschlecht und erst zweitrangig dann das, was ich zu sagen habe.
Und nicht selten unterstellt man dann nicht dem Text und seiner Aussage, sondern personifiziert der Frau, die ihn auch noch erlebt und geschrieben hat und die schon öfter über ähnliche Themen erzählte, einen gewissen Männerhass oder Geschlechterbashing.

Für einige entsteht sogar der wirre Eindruck, dass ich grundsätzlich wütend auf die Männerwelt sei oder sein müsste und gar nicht mehr ungezwungen daten könnte, einfach aus den Gegebenheiten heraus, dass ich seit Jahren Single bin und hier öfter von gescheiterten Episoden schreibe, statt vom finalen Finden des großen Glücks. (Verstehe ich ja immer nicht, als wäre das Singlesein quasi der Frustgarant für jede Frau, die Beziehung hingegen die Destination und wer sie immer nicht erreicht, der muss ja irgendwann verbittern?)

 

Lass mich darum einmal kurz schon vorher klarstellen: Ich bin nicht sauer, weil ich wieder Single bleibe. Ich bin sauer, weil ich nicht gern belogen werde. Weder von Taxifahrern, noch von Freundinnen oder den Menschen, mit denen ich das Bett und meinen Netflix-Account teile.

Das hier ist eine Kolumne, ein Ausriss aus meinem Datingalltag, nicht das große Ganze. Das hier ist ein Artikel, nicht meine gesamte Persönlichkeit. Ich liebe Männer. Ich finde Männer nicht scheiße, ich finde sie großartig. Immer wieder und immer noch und überhaupt. Auch wichtig: ich bin grundsätzlich weder verzweifelt auf der Suche nach einem, noch auf der Flucht davor. Dass ich in dieser Kolumne gleich über zwei, zweieinhalb Männer schreibe, die sich im Verlauf von zwei, zweienhalb Episoden den miesen Titel verdient haben, hat nichts einem frustrierten Geschlechterkampf zu tun, an dem ich mich beteiligen würde, sondern einfach nur mit dem Fakt, dass ich eben Männer date. Wären es Frauen, gäbe es vermutlich die gleiche Kolumne. Feige zu sein, ist keine Chromosomenfrage.

Also: dieser Text ist kein Aufruf dazu den "Glauben an die Männerwelt" zu verlieren oder sich darin bestätigt zu fühlen, dass "es da draußen nur noch Arschlöcher gibt."

Bitte nicht. Jungs sind toll. Es sei denn, sie entscheiden sich dagegen.

"DU KANNST IMPULSE NICHT MIT VERNUNFTSWORTEN KONTROLLIEREN, NUR MIT ENTSCHEIDUNGEN."

Er streicht ihr immer wieder die Haare aus dem Gesicht, sie lacht, noch ein Schluck vom Drink, noch ein Blick, sie genießt die liebevolle Aufmerksamkeit, interessiert genug um es noch mal passieren zu lassen, distanziert genug, um keinen eigenen Schritt zu machen. Verpasste Chancen, perfekte Anziehung. Textbook.
Und leicht. Und wunderschön. Eigentlich.

Ich weiß schon, dass es anfängt, wie es anfängt, dass es endet, bevor noch mehr passiert. Bevor sie unter einem Vorwand erst ein paar Likes auf den sozialen Netzwerken und dann ihre Nummern tauschen werden, bevor sie sich wiedersehen, bevor es 22:00 Uhr ist, die Gläser leer, die zweite Flasche und die Geheimnisse offen auf dem Tisch.

Irgendwann ist er in sie verliebt. Eigentlich.
Irgendwann fängt sie an, sich seine Nähe zu wünschen.
Irgendwann will er dem nachgeben. Eigentlich jetzt sofort. Eigentlich.
Dann fällt ihm ein, dass das nicht geht.
Vielleicht morgen Abend. Das wäre besser.
Denn eigentlich, eigentlich ist da noch die Beziehung, die er hat.
Aber eigentlich auch nicht.
Es ist eben kompliziert. Aha.

 

"Ist es nicht..", denke ich augenrollend, als ich einen Blick auf seine Nachrichten und in ihr fragendes Gesicht werfe. "Was schreib ich denn jetzt?", ist die Frage, die dir deine Freundin immer wieder stellt, wenn sie hofft, dass du eine Lösung für eine Geschichte hast, von der sie selbst weiß, dass es keine Gute gibt, für eine Geschichte die sich hin und her und doch nie bewegt, die sich immer zwischen schöner Lüge und anhaltender Enttäuschung balanciert, bis sie kippt. Hoffentlich schon nach ein paar Wochen. Aber manchmal auch erst nach 2 Jahren. Wie könnte ich sie also jetzt zu einem Abbruch drängen, den ich selbst monatelang recherchiert habe.

Ich meine, ich würde gern. Ich wünschte ich könnte sie davon abhalten, sich klein genug zu machen, um in seine Zeitfenster zu passen, den Egoboost für einen Mann zu spielen, der nach Bestätigung sucht, der frustriert und unglücklich mit dem ist, was er gerade hat – aber der trotzdem keine Ambitionen an den Tag legt, seine, ihre gemeinsame oder irgendeine Situation zu verbessern. Ich weiß nicht was er sich denkt, ob er überhaupt denkt oder vorausplant, ob er einfach nur "alles" will, um die Vielzahl der Option zu haben oder ob es da Präferenzen gibt, es fällt mir schwer mir vorzustellen, dass er tatsächlich glaubt diese mittlerweile Wochen andauernde Affäre würde einfach ewig so weiterlaufen, sich nach ein paar weiteren Momenten dann irgendwann auflösen und niemanden verletzt oder beschwert zurücklassen.

* * *

Bevor ich klinge, als würde ich zwei Menschen für etwas verurteilen, von das ich selber ein Teil war, muss ich an dieser Stelle vielleicht etwas klarstellen: ich verurteile Affären nicht. Zumindest dann nicht, wenn Menschen zum ersten Mal in eine geraten. Ich habe in den letzten Jahren für die Kolumne, die ich einst sehr offen und ehrlich über meine Erfahrungen als andere Frau schrieb, sehr viel Feedback, auch sehr viele Vorwürfe erhalten – von Lesern, aber auch Bekannten, die glaubten sie wüssten genau, könnten zweifelsfrei garantieren, dass sie nie in einer Affäre sein würden, nie Teil eines Betrugs. Und dann irgendwann die Erfahrung machten, dass du manches nicht ausschließen, nicht kontrollieren kannst. Dass eine einzelne gute Handlung noch keinen guten Menschen – aber ein einzelner Betrug auch noch lange keinen schlechten macht. Dass es nicht der Fehler ist, der dich definiert, sondern wie du mit ihm umgehst.

Ich fände es herablassend zu glauben, dass ich als Mensch so moralisch überlegen bin, dass ich behaupten könnte schon vorher zu wissen, dass ich gewisse Fehler nie machen muss. Was ich aber behaupten kann? Dass ich mit meinen Erfahrungen sorgsam umgehe, dass ich sie nicht mache, um sie zu vergessen, sondern auf ihnen meine Entscheidungen aufbaue, manchmal revidiere, neu überdenke, lerne oder manchmal auch einfach nur loslasse.
Wenn ich über Affären eins gelernt habe: du kannst Menschen, die bereits drinstecken, nicht davor retten, du kannst ihnen nicht den Knall, den Moment, in dem etwas auf- oder zerbricht, was es auch ist, abnehmen, du kannst einwirken, aber du kannst Impulse nicht mit Vernunftsworten verhindern. Impulse werden von Entscheidungen unter Kontrolle gebracht – und genau die muss jeder für sich treffen.

Damals schrieb ich, dass ich mich nie wieder in jemanden innig verlieben könnte, dessen größtes Talent wäre, dass er großartig lügen könnte.
Und das stimmt auch immer noch. Aber da ist noch etwas anderes.
Es ist dieser Mangel, die Abwesenheit von irgendeiner Entscheidung, Bewegung, Absicht und Verantwortung dafür, die mich ungeduldig und wütend macht. Dieses ewige Unvermögen, das als umfassende Ausrede herhält ist es, das einer Affäre für mich jede Anziehung nimmt – oder dem Mann, mit dem ich sie hätte.
Entscheidungsschwäche resultiert aus Unsicherheit, aus feigen Charakterzügen, aus dem Gefühl Verantwortung abstreifen und andere für dich aufräumen zu lassen, aus der Erfahrung, dass das klappt und der eigenen Legitimation sich damit auch ziemlich gut zu fühlen.

Ich meine, du musst nicht ständig wissen, was du zum Abendessen ordern und ob du lieber ein Bier oder ein Glas Weißwein haben willst und ja, du darfst zweifeln und zaudern. Aber wenn es um Gefühle geht, wenn mehr als die Restaurantrechnung involviert ist, andere Menschen, deine Versprechen ihnen gegenüber, die sich eben nicht jeder Verantwortung entziehen, dass sitz nicht da und halte deine Schwäche wie eine Krankschreibung hoch, sondern werd erwachsen.

 

Die meisten Dinge sind nicht einfach "kompliziert". Es ist nicht so, dass wir nicht wüssten, was wir tun sollten oder wollten.

Wir wissen es längst. Es sind nur die realen Konsequenzen, die uns abschrecken, die wir lieber umgehen würden. Lieber stehen bleiben, als irgendwas müssen? Lieber stumm sein, als verzichten? Lieber keine Option haben, als eine möglich aufzugeben?
Sich gut zu entscheiden, heißt zwischen dem zu wählen, was man wirklich will und das loszulassen, was man gerade nicht braucht. Du kannst doch nicht ewig deine Interiorträume in #minimalist taggen und dich emotional wie ein verbrauchter Messi verhalten. Sich zu entscheiden, heißt nicht sich und seine Möglichkeiten einzuschränken, es heißt eine Persönlichkeit zu haben, zu leben und zu füllen. 

Ich verlange ja nicht einmal, dass jeder von uns das schon großartig könnte. Jeder struggelt, jeder von uns ist unsicher und zögert mal. Aber an genau der Stelle nicht einfach nur einen Haken hinter sich selbst zu machen und mit jener Ausrede das Parkett zu verlassen. Das wäre ein Anfang.

***

Der letzte Mann, den ich datete, wusste am Ende nicht mal mehr, ob er überhaupt will, dass er nicht mehr mit mir schlafen will.
Er konnte sich nie so ganz dazu durchringen, ob er mich gar nicht oder gar nicht gar nicht wollte, ob es nun weiterging oder wie es abbrach, ob es nun enden oder sich neu entwickeln sollte. Ich glaube heute, er wäre mit allem zufrieden gewesen, was jemand für ihn entschieden hätte. Weil er lieber keine Verantwortung, als die seiner eigenen Entscheidung getragen hätte. Fremdbestimmt und ständig auf der Flucht davor. Als ich mich weigerte, als ich mehr von ihm wollte, als dass er daneben stand, während ich für uns die Reste zusammenfegte, erstarrte er, löste sich auf. Und ich weiß noch immer nicht, ob ich verletzter darüber bin, dass ich ihm so egal war – oder seine eigene Persönlichkeit.

Mich beschäftigt dieses unausgesprochene, ungeklärte aber so erlebte Ende bis heute. Nicht romantisch, sondern menschlich. Und was jetzt kommt ist wichtig:Denn das hier dreht sich nicht nur um Beziehungen, das gilt auch für Freundschaften, für jegliche Verbindungen. Es ist verdammt schwer sich gegen jemanden zu entscheiden, der sich nicht entscheiden will. Wenn du weißt, das selbst das Fordern einer Entscheidung schon das Ende einleitet. Denn selbst wenn du weißt, dass du das Richtige tust, fragst du dich noch Monate später, was wohl passiert wäre, wenn du ein bisschen länger gewartet hättest.

Aber hey, #Überraschung: Nichts. Und irgendwann kommt man auch dahinter: Warum sollte sich jemand, der sich nie entscheiden will irgendwann für etwas entscheiden, das er auch haben kann, wenn er sich nicht entscheiden muss? Eben.

#spoiler: du bist nicht unsicher, du bist ein arschloch

Zwei Monate Später.

"Hey..", tippe ich in das Chatfenster. Und dann, "Wolltest du nicht gestern noch rumkommen?"
Es ist 09:00 Uhr, ich sitze mit einer Tasse Kaffee an unserem Esstisch mit Blick auf den Ozean. Er wacht vermutlich gerade erst auf, ich bin es schon seit ein paar Stunden.
Vielleicht ist das sogar einer der Gründe, warum ich nicht einmal böse bin, dass wir uns gestern nicht gesehen haben. Ich stehe gern um 07:00 Uhr auf, auch am Wochenende, er schläft gern, um mich gewickelt, bis 09:00 Uhr aus, springt dann meistens nur in eine Jeans, bindet sich die Haare zusammen und trinkt den Kaffee unterwegs.
"Sorry, ich war einfach so fertig, hatte so viel zu tun", tippt er. "Okay, aber kommt du gut voran?" "Ja."

Ich finde es erst komisch, dass er so kurz angebunden ist, dann verwerfe ich den Gedanken wieder.
Es ist schön mit Nate. Es ist schön ihn wiederzusehen und erst einmal nur unbeschwert, gleichberechtigt, offen nah und gleichzeitig so ausgesprochen und ungebunden Zeit mit ihm zu verbringen. Das hier hat ein Verfallsdatum, das wissen wir, sehen uns nicht zum ersten Mal für bestimmte Zeit, aber weil wir passen, weil ich mich sowieso in einer Art Auszeit befinde, beschlossen wir uns auf 3 gemeinsame Monate zu freuen, sie auszukosten und nichts kompliziert zu rahmen. Eigentlich sehen wir uns ein-, zweimal in der Woche. Aber seit 14 Tagen macht er sich eher rar.

Als ich ihn am kommenden Wochenende zum Dinner bei mir einlade und abermals keine Antwort bekomme, hake ich am Sonntag nach: "Hey du, nicht mal Pasta zieht dich nach Seapoint? Ist alles ok?" "Ja, viel Stress.."
"Viel Stress und außerdem musst du jetzt für jedes Zeichen extra bezahlen?" "Nein, das ist nicht das Problem.." "Es gibt ein Problem?", frage ich und weiß ganz genau, was jetzt kommt.

 

"Hör zu..", schreibt er und lässt sich dann viel Zeit. Und ich möchte ihm die Zeilen gerade abnehmen, ihm vorwegnehmen, dass er mir auch ohne voherige Funkstille hätten sagen können, dass er mich nicht mehr sehen will, als ich lese "Es ist alles irgendwie ziemlich kompliziert. Ich weiß irgendwie nicht mal genau, was ich sagen soll oder was eigentlich los ist. Ich will dich ja sehen, aber es ist auch so viel los bei mir, mit dem neuen Job und dem Stress in der Wohnung .. und ich will ja auch nichts Festes und du ja auch nicht und darum ist es eigentlich auch so schön und so einfach mit uns. Und ich genieß das auch so. Aber, aber irgendwie glaube ich, bin ich gerade auch in einer Beziehung. Oder so dabei in eine zu geraten."

***

"Ich bin einfach nur total unsicher und weiß gerade nicht was ich fühle. Es ist halt super kompliziert."

"Wie lange bist du schon in dieser Beziehung?"


"Seit Januar..aber ich weiß auch nicht, ob ich das wirklich will. Ich glaube ich weiß gerade gar nichts."

Und ich wiederum weiß nicht, ob es nun die Erfahrung oder die Wut ist, die mich wie einen Katalysator antreibt, die mich nicht zögern, nicht verstehen, nicht emphatisch mitfühlen, nicht noch einmal offen für eine Diskussion der so klaren, echten Fakten sein lässt, denn .. 


Ich habs so satt.

"Du bist nicht unsicher. Du bist wahrscheinlich einfach nur ein Arschloch. Das ist alles."

"Lina, ich erkläre dir hier gerade, wie ich mich fühle und das fällt mir echt nicht leicht. Da ist einfach so, so viel in meinem Kopf.."

"Und was möchtest du jetzt von mir? Lob und Zuneigung, weil du ein Gefühl zugeordnet hast? Seit wann ist das Eingeständnis von Unsicherheit eigentlich die neue Generalentschuldigung für all den Bullshit, den man anderen Menschen vor die Füße wirft? Seit wann ist es ok seinen Egoismus zum allgemeinen Anrecht auf Verständnis zu machen? Glaub mir, jeder ist unsicher, jeder hat irgendeinen Shit, den er noch nicht gelöst hat und mit sich herumträgt. Trotzdem auch auf andere zu achten, ehrlich und rücksichtsvoll zu sein, das ist nicht die Höchste form von Buddhismus, sondern Sozialkompetenz. Du bist doch nicht frei davon Entscheidungen zu treffen, nur weil du sie nicht magst oder sie unbequem findest oder sie dich anstrengen würden? "

"Ich weiß einfach nicht genau was ich will. Ich mag dich, ich hab nie gesagt, dass ich dich nicht mehr treffen will. Es ist nur alles so schwierig."

"Es ist ehrlich gesagt sehr, sehr leicht. Triff die Person, mit der du eine Beziehung führst. Oder führ eben keine Beziehung und triff die Person, mit der du lieber schlafen oder bei der du lieber sein würdest. Was uns betrifft, nehm ich dir die Entscheidung sogar ab, ich nehme mal an, das war sowieso das, was du dir insgeheim gewünscht hast."

Ich für meinen Teil hab keine Zeit mehr für die Grundschullektionen. Und es hat ewig gedauert das festzustellen. Aber ich hab keine Nerven mehr dafür ein unverstandener Insiderwitz zu sein. Ich hab keinen Bock mehr darauf die Unsicherheiten, Entscheidungsschwächen, Sprunghaftigkeiten anderer zu tragen, nur weil ich eben noch eine Hand frei habe. Ich hab keine Lust mehr Bullshit zu romantisieren. Ich bin nicht HBO und schon lange nicht mehr GroKo. 

anything to say?

Comments

  • Ich finde so schade, dass es Leute gibt, die dir mit deiner twentysomething Kolumne so ein schlechtes Gefühl gegeben haben. Für meinen Teil habe ich deine Kolumbe nie so aufgefasst, wie oben geschildert, und verstehe – ehrlich gesagt- auch nicht so richtig, wie man hier den Männerhasser rauslesen kann. Wie dem auch sei: ICH liebe die Kolumne. Für mich mitunter das Beste, das die Blogwelt zu bieten hat.

  • Großartige Kolumne, Lina! Ich finde besonders toll, wie du den Text eingeleitet hast- mit so einem Ende habe ich nicht gerechnet. Alles Gute für dich!

  • Liebe Lina,
    ich liebe deine Kolumnen & ich habe es noch nie in keinster Weise so empfunden, als würdest du Männer schlecht machen.
    Mal wieder toll geschrieben & ein Podcast dazu wäre mega 🙂

  • Liebe Lina, ich verstehe voll und ganz, wovon du schreibst… Ich kann es nachempfinden und Danke dir wieder einmal für deine offene, herzliche und mir sehr nahe gehende Kolumne. Ich wünsche dir von Herzen, dass „es“ besser wird. Und mir wünsche ich das auch. Daran arbeite ich jeden Tag und lebe. Sei stark und mach weiter! ❤️ Dana

  • „Glaub mir, jeder ist unsicher, jeder hat irgendeinen Shit, den er noch nicht gelöst hat und mit sich herumträgt. Trotzdem auch auf andere zu achten, ehrlich und rücksichtsvoll zu sein, das ist nicht die Höchste form von Buddhismus, sondern Sozialkompetenz.“
    Amen.
    Einfach Amen und over and out.

  • Ganz ehrlich, den letzten Teil musste ich laut mit lesen. Weil ich einfach keinen Bock mehr habe zwischen der Entscheidung von jmd. anderem zu warten.
    Auf was warte ich denn? Dass die Beziehung, die ja ach so schlecht ist, an die er aber festhält weil vielleicht kommt der Punkt an dem sie sich ändert, doch zerbricht?!
    Schließlich sagt er ja, er ist bei mir, weil er hier gern ist, und zuhause eben nicht. Irgendwann müssen seine Augen ja aufgehen..
    Wie absurd ist dass denn. und ich weiß das. schon seit ein paar Wochen.
    Wenn ich objektiv drauf schaue – logo! Aber wie oft schaut man denn gern objektiv irgendwo drauf, was einem die Luft nimmt.

    Get your shit together, whatever.

    Und dann kommt der Moment in dem ich mich vor mir selbst versuche zu rechtfertigen, aber zum einen ja weiß wie viel Leugnen da drin steckt,
    und zum anderen nur „bitte was?“- denke.

    Beste Kolumne ever- zum passendsten Zeitpunkt überhaupt.

    Hab noch eine großartige cape town Erfahrung <3

  • Genialer Text, wie immer! <3
    Habe die selbe Erfahrung hinter mir, allerdings bei einer Freundschaft. Es hilft selbst damit abzuschließen, da es oft schwierig ist in einer Freundschaft “Schluss zu machen“.

    “In your hesitatin, I found my answer.“

  • Liebe Lina,

    an dieser Stelle stehe ich quasi auf und applaudiere. Du schaffst es Gefühle und Empfindungen so treffend in Worte zu packen, wie man es kaum besser selbst fühlen könnte.

    Weißt du an was mich das Ende der Kolumne hat denken lassen? An das „berühmt berüchtigte“ Vorgehen, Türen nicht endgültig zu schließen. Vorwiegend von Männern ein Phänomen, wie ich finde. Man lehnt eine Tür nur an, lässt sie einen Spalt breit offen, um im Bedarfsfall doch zurückkommen zu können. Oder zumindest das Gefühl zu haben, es zu können. Zu hoffen, wenn man die Tür nicht schließt, ist bei öffnen derselben die Stimmung wieder mega und man macht eben dort weiter, wo man aufhörte.

    Das Schlimme und gar verwerfliche daran ist für mich ja die Tatsache, dass die Eier fehlen. Wie kann man denn vielleicht grade dabei sein in eine Beziehung zu geraten. Es nicht wissen. Zu viele vielleichts prägen diese Zeit. Mehr „so ist es“ würde alles auf ein neues Level heben. Mehr „ich zieh das durch weil mir der Mensch was bedeutet“. Und hiermit sind eingegangene Beziehungen gemeint, wie auch Bettromanzen die beendet werden (müssen/sollen) und auch das Einstehen für die eigene Persönlichkeit und das eigene Wohlbefinden.

    Mach weiter, Lina. Mit den Kolumnen, dem daten und der Hoffnung für dich einen Mann, keinen Jungen mehr zu finden.

    Liebste Grüße

    Sarah

  • Liebe Lina,

    ich lese deine Kollumne gerade zum ersten Mal und ich bin begeistert.
    Dazu sollte ich erwähnen, dass ich beide Seiten der Story schon erlebt habe. Ich war sowohl diejenige, die immer wieder der fehlenden Entscheidungskraft und Feigheit anderer verfiel. Ich war aber auch das Arschloch, dass zu feige war, eine Entscheidung zu treffen, weshalb etwas sehr, sehr schönes den Bach runter ging.
    Deine Worte sind solche, die ich seither selbst versuche, in die Welt hinaus zu tragen. Ich schreibe nicht, aber ich rate es jedem und jeder in meinem Umfeld. Entscheidungen sind immer diejenigen, die man selbst trifft. Auch untätig zu sein und jemand anderen aktiv werden zu lassen und eine Entscheidung, nur eben eine sehr feige und genau das ist es, was heutzutage auf der Agenda steht. Viele nehmen sich die Ausrede als Kredo, sie seien frei und ungezwungen, sich entscheiden zu müssen und überhaupt, wisse man denn, was man ihnen abverlange, genau jetzt eine Entscheidung treffen zu sollen? Ja verdammt! Es gehört einfach zum Respekt anderen Menschen gegenüber, sowohl zu sich selbst als auch den beteiligten ehrlich und entschlossen zu sein.

    Also vielen Dank für deine Worte.
    Mach weiter so und lass dir nicht sagen, du wärst schief gewickelt!

  • Ich glaube auch, dass das einfach die Masche der jetzigen Generation ist, quasi immer auf was bessere zu warten.
    Einfach das, was noch geiler ist, was noch besser ist, was einen noch mehr erfüllt wie das jetzige.
    Diese Emotionale Egoismus, der soweit bei Frau und Mann verbreitet ist. macht uns alle schlussendlich noch sensibler, noch verschlossener, weil man einfach auf sowas keine Lust mehr hat.
    und Ja dieses „am Haken haben“ und einen wie eine Stulle to-go zu behandeln ist einfach das letzte, egal in welchem Kontext.

    Schlussendlich stimmt auch einfach der Satz „Shut up and grow up.“

  • Chapeau du dieser Kolumne.. Ich war selbst einmal in der Situation des Arschlochs und war selber viel zu lange unfähig einfach mal eine Entscheidung zu treffen. Ich wusste das ich die Entscheidung treffen muss aber habe es so lange wie nur möglich vor mir hergeschoben.. Shame on me. Man findet unendliche viele Ausreden, warum man es angeblich nicht zu diesem oder jenen Zeitpunkt tun kann, die am Ende aber alle nur Ausflüchte sind seinen eigenen Egoismus zu erklären und um sich das Leben leichter zu machen – auf Kosten von anderen.. Und ja, irgendwie wartet man auf ein kosmisches Signal das einem die Entscheidung abnimmt die man selber nicht treffen will. Geb ich zu. Ich hab es irgendwann geschafft. Mit Sicherheit viel zu spät, leider auch nicht ganz allein. Aber man lernt draus – zumindest habe ich das. Nie wieder will so untätig und gelähmt sein – geschweige denn erst in diese Situation kommen.
    Danke für diese Kolumne.

  • Lina – Hut ab.
    Eine deiner besten Kolumnen finde ich – ich bin nach dem Lesen gerade perplex, begeistert, kann so viel nachfühlen und und habe gleichzeitig so viel Unverständnis. Nicht für die beschriebene Situation, sondern für eben solche Menschen. Ich bin auch schon mehrmals durch diesen Mist gelaufen, jedes Mal etwas anders und trotzdem immer gleich.
    Mittlerweile bin ich der festen Überzeugung, dass die Feigheit und die Unfähigkeit – nein, der nicht vorhandene Wille, eine Entscheidung zu treffen, denn man ist nicht unfähig dazu – schlicht und ergreifend ebenfalls Entscheidungen sind. Wenn ich mich davor drücke, eine Entscheidung zu treffen – insbesondere, wenn andere Menschen involviert sind, wenn es sich um Entscheidungen innerhalb des Rahmens einer zwischenmenschlichen Beziehung handelt -, dann habe ich doch meine Entscheidung schon getroffen, oder? Es ist ebenso eine Entscheidung, NICHT zu handeln, wie es eine Entscheidung wäre zu handeln.
    Abgesehen davon: Ich finde es traurig, dass du vor eine Kolumne einen Disclaimer setzen musst, weil es da draußen Menschen gibt, die die Vorwürfe an den Kopf knallen, anstatt zu versuchen, Empathie für eine ihnen vermutlich unbekannte Situation zu zeigen.

    Liebe Grüße,
    Isabelle von https://gintonictogo.wordpress.com

  • „Seit wann ist das Eingeständnis von Unsicherheit eigentlich die neue Generalentschuldigung für all den Bullshit, den man anderen Menschen vor die Füße wirft?“ AMEN! ♥

  • Hallo liebe Lina, ich bin eigentlich nur eine stille Leserin (ich weiß, dass Feedback eigentlich wichtig ist). Das du deine wunderbare Kolumne jetzt einleitest nur weil es da draußen Leute gibt, die nicht nachdenken und dann deine Kommunen nieder machen finde ich schade aber vielleicht brauch dieser Personenkreis das um auf die Sprünge geholfen zu bekommen. Ich finde dich und deine Kolumne wunderbar 😁 starke Frauen kann man nie genug bewundern

  • Großartig! Gerade erst auf Deinen Blog gestoßen – aber das sind die Art von Texten, Gefühlen und Gedanken, über die ich lesen und nachdenken möchte.
    So ehrlich und wahr, und dennoch so sanft und zum Reflektieren anregend….

  • Liebe Lina, es ist doch so traurig, dass es solche Leute mit
    mangelnder Sozialkompetenz leider immer mehr gibt. Egal ob Mann oder Frau, aber aus unserer Glückliche-Single-Frauen-Sicht sind es eben die Männer…
    Ich stimme Dir so zu! Ich bin es auch leid die Erzieherin und der Moralapostel zu sein. Es ist einfach. Punkt aus. Es gibt kein ‚Kompliziert‘ in dieser Sache.
    Mach weiter so und bleib so wie du bist bzw durch deine Erfahrungen geworden bist. Denn so bist Du wesentlich toller und besser als jeder einzelner dieser Arschlöcher.
    Fühl dich gedrückt! Auch wenn wir stark sind, ttut das trotzdem gut 😉

  • Lina du bist grossartig. Ganz einfach. Und sowas von liebenswert… ich finde mich wieder in deinen texten. immer wieder aufs neue. manchmal finde ich es fast schon beängstigend, wie ähnlich die Geschichten sind, die wir erleben.
    Wahnsinn.
    Schreib weiter bitte. Und lass dich nicht zur Männerhasserin stempeln, denn das bist du nicht. Ganz und gar nicht! Ganz im Gegenteil. Jeder der das Gegenteil behauptet hat absolut nichts in deinen Texten verstanden.

    Ganz liebe Grüsse

    Petra

  • Wow. Wow. Wow. Großartige Kolumne! Auch wenn mir die durchlebten Emotionen für dich leid tun, so habe ich sie auch schon ähnlich mitgemacht und hey…die Schwierigkeiten, die wir heute meistern, brauchen wir in der Zukunft nicht mehr zu bewältigen. Oder so ähnlich. Den Disclaimer finde ich gut. Auch wenn ich es nie so gesehen habe (aber evtl. haben wir in einigen Blickwinkeln einfach etwas mehr gemeinsam) so ist es eine tolle Einleitung für diejenigen, die ihre Perspektive bisher nicht wechseln wollten oder deren Scheuklappen die Möglichkeit des Blickwinkels verdeckt haben. Ich hätte wirklich Lust mich nun mit dir an den Strand zu setzen und anzustoßen – also schicke ich dir ein virtuelles Klirr und erhebe mein Glas auf dich, eine inspirierende und kluge Autorin!

  • Großartige Kolumne! Du kannst so unfassbar gut schreiben und Gefühle und Emotionen transportieren.
    Ich stimme dir voll und ganz zu – entweder ganz und gar nicht. Natürlich gibt es eine Phase in der irgendwie alles ungewiss und aufregend ist, aber danach gibt es meiner Meinung nach einen Punkt, an dem man sich nicht mehr „einfach so“ aus jeglicher Verantwortung stehlen kann, ohne ein Arschloch zu sein. Das müsste den Leuten doch eigentlich bewusst sein…

  • „…das ist nicht die Höchste form von Buddhismus, sondern Sozialkompetenz.“ Sehr geil! Und einfach mal so simpel auf den Punkt gebracht.

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