„ICH WURDE GESTERN SEXUELL BELÄSTIGT. EINE STUNDE LANG.“

17. Oktober 2017

Ich wurde gestern sexuell belästigt. Von wie vielen Männern weiß ich nicht mehr. Ich tippe auf gut 60, vielleicht auch 80. Bis ich nach 30 Minuten ging.

Ich war in keiner Bar, ich war nicht auf der Straße unterwegs, es war noch nicht einmal nach 22:00 Uhr.
Ich öffnete einen Livestream auf Instagram und wollte mich mit anderen Nutzern unterhalten.
Das hat früher mal viel Spaß gemacht, war ein schönes Tool um Situationen zu teilen oder mit den eigenen Followern zu interagieren, Fragen zu beantworten und sich auszutauschen.

Vor ein paar Monaten schlug die Stimmung um.

Anfangs hielt ich sie für Bots, dann vermutete ich, dass einige der glaubhaft männlichen Nutzer den Instagram-Livechat mit einem Bezahlportal verwechselten. Die antrainierte Sichtweise: "Idioten gibt es nun einmal im Netz, damit musst du leben", setze ein, ich blockierte die vereinzelten, anzüglichen Kommentare und blendete sie aus. Aber irgendwann fluteten sekündlich sexuelle Belästigungen die Livechats auf Instagram, nicht nur bei mir, auch bei allen anderen.

Ich beschwerte mich öffentlich. Und Instagram reagierte sehr schnell. Man erklärte mir ausführlich und geduldig alle Funktionen der App, die dafür entwickelt worden waren, mich vor Belästigungen zu schützen. Über einen Kommentar-Filter gibt man Worte ein, die als Indikator für einen unangemessenen Kommentar gelten. Außerdem unterstützt ein weiterer automatischer Filter, den ich aktivieren kann, diesen Mechanismus zusätzlich. Im ersten Moment war ich euphorisch, hielt die Lösung für sinnvoll und funktional, ich fühlte mich abgeholt. 

Die Ernüchterung folgte beim nächsten Chat. Die Mittel, die Instagram den Nutzern zur Verfügung stellt und ihre Funktion, sind sehr begrenzt.

Der Filter blocked die User nicht.
Er wirft sie nicht aus dem Livestream.
Er verwarnt sie nicht.
Er sperrt sie nicht.
Er sorgt lediglich dafür, dass ich und andere das Geschriebene nicht mehr lesen können.
Scheuklappen für ein Problem.
Was man ausblendet, ist nicht da.
Classic Social Media Happiness.

Außerdem wird schnell klar, dass ich ein 32-teiliges Sprachstudium und viel Fantasie brauche, um all die Begriffe, Emojis oder Teilsätze manuell zu blocken, die mir in dem einstündigen Chat zugeworfen werde. An fuck, titts, nudes, bitch, pussy, rape habe ich gedacht. Nich an rxpe, nicht an b*tch, nicht an pssy. Meine Schuld vermutlich.

Und so ploppen sekündlich die Nachrichten von Männern auf, die in meinen Live-Chat stolpern, die mich entweder vögeln, heiraten, vergewaltigen oder mir nur vorschlagen wollen, dass ich mich ausziehe. Manche werden wütend, wenn ich es nicht tue. Natürlich beleidigen sie mich dann. 60 Minuten lang werde ich belästigt. Pausenlos. Alles was ich tun könnte, wäre den Chat abzubrechen oder die Nutzer manuell aus dem Chat zu verbannen, nachdem sie ihre Eröffnungsbelästigung getippt und gesendet haben.

Wenn ich einen Nutzer blocke und aus dem Stream entferne, sehe zumindest ich nicht mehr, was er mir da schreibt.
Die anderen Nutzer tun es. Minderjährige, Teenager, junge Frauen, lesen 1 Stunde lang mit, wie mich hunderte Typen sexuell belästigen. Der Vollständigkeit halber: dabei ist übrigens egal, ob ich mich im Wollpullover oder im Saunatuch zeigen würde, ob mein letzter Instagram-Post körperbetont oder mein schlichtes Frühstück war. (Ich tippe das dazu, weil ich mir sicher bin, dass einige Leser mit anerzogener Sexualisierung, die Frage nach meiner Garderobe wohl stellen würden. Oder vermuten könnten, dass diese Nutzer von meinen geposteten Bildern angezogen werden, wie Hände vom Minirock.)

Nach den letzten 5 Livechats habe ich gut 540 Nutzer händisch blockiert. Zwei Chats habe ich vorzeitig abgebrochen. Ich habe pro Chat gut 2000 Zuschauer. Damit liege ich weit unter dem Durchschnitt. Viele Influencer oder User, die bis zu 10'000 Zuschauer erreichen können, machen gar keine Livechats mehr, weil sie der Masse an Belästigung nicht mehr Herr werden können.

Spricht man das Problem laut auf externen Seiten wie Twitter oder in der Community an, bekommt man immerhin hilfreiche Tipps:
"Dann mach halt keinen Livechat mehr."
"Das ist bei anderen Bloggen noch schlimmer, kein Grund, dass du dich besonders zum Opfer machen musst."
"Ignorier es doch einfach, können andere auch."
"Oh man, die nächste Frau, die wahrscheinlich neuerdings schon bei einem einfachen Kompliment zur Polizei rennt. Entspann dich mal, die tun dir nichts, die finden dich nur toll."
"Gott, das sind doch nur irgendwelche virtuellen Nachrichten, die stehen nicht in deinem Wohnzimmer, wie empfindlich kann man sein."

Empfindlich genug, dass ein Livechat auf Instagram sich für mich gerade unterträglich anfühlt. Und ich mich nicht weniger hilflos oder angegangen, wie an jenem Tag an der Autobahnraststätte, als ein Typ mich auf meinem Weg zur Toilette mimisch um einen Blowjob bat. Und alle es witzig fanden. 

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27 Comments

  • Isabel ciel 17. Oktober 2017 at 14:01

    Toller Beitrag! Ich finde gut, dass du das Problem ansprichst und ich hoffe das Instagram bald dadrauf reagiert.

    Viele Grüße Isa
    Isabelciel.com

    Reply
  • Sarah 17. Oktober 2017 at 14:28

    Super, dass Du das hier ansprichst. Hoffentlich ziehen viele Blogger/andere auf Instagram nach und Instagram macht endlich was – so schwer kann es ja eigentlich nicht sein. Es ist super Schade, dass einem dadurch Instagram vermiest wird…

    Reply
  • Thomas 17. Oktober 2017 at 14:32

    Ich hoffe irgendwann erkennen die Dienste, dass die aktiven Nutzer ihr wichtigstes Gut sind und gepflegt werden sollten. Klingt komisch, aber in Swingerclubs ist die Atmosphäre immer sehr freundlich. Bei denen ist das schlimmste, was passieren kann, dass sich die Frauen nicht mehr wohlfühlen und wegbleiben. Deshalb wird bei schlechten Benehmen vermutlich rigoros durchgegriffen.

    Allerdings wird es, solange es kostenlose Anmeldungen gibt, vermutlich keine Entwicklung zum Besseren geben, da jede Sanktion ins Leere geht.

    Reply
  • Maren 17. Oktober 2017 at 14:37

    Yes. Jedes einzelne Wort. Genau so. Ich bin es so leid, dass sexuelle Belästigung und Übergriffe so heruntergespielt und bagatellisiert werden. Dass man sie doch ignorieren solle. Nein man. Das Problem ist nicht, dass wir zu empfindlich sind, sondern dass sich andere nicht benehmen können und wollen. Und ich bin nicht mehr bereit das so hinzunehmen. Still über mich ergehen zu lassen. Grmpf. Könnte ich mich stundenlang drüber aufregen. Und danke, dass du deine Reichweite dafür nutzt.

    Reply
  • Käthe 17. Oktober 2017 at 14:40

    Puh. On point. Mir tut es jedes Mal aufs Neue weh, was du da durchmachen musst.

    Reply
  • Nadine 17. Oktober 2017 at 14:44

    Danke für deine Worte, Lina. Es tut mir unglaublich Leid, sowas zu lesen. Jeden Tag. Ich bin mir mittlerweile sicher, dass jede Frau dieses Gefühl kennt und das tut mir – nach #metoo gerade besonders – sehr weh. Auch die Geschichte mit der Autobahnraststätze und dass es keiner ernst genommen hat.
    Ich hoffe, du bist okay!

    Reply
  • Laura 17. Oktober 2017 at 15:13

    Ich kann total nachvollziehen was du meinst, da ich bei den meisten deiner Livestreams als Zuschauer anwesend bin und mich ehrlich frage was bei den Leuten im Kopf abgeht die solche Kommentare schreiben. Auch wenn es Torale Zeitverschwendung ist dies zu erörtern..ich verstehe es nicht & hoffe ehrlich, dass Instagram bald durchgreift, denn ich mag deine Livestreams sehr und würde nur sehr ungern darauf verzichten.

    Liebe Grüße
    Laura

    Reply
  • Iris 17. Oktober 2017 at 15:21

    Es tut mir wirklich leid für dich, dass du diese widerwärtigen Belästigungen über dich ergehen lassen musst, weil Instagram einfach nicht richtig reagiert. Zu sagen, du solltest dann keinen Livestream mehr machen und es ignorieren, kann und darf nicht die Lösung sein. Das sind auch keine Komplimente mehr, bzw. Kleinigkeiten, sondern – wie du schon sagst – das ist sexuelle Belästigung!

    Reply
  • Julia 17. Oktober 2017 at 15:27

    Hi Lina,

    auch ich finde sehr gut, dass du das ansprichst.

    Und wieder einmal fällt mir auf wie selbstverständlich sexuelle Belästigung ist. Egal wo. Auch am Arbeitsplatz. Egal ob männlich oder weiblich. Wo fängt es an und wo hört es auf? Es ist mittlerweile total verschwommen. Ich bin der Meinung es fängt an der Stelle an, an der sich der Gegenüber unwohlt fühlt. Da gibt es kein „Stell dich net so an!“. Sobald ich mich unwohl fühle, ist es ganz klar Belästigung. Sexuell oder nicht, völlig egal.

    Ich bin leider auch der Auffassung, dass ich wohl nicht viel ändern wird in den öffentlichen Plattformen, aber es zu verschweigen hilft noch weniger.

    Liebe Grüße
    Julia

    Reply
  • Nadja 17. Oktober 2017 at 15:31

    Liebe Lina,

    es ist einfach unglaublich was zur Zeit mit der Welt los ist. Ich frage mich woher das kommt. Es kann doch nicht wahr sein, dass man als Frau immer als Sexobjekt wahrgenommen wird und sich andere Menschen dann so unmöglich verhalten dürfen. Schlimm, dass man sich weder on- noch offline bewegen kann, ohne doof angemacht zu werden.

    Und noch schlimmer, man wird als Frau total alleingelassen oder bekommt, wie du schon schreibst, Kommentare, dass man sich nicht so anstellen oder es als eine Art Kompliment nehmen soll. Traurig, dass es wirklich Frauen geben muss, die ihr Selbstwert über sexuelle Belästigung ziehen und es als Kompliment registrieren. Anderes kann ich mir solche Äußerungen nicht erklären.

    Danke, dass du nicht so bist und deine Stimme erhebst! Wir Frauen/Menschen, müssen uns nichts gefallen lassen. Und schon gar keine sexuelle Belästigung.

    Liebe Grüße
    Nadja

    Reply
  • Alexandra 17. Oktober 2017 at 15:48

    Ich versteh einfach nicht, warum es solche Männer überhaupt gibt. Das ist doch einfach so ein Scheiß und macht so viel kaputt, für uns Frauen und für alle „normalen“ Männer auch. Ich kann dich total verstehen und finde es wirklich schade, dass du (und andere auf Instagram) sich mit so was herumärgern und belasten müssen.
    Ganz liebe Grüße,
    Alexandra

    Reply
  • Joety 17. Oktober 2017 at 16:22

    Ein wichtiger Beitrag und für mich der erste, den ich zu diesem konkreten Thema gelesen habe. Bin aber auch nur stinknormale followerin…. Da muss eine andere Lösung her! Gerade der Punkt, dass deine Follower das ja ungefiltert weiterlesen, finde ich sehr bedenklich. Ich selbst neige dazu zu denken, dass die Frauen, die sich ständig von (ja wie schreibt man das jetzt…. Männer aus dem südlichen Raum?? Keine Ahnung) Männern durch irgendwelche Sätze belästigt fühlen, sich stärker abgrenzen könnten und ein „Nein!“ vielleicht besser vertreten könnten und es nicht einfach auf „die Ausländer“ schieben sollten. Ich lebe in der Illusion, dass ein „nein“ Ernst genommen wird und hoffe, da kommen wir hin.

    Reply
  • Tina 17. Oktober 2017 at 16:26

    Liebe Lina,

    Wahre Worte. Leider!

    Ich erlebe ähnliches manchmal morgens auf dem Weg zur Arbeit. Auf einem schmalen Pfad in einem Gewerbegebiet im Dunkeln nur spärlich beleuchtet. Morgens kommen mir dort häufig einzelne oder kleine Truppen Männer mit – wahrscheinlich afrikanischem – Migrationshintergrund entgegen. Es sind häufig ihre Blicke oder die Betonung des „Hi“, dass sie mir entgegen werfen, die dafür sorgen, dass ich mich unwohl fühle. Obwohl dieses Wort eigentlich nichts schlimmes ist. Es ist die Art und Weise. Das hat nicht mit „stell dich nicht so an, der hat doch nur gegrüßt“ zu tun. Das ist kein „nettes“ Grüßen. Einer lief mir auch mal den halben Weg hinterher, weil er sich mit mir unterhalten wollte. Als ich ihm nett zu verstehen hab, dass ich keine Interesse hätte, hielt er mir einen Vortrag, dass ich nur nicht mit ihm reden würde, weil er „schwarz“ sei.
    Ich habe seitdem immer ein bisschen ein ungutes Gefühl, wenn morgens niemand außer mir auf dem Weg unterwegs ist. Weil man leider nie genau einschätzen kann, wie manche Männer auf Ablehnung reagieren.

    Liebe Grüße, Tina

    PS: Es geht hier nicht darum, welche Herkunft die Männer haben – ich weiß, dass mir das auch mit „deutschen“ Männern passieren könnte.

    Reply
  • kirschbluetenschnee 17. Oktober 2017 at 17:06

    Es tut mir leid, dass dir so etwas passiert ist. Mir passiert es tatsächlich noch häufiger in der Realität als im Netz, was ich schon ein starkes Stück finde, denn die vermeintliche Anonymität bringt ja viele dazu, gerne mal alle Manieren über Bord zu werfen.

    Ich frage mich dann immer, was da in der Erziehung falsch gelaufen ist, dass man meint, sich so äußern zu müssen. Dann weiß ich aber auch manchmal nicht, ob ich für solche Kerle noch Verständnis aufbringen sollte.

    Es fängt ja auch schon damit an, dass kein „Nein“ akzeptiert wird, und man, wenn man z.B. mit dem wildfremden creepy Dude vom Bahnhof keinen Kaffee trinken muss, ihm nach seiner Meinung auch noch eine Erklärung dazu schuldet. Oder es wird, wie du sagst, als „Kompliment“ abgetan.

    Ich möchte das einfach nicht mehr, ich bin müde. Ich will mich nicht ständig erklären und ich will nicht, dass andere Frauen es müssen.

    Reply
  • Nina 17. Oktober 2017 at 19:08

    Oh Gott, wie scheisse ist das…. das schlimme ist das da wahrscheinlich viele dabei sind, die im real life eher normalos sind und sich dann im Schutz der Anonymität des Internets zu Schweinen entwickeln… ich hab deshalb aufgehöht bei lifechats inklusive deinem zuzuschalten. Die vielen sexistischen Nachrichten empfinde ich als zu verstörend und deprimierend und das obwohl sie mir nicht mal gelten. aber ich bevorzuge auch so weiterhin gute Artikel auf guten Blogs als die vielen Instagram-Stories von Caro und co. die kaum noch richtig bloggen und wenn, dann nur schlecht geschriebene Werbeartikel abliefern. Mach bitte weiter deinen tolllen Blog, Instagram ist wahrscheinlich sowieso bald wieder auf dem absteigenden Ast. Liebe Grüße!

    Reply
  • Lisa 17. Oktober 2017 at 19:34

    Finde ich absolut berechtigt, dass du dich darüber aufregst. Genau so wenig wie man ständig anzügliche Nachrichten oder Dickpics bekommen möchte aber auch genau so wenig wie man auf der Straße belästigt werden möchte, möchte man eben auch in einem Live-Chat belästigt werden. Und noch schlimmer, dass das alle mitlesen und ertragen müsse.

    Reply
  • Lisa 17. Oktober 2017 at 21:51

    Fast ein schlechtes Gefühl so ein Thema zu ‚herzen‘. Das ❤ geht klar an dich! Gut, dass du das so klar ansprichst, erschreckend wie wenig zurück kommt. Wenn ich solchen Livechats zuhöre, regen mich solche Kommentare schon maßlos auf, und sie sind nicht mal an mich gerichtet… Bleib stark dabei über sowas aufzuklären und drauf hinzuweisen. Gut, dass du sowas nicht überhörst! 😊

    Reply
  • Julia 17. Oktober 2017 at 22:17

    Ich finde die life chats sind wirklich eine gute Möglichkeit der Interaktion und könnten so für beide Seiten absolut bereichernd sein..könnten. Diese sexistischen Kommentare aber auch sämtliche bots nerven einfach tierisch. Die größeren Blogger führen nur noch life selbstgespräche..denen ist das anscheinend recht egal. Aber wenn man wirklich ein Gespräch sucht, kann man so wie es derzeit läuft nur verzweifeln. Ich hoffe echt instagram tut da bald mal was. Ansonsten macht sich die Plattform unattraktiver..

    Reply
  • Nilla 18. Oktober 2017 at 06:21

    Sexuelle Belästigung ist niemals lustig oder harmlos. Danke für diesen Beitrag.

    Reply
  • Sonja 18. Oktober 2017 at 06:56

    Ob in den sozialen Medien oder im alltäglichen Leben: viel zu oft komme ich Situationen, in denen ich mich unwohl und bedrängt von Männern fühle. Oftmals hilflos, verspricht es mir in solchen Situationen völlig die Sprache und oftmals fällt mir erst im Nachhinein ein, was eine starke Reaktion gewesen wäre. Ich bin nicht bereit mich mit der Tatsache abzufinden, dass es oftmals gesellschaftlich akzeptiert ist oder als humoristisch angesehen wird, dass Frauen in irgendeiner Art von Männern bedrängt werden…

    Liebe Grüsse, Sonja
    http://littlewhitepages.ch

    Reply
  • Maxi 18. Oktober 2017 at 10:26

    Danke. Leider wahre Worte.
    Ich finde die Haltung “ Dann mach halt nicht X.“ einfach nur bescheuert. Das löst das Problem nicht. Warum sollten alle anderen auf Live Chats verzichten, nur weil einige Idioten meinen diese systematisch kaputt machen zu müssen. Einfach nur nur nein. Es gibt, finde ich, keinen guten Grund sich einzuschränken und zu beschneiden, nur damit eventuell etwas nicht passiert. Das ist keine Lösung. Wie du schon sagtest, es geht ja nicht um Auslöser, sondern um eine Haltung die Leute anscheinend dazu bringt Belästigungen ohne irgendwelche Probleme, schlechte Gefühle oder Nachdenken/Zögern zu posten/auszusprechen/durchzuführen.
    Ja, eine dicke Haut ist hilfreich, aber auch nicht die Lösung für das Problem, sondern ein Schutzmechanismus (für den man dann wieder angefeindet wird).
    Ich verstehen ehrlich gesagt auch die Firmen nicht. Mal abgesehen von dem moralischen Aspekt, dass wir als Menschen/Gesellschaft echt mal weiterkommen sollten, ist es auch in meinen Augen eine Businessentscheidung. LiveChats und andere Tools sind Möglichkeiten zur Nutzung und damit auch Geld wert. Wenn die nicht mehr genutzt werden, dann heißt das weniger Wert. Mir ist bewusst, dass es natürlich auch Potential für Missbrauch und Zensur bietet, aber so geschieht der Missbrauch in eine andere Richtung. Und die Normalisierung muss echt aufhören.

    Reply
  • Hannahh 18. Oktober 2017 at 12:13

    Ich finde deinen Mut toll das Problem anzusprechen. Es ist wirklich traurig.
    Ich habe das zwar noch nie mitbekommen aber es ist einfach nur schade, wie das ausartet.
    Eigentlich sollte so etwas Spaß machen für deine Zuseher, aber vor allem für dich. Und so tut es das
    ganz bestimmt nicht.

    Hoffentlich macht Instagram und andere Platformen da was.

    Liebe Grüße Hannah

    Reply
  • Marmormaedchen 19. Oktober 2017 at 12:15

    Hallo Lina
    Danke dafür. Es ist schlimm, dass sexuelle Belästigung immer wieder verharmlost wird und Menschen, die sie erleben auch noch die Schuld dafür gegeben wird. Egal, ob online oder offline – sexuelle Belästigung ist nie lustig und nie provoziert. Ich kenne das Gefühl der Hilflosigkeit auch – wie da als ein Mann im Zug ständig meinen Oberschenkel anfasste, obwohl ich immer wieder laut Nein sagte und die Leute im Zug nur blöd lachten. Es war fast schlimmer, dass niemand geholfen hat und es offenbar lustig war als die sexuelle Belästigung an sich. Danke daher für den Post. Ich fühle mich abgeholt und hoffe darauf, dass ein anderes Mädchen den Mut hat, den Leuten im Zug/an der Raststätte/auf sozialen Netzwerken oder um drei Uhr morgens angetrunken und im Mini allen die Stirn zu bieten und für ihr Recht einzustehen.
    LG Jasmin

    Reply
  • Isabelle 21. Oktober 2017 at 11:06

    Richtig guter Beitrag!
    Es tut mir wahnsinnig Leid ,was du dir da geben musst/musstet – das ist einfach unmöglich. Instagram ist in der Lage, Kommentare unter Beitragen teilweise gar nicht erst zuzulassen, weil sie die Community ‚gefährden‘ – warum ist es dann bei solchen Nachrichten in einem Lifestream nicht möglich?
    Und alle von der Sexualisierung geprägten Leute sollten sich definitiv mal Gedanken über ihre Einstellung machen. Ein Ausschnitt oder ein freizügiges Outfit wie ein Minirock sind keine Einladung und keine Rechtfertigung für das Verhalten von Pervs. Da kommt es mir echt hoch und das macht mich so sauer.
    Fühl dich gedrückt!

    Alles Liebe,
    Isabelle von https://gintonictogo.wordpress.com

    Reply
  • Brini 23. Oktober 2017 at 15:05

    Ich finde es genau richtig, dass du das Thema ansprichst. Das ist nun mal einfach eine Art, die überhaupt nicht geht. Beleidigungen sind doch nicht weniger „gewichtig“ nur weil sie in einem Chat statt auf der Straße ausgesprochen werden. Es ist einfach grausam, dass so eine Funktion von Instagram für so ein Verhalten genutzt werden kann und man quasi nichts dagegen tun kann. Als ob es in Ordnung wäre. Aber das ist es ganz sicher nicht!
    LG
    Brini
    http://www.brinisfashionbook.com

    Reply
  • Julia 23. Oktober 2017 at 20:58

    Ich finde es so wichtig, dass immer wieder anzusprechen. Zu sagen: „Das ist NICHT ok. Das MUSS aufhören und es liegt verdammt nochmal NICHT am Outfit, der Sprachweise oder dem Content.“ Ich wurde von einem Vorgesetzten sexuell belästigt, ging zur Polizei und musste mir dort anhören, dass „er doch nur sein Glück versuchen wollte. Sieh es als Kompliment.“ Nur wenn man immer wieder darüber spricht, darauf aufmerksam macht und sich wehrt, werden sowohl die Gesellschaft als auch vielleicht die Täter sensibilisiert.

    Reply
  • Leni 3. November 2017 at 11:08

    ekelhaft und traurig… ich kann das absolut verstehen! leni ♥

    Reply
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