WIE ICH MEINE FOTOS BEARBEITE: LIGHTROOM PRESET

20. Juli 2017

"Wie bearbeitest du eigentlich deine Fotos?"

...ist eine der meistgestellten Fragen in meinen Mails, Nachrichten und vielen Kommentaren. Ich habe mit dem Bloggen ursprünglich angefangen, um meine Fotografien zu teilen, ich arbeitete für viele Jahre als freie Fotografin, habe mein Geld mit Peoplefotografie verdient. Einer der Parts des Jobs, der mir immer am meisten Spaß gemacht hat, war die entstanden Bilder zu looken, ihn durch Anpassungen der Töne, Farben und Lichter die perfekte Stimmung zu geben, sie zu schleifen und ihre Geschichte noch greifbarer zu machen...

#1 EIN GUTES BILD

Du brauchst ein gutes Bild, das zuerst einmal scharf ist. Mit einem Look und der Bildbearbeitung ist zwar einiges zu machen, aber Adobe ist nicht Dumbledore. Wenn du ein Bild in mieser Qualität geschossen hast, wird es durch mehrere Filter nicht besser. 

Ihr fragt mich immer nach meiner Kamera. Ich arbeite momentan noch mit der 70D von Canon (neu: 80d), meistens schieße ich mit dem 50mm 1.4 Objektiv. 

Wer Systemkamera mag, könnte mit der Fuji genau richtig liegen.

Die günstigere Alternative für schöne Urlaubsbilder ist die Olympus Pen E-PL8, mit der ich auch schon einige Traveldiaries geshootet habe. 

#2 MOOD & LOCATION

Posieren ist das Eine – ein Bild aus der Bewegung, Situation und Stimmung zu schießen ist das Andere. Ich lebe für intensive Bilder, für Momentaufnahmen und Geschichten, die ich festhalte. Darum fotografiere ich immer in Bewegung, selten statisch oder durchkoordiniert. 
Soviel passiert zwischen den einzelnen Posen oder Momenten, man muss es nur einfangen. 

Wenn ich geplante Shootings mache, schaue ich mir vorher das Setting und Licht an. Will ich ruhige Sommeraufnahmen? Dann muss ich auf das Abendlicht warten, die goldene Stunde nutzen. Außerdem nach Locations suchen, die nicht zu wild oder unruhig wirken, sondern eine gewisse Ruhe ausstrahlen. Wir sind für diese Bildstrecke zum Beispiel an den Hafen gefahren und haben uns einen Blick aufs Wasser, den Horizont und die Landungsbrücken gesucht .. 

Ich habe auch meisten längst im Kopf, in welchen Tönen ich die Bilder am Ende haben will, stimme danach dann Farben, Outfit und Umgebung ab. Ich habe einen Colourcode im Kopf, den ich abspule und dann intuitiv umsetze. 

Tipps: achtet bei euren Locations immer auf den Boden. Meistens ist der es, der den Look versauen kann, wenn ihr auf einer dreckigen Treppe sitzt oder aus den Fugen Gras wächst.. 


#3 BILDBEARBEITUNG

Es ist schwer in 3 Schritten zu beschreiben, was ich mir über Jahre angeeignet habe, weiterentwickelte und wie ich schließlich meinen Stil fand. Um euch trotzdem eine Antwort zu liefern, mit dem ihr euch den Vibe meiner Fotos holen könnt, habe ich Presets erstellt, die ihr ab jetzt in meinem Onlineshop downloaden könnt. 

Presets sind fertige Filter, also Vorgaben für Lightroom, die ihr einfach ins Programm ladet und dann auf die Bilder legen könnt. 

Eine detaillierte Anleitung, wie ihr die Presets in das Programm ladet, findet ihr hier.

Tipp: vorsichtig an den Reglern, mit den Farben und Konstrasten. Man kann sich schnell verlieren, kreiert aus einem Sonnenuntergang ein glühendes Rot und vergisst dabei, dass es am Ende keine sommerliche Stimmung, sondern eher wie ein Trip auf LSD wirken könnte. Ich gehe manchmal von meinen Bildern für ein paar Stunden weg und schaue später noch einmal drauf, das hilft, um den richtigen Blick für die Stimmung zu behalten.

 

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14 Comments

  • Alina 20. Juli 2017 at 18:54

    Danke für die Infos, finde das Thema super spannend! Vor Allem hast du damit Recht, dass die Basis gute Fotos sind (Quali etc). Da muss ich mich echt noch drin üben, aber bei dir kommen da schonmal richtig gute Ergebnisse bei raus. Mag den Bearbeitungslook sehr.

    Liebe Grüße
    Alina

    Reply
  • stefka 20. Juli 2017 at 20:08

    Die Bilder sind wirklich wunderschön. Ich mag vor allem die Stimmung sehr.

    Finde ich klasse, dass Du in Deinem eigenen Shop das Preset anbietest.

    Reply
  • Anne 20. Juli 2017 at 20:33

    Hallo Lina, der Beitrag kommt wie gerufen, vielen Dank für den Input 🙂 Du hast es bestimmt schonmal hier auf dem Blog geschrieben, aber ich finde es einfach nicht mehr: Kannst du nochmal kurz schreiben, welches Olympus Pen / Fuji – Modell du genau benutzt? Ich bin momentan auf der Suche nach einer neuen Kamera und brauche ein bisschen Orientierung im Onlineshop-Dschungel!

    Ansonsten, wie immer tolle Fotos, der Shootingstress hat sich gelohnt 🙂

    Reply
    • Anne 21. Juli 2017 at 08:52

      Danke ;)!

      Reply
  • MoKoWo 20. Juli 2017 at 21:08

    Interessante Einblicke hinter die Kulissen – Danke dafür!

    VIele Grüße vom MoKoWo Blog aus Berlin

    Reply
  • katie 20. Juli 2017 at 21:38

    Schade, ich dachte, du gehst mehr auf die Bildbearbeitung ein oder Kamera Einstellungen und das deine Sets etwas kosten ist auch nicht so toll. Aber zum Glück findet man davon zuhauf kostenlos auf Pinterest. 😉
    Andererseits versteht mans natürlich, du möchtest auch mit erlerntem wissen Geld verdienen, von nichts tun, kommt nichts. 🙂

    Reply
    • Lina Mallon 20. Juli 2017 at 21:52

      Wieso findest du es nicht gut, dass meine Sets etwas kosten?
      Ich arbeite seit 10 Jahren mit Lightroom und als Fotografin, ich kann damit Know How und auch ein Stilempfinden weitergeben, das ich mir über die Jahre antrainiert habe und das sich stark von irgendwelchen Pinterest-Links unterscheidet. Ich arbeite mit diesen Sets täglich, das ist mein Job, den ich für einen Bruchteil des Preises, den ich an Arbeitsstunden reingesteckt habe, teile.

      Du möchtest von mir quasi for free Kamera-Einstellungen vordiktiert bekommen und kostenlose Filter, um meine Fotografie zu imitieren, die ich mir hingegen erarbeitet habe? Das ist nicht mein Gedanke von Wertschätzung am Handwerk, an der Fotografie und auch schon gar nicht von Kunst oder dem Anspruch daran. Und warum muss überhaupt diskutiert werden, ob man für seine Arbeit etwas verlangen darf?

      Zu den „kostenlosen“ Filtern: ich weiß, man kann sie überall runterladen. Ich habe das früher auch oft gemacht, unzählige Filter probiert und daran geübt. Die Wahrheit ist aber die: die meisten sind nichts als bunte Regenbogenfarben, schnell zusammengeschmissen, funktionierend für vielleicht 2 Aufnahmen, aber keine weiteren, solche die Bilder auch noch qualitativ zerschießen und mit einem ästhetischem Look nichts zu tun haben. Ich habe vor 3 Jahren $120 in ein Bundle Presets von VSCO investiert. Ich habe es keinen Tag bereu und jeden billigen Pinterest-Abklatsch gelöscht. Wenn ich nur 5 Leute erreiche, die mit meinem Bundle ähnlich glücklich sind und arbeiten können, freue ich mich schon.

      Reply
    • marta 20. Juli 2017 at 22:07

      Genau, wie man ein guter Fotograf wird, lernt man mit einem Blogartikel mal eben in 5min, indem man einfach irgendwelche Kameraeinstellungen und Bearbeitungswerte übernimmt. Und wer seine harte Arbeit nicht kostenlos in die Menge wirft, ist sowieso der Antichrist 🙂

      Reply
  • Alena 20. Juli 2017 at 21:56

    Hammer! Da freue ich mich sehr über deine Presets, bewundere immer wieder deine Bildlooks! So gut <3

    Reply
  • Janina 21. Juli 2017 at 07:39

    Vielen lieben Dank für diesen tollen Post und bitte UNBEDINGT mehr davon!!
    Ich habe mir vor 6 Monaten eine Olympus E-PL7 gekauft und wollte schon immer fotografieren.
    Solche Posts sind genau richtig für mich, beantworten viele meiner Fragen und machen noch mehr Lust aufs fotografieren 🙂

    Danke und schönes Wochenende 🙂

    Janina

    Reply
  • puck 21. Juli 2017 at 08:44

    hej lina,
    normalerweise hinterlasse ich nirgends kommentare und bin stiller mitleser, weil zu faul (asche auf mein haupt).
    aber ich wollte dir heut mal sagen, wie wunderbar ich denen blog finde. ich lese schon sehr lange mit und finde dein gesamtwerk von allem, was es auf dem deutschen „blog-markt“ gibt, am ansprechendsten, interessantesten und gehaltvollem. die themen, die du dir aussuchst, treffen meine stimmung und meistens auch genau meine meinung; deine fotos sind einfach immer gut, was ausstrahlung, motiv und bearbeitung angeht (dieser blogpost erklärt jetzt auch, wieso – deine anfänge habe ich nicht mitverfolgt); dein layout ist anders und angenehm; die stimme, in denen du deine texte verfasst – DEINE stimme – spricht mich direkt auf augenhöhe an. ich mag deine blick auf die dinge, ich mag, wie du auch sensible themen durchdacht und nachvollziehbar ansprichst, ich mag es, dass du auch „unpopuläre“ (as in: gegen den strom) meinungen ausdrückst.
    ich hebe deine posts immer bis zum schluss nach all den anderen blogs auf, als sahnehäubchen sozusagen.

    Reply
  • helene 23. Juli 2017 at 18:49

    Vielen lieben Dank, dass du deine Presets teilst! Ich habe direkt schon zugeschlagen und mit den ersten Bildern rumgespielt.
    Ich habe auch schön öfters Presets erstellt, aber dein Bildstil gefällt mir 1000x besser :D.

    Reply
    • Lina Mallon 24. Juli 2017 at 07:33

      Ooooh das freut mich total! Wenn du Hilfe bei irgendwas brauchst, sag mir Bescheid! <3

      Reply
  • Alexandra 27. Juli 2017 at 22:01

    Hallo Lina,

    vielen lieben Dank für den Beitrag. Der kommt gerade wie gerufen 🙏 Ich möchte mir in der nächsten Woche unbedingt eine neue Kamera kaufen. Im Moment arbeite ich nur mit Photoshop, wollte Lightroom aber immer schon mal ausprobieren. Lade mir einfach mal die Testversion runter und experimentiere mit dem kostenlosen Presets. Lieben Dank dafür!
    Hast Du vielleicht einen Tipp für einen Onlinekurs/Youtube Channel/Blog in dem Lightroom gut erklärt wird?

    Sonnige Grüße von Vancouver Island, Alexandra

    Reply
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