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    PERSONAL: SEIT 365 TAGEN…

    Seit einiger Zeit, ich glaube seit vielen Monaten, vielleicht einem Jahr, seit 365 Tagen,

    … habe ich deine Stimme nicht mehr gehört.

    … habe ich dir nicht mehr in die Augen gesehen.

    … habe ich deine Laune nicht mehr abgefangen.

    … habe ich dich nicht mehr über die Menschen schimpfen gehört, die mir am Herzen lagen und dir hätten liegen sollen.

    … habe ich nicht mehr für dich gelogen, obwohl ich es besser wusste.

    … habe ich nicht mehr für dich gekämpft und längst geahnt, dass du es nicht für mich tun würdest.

    … habe ich dich nicht mehr gegen meine Überzeugungen verteidigt, um dich zu beschützen.

    … habe ich keine Angst mehr vor einer einfachen Konfrontation gehabt.

    … habe ich nicht mehr darauf gewartet, dass du mich genau so schätzt, wie ich dich schätzte.

    … habe ich deine Probleme nicht mehr zu meinen gemacht.

    … hab ich mich nicht mehr wie ein Schatten fühlen müssen.

    … habe ich mir meine Persönlichkeit nicht mehr von dir absprechen lassen.

    … habe ich mich nicht mehr von dir enttäuschen lassen.

    … habe ich genau so viel gegeben wie du.

    … habe ich aufgehört es zu versuchen.

    … habe ich zum letzten Mal deinetwegen geweint, während du es nicht einmal bemerkt hättest.

    … habe ich nichts mehr von dir gehört.

    … habe ich mich für meinen Erfolg nicht mehr schuldig gefühlt.

    … habe ich mich nicht mehr kleiner gemacht, damit du dich nicht bedroht fühlen würdest.

    … habe ich meine Freunde nicht mehr heimlich getroffen, um deine Eifersucht zu vermeiden.

    … habe ich nicht mehr ausgehalten, wenn du mich verlacht oder weggestoßen hast, wenn dir danach war.

    Seit 365 Tagen weiß ich, dass du toxisch bist, für die, die dir zu nahe kommen.
    Seit 365 Tagen fühle ich mich wieder frei, unbeschwert – und erleichtert.

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    Comments

    • bei mir ist es in wenigen wochen auch ein jahr. ich wünschte, ich wäre da so weit wie du in der verarbeitung, aber die einfachsten dinge werfen mich wieder sehr zurück. ich hatte das mit dem trauma sehr unterschätzt..

    • Ein sehr persönlicher Einblick, den du uns hier zeigst. Und ich möchte mir auch gar nicht anmaßen darüber zu spekulieren was du mit dieser Person erlebt hast. Aber eine Frage habe ich dennoch: war die Beziehung denn wirklich so einseitig negativ wie du es hier darlegst? Dein Text klingt sehr nach verarbeiten, abhaken und einen Schlussstrich unter eine Phase ziehen. Aber gehört dazu nicht auch noch einmal die positiven Dinge, die Punkte die dich haben an der Person festhalten lassen, zu würdigen?

      • Das ist ja keine Abhandlung einer Beziehung, kein Bericht oder keine Analyse, es ist ein minimaler Ausriss aus meinen Emotionen, die jeder für sich interpretieren kann und die für jeden vielleicht etwas anderes bedeuten ..

        Aber: wenn du dich von einem toxischen Menschen löst, dann bringt es dir wenig dir vorzuhalten, wie schön vieles doch war. Genau dieses Verhalten ist es eher, das uns viel zu lange festhalten und verklärt schönen lässt, was eigentlich nur destruktiv ist.

    • Anfang Juli ist es ein Jahr…. und man fragt sich, wie, wie und wie man das so lange hat mitmachen können… und irgendwann wird die Wunde, die der Stachel mit Widerhaken verursachte, als man ihn rausriss, auch verheilen.

    • Danke für diesen unglaublich tollen Text! Zuerst habe ich an einen Mann gedacht, aber dann ist mir durch den Kopf geschossen, dass einige Freundschaften so enden. Und es erinnert mich, dass ich gute Gründe habe, mich von ein paar Menschen weit weg zu halten.

    • Ein paar dieser Punkte haben mich an eine Freundschaft erinnert, die ich hinter mir gelassen hatte. Wir kannten uns schon seit der 5. Klasse und haben uns in verschiedene Richtungen entwickelt und während ich eher ein optimistischer Mensch geworden bin, ist sie in die gegenteilige Richtung gegangen. Dabei wurde es für mich zunehmend schwerer die Freundschaft aufrecht zu erhalten, sie war ein richtiger „Energie- und Gute-Laune-Vampir“, mit dem Fokus immer nur auf sich selbst. Aber das war dann an richtiger Befreiungsschlag. Manchmal muss man sich einfach von Menschen trennen, die schlecht für das eigene Seelenwohl sind, aber das muss man erst einmal lernen.
      Liebe Grüße,

      Maria

    • Verrückt, auch bei mir war vor knapp 2 Monaten der Moment an dem ich dachte „krass – schon ein Jahr her“. Und deine Worte treffen unsere damalige Beziehung wirklich eins zu eins, ich finde mich in jedem Satz wieder. Ich habe dann vor ein paar Wochen jemanden kennengelernt, mit dem ich mich zum ersten Mal seit langem wieder gut fühle und mich einfach wieder etwas traue. Denke seitdem ganz oft an die letzte Szene aus „500 days of summer“ in der der Reiter wieder auf (1) springt. Und obwohl ich das Gefühl hatte, ewig leiden zu müssen, ist er glaube ich endlich umgesprungen. 🙂

    • Jemanden loslassen zu können, fühlt sich wunderbar befreiend an. Zu akzeptieren, dass sich all deine Hoffnungen nicht lohnen werden, fällt schwer.

      Egal wie oft du schon über einen Menschen hinweg gekommen bist – jedes Mal stehst du wieder an dem gleichen Punkt, an dem du bereits weißt, dass es keinen Sinn macht deine Gedanken, deinen Körper und deine Gefühle an jemanden zu verschenken, der dich als Person nicht so wertschätzen kann, wie du es verdienst.

      Er macht mich wahnsinnig. Er ist meine Liebe. Aber er sieht mich einfach nicht.

      Auf das ich in einem Jahr genau das gleiche schreiben kann, was du hier geschrieben hast. Danke für diesen tollen Blogpost, Lina!

    • Das ist großartig. Wie du es einfach aussprichst, was ich mit meiner besten Freundin seit mindestens 5 x 365 Tagen durchmache. <3

    • So viel Stärke wünsche ich mir auch noch. Besonders im Hinblick auf eine Person, von der zu „trennen“ ich mich noch nicht habe aufraffen können. Danke, deine Zeilen liefern auf jeden Fall Stoff zum nachdenken. Ich sollte es unbefugt angehen! Alles Gute – C.

    • Dein Text hat mich zum Weinen gebracht.. er gibt so sehr meine momentane Lebenssituation wieder, von der ich einfach noch nicht weiß, wie sie weitergehen soll. Mit oder ohne den Menschen. Dafür aber auch ohne die ganzen negativen Gefühle, die mir dieser Mensch all zu gerne gibt! .. Danke für deinen Text jedenfalls liebe Lina, er hat mich sehr zum Nachdenken angeregt <3

      liebe Grüße! Josephine
      http://Littlediscoverygirl.de

    • „Loslassen ist wie fallen lassen.. Erst fürchten man sich davor, dann wünscht man sich, man hätte es schon viel früher getan.“
      In diesem Sinne – Ich wünsche Dir alles Gute liebe Lina ♥
      Mach weiter so. Du bist eine starke, selbstbewusste und wunderschöne Frau.
      Danke, dass Du so viel mit uns teilst und wir uns so oft in deinen Worten wiederfinden.

    • Yeah, yeah, yeah! Schlafkräftige Argumente.. kann mich da richtig reinfühlen. Ich weiss ja nicht ganz genau, wie und was da genau war, aber vielleicht ist er gar nicht zu toxisch? Vielleicht ist er der, der eine riesen Lesson mitbrachte, Dir die Welt von genauer dieser Perspektive beleuchtet hat..
      Xx finja | http://www.effcaa.com

    • Mir gefällt dieser Text extrem gut. Er gibt einen tollen Einblick in deine Emotionen und lässt trotzdem Raum, das ganze auf eigene Situationen zu übertragen. Ich habe mich vor Allem von „giftigen Freundschaften“ getrennt und es geht mir damit besser als je zuvor. Oft wird einem erst hinterher bewusst, wie sehr man aufgrund bestimmter Menschen gelitten hat.

      Liebe Grüße,
      Alina von http://www.selfboost.de

    • Ich liebe diese Entwicklung die du seit einiger Zeit machst, vielleicht kommt es mir aber auch nur so vor, doch irgendwie wirkt alles immer intensiver, tiefgründiger und echter! <3

    • Neulich hörte ich: „Du verlierst dich selbst, wenn du versuchst, an jemanden festzuhalten, dem es egal ist, dich zu verlieren.“ Ein guter Text. Danke.

    • Kann auch sein, dass es eher um eine zerbrochene Freundschaft geht …. vielleicht die, die nie hinterfragt werden durfte!
      Auf jeden Fall, richtig toller Text

    • Danke! Du bist nicht allein mit so einer Erfahrung…danke für deine Offenheit und es ist schön zu sehen, dass es dir wieder gut geht. Das macht mir Hoffnung.

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