#TWENTYSOMETHING COLUMN: NUR WENN ICH ES WILL PART 4 – „WIE VIELE MÄNNER, SIND ZU VIELE MÄNNER?“

8. Januar 2017

„Mit wie vielen Männern hast du eigentlich schon geschlafen?“, fragt er mich über seinen Drink hinweg. „Bitte?“, antworte ich überrascht und stelle meinen Whisky wieder auf den Tisch. Breites Grinsen im Halbdunkeln. „Sag schon..“
Jeder andere hätte für diese unverfrorene Frage wahrscheinlich die halbe Targaryen in mir kennen gelernt, aber aus irgendeinem Grund tritt er mir gerade nicht auf die Füße, sondern nur nah genug, um meine Antwort herauszufordern. „Vielleicht zähle ich ja nicht..“ „Ich weiß genau, dass du ne Liste hast..“ Ich lasse mir mit meiner Antwort eine ganze Weile Zeit. „Okay. Hab ich vielleicht.“ „Und? Was sagt die?“ „Dass ich in den letzten Monaten ne ziemlich gute Zeit hatte.“, antworte ich unverfänglich und grinse ihn an. „Spaß im Sinne von .. 5?“ Er schaut weiterhin zu mir, grinst, erhört dann auf „…10? ..15?“
„Ich glaube irgendwo dazwischen.“ „Zwischen 10 und 15?“ „Kann sein..“    
Ich nehme einen nächsten Schluck und warte auf seine Reaktion. „Ich hab irgendwie mit mehr gerechnet..“ „Was meinst du?“ „Mit mehr Männern. Es klingt manchmal so …durch die Kolumnen vielleicht auch.“

Szenenwechsel.

„Komm schon Lina, du bist der einzige Single am Tisch. Du musst uns mit ein paar Datingstories unterhalten, damit wir durch dich hier mal wieder ein bisschen auf den neusten Stand kommen“, sagt sie augenzwinkernd und schenkt Wein ein.
Wir sitzen zu 4 in ihrem Wohnzimmer, die beiden anderen Mädels kenne ich eher lose, wir haben zwar schon ein paar Abende miteinander verbracht, aber über mehr als eine gute Bekanntschaft kamen wir nie hinaus.
„Ich hab nicht mal eine“, antworte ich schulterzuckend. „Im Moment herrscht Ruhe und Stille an der Front und bei den Jungs.“ „Wieso das?“ „Ich weiß nicht, irgendwie….passt da gerade nichts.“ Wir stoßen an und noch bevor ich meinen Wein heruntergeschluckt hätte höre ich Mona sagen: „Vielleicht ja auch mal besser so oder? Man muss es ja nicht übertreiben ..“ Ich sehe sie ein bisschen verwirrt an „Gerade übertrieben habe ich es ja nun nicht..“ „Na du bist schon gut rumgekommen über das Jahr, hat man das Gefühl.“

Ihr Satz klingt nach. Zum einen, weil ich nach Worten suche und auch, weil die anderen beiden unbequem schweigen und mir unsichere Blicke zuwerfen.
„Rum .. gekommen?“, frage ich bemüht neutral nach, kann den Ärger und die Verwunderung in meiner Stimme aber nur schwer verbergen.
„Ja, bei den Männern Du machst ja keinen Hehl darum, dass du das mit dem Sex ziemlich locker nimmst. Liest man ja. Aber das kann halt auch schnell umschwenken und  – gerade als Frau –  einfach nur leicht zu haben oder eben billig wirken.“ „Gerade als Frau?“ Ok, spätestens jetzt war ich gereizt. „Lina..“, versuchte meine beste Freundin zu schlichten, wurde aber von mir abgehalten: „Nein, lass sie das doch ruhig mal erklären. Wie genau kommst du auf die Idee, dass ich an der Schwelle stehen könnte für Männer eine Art billige Option zu sein? Das willst du damit doch sagen oder?“
„Ich will dich gar nicht angreifen Lina. Ich finde einfach nur, dass man als Frau nicht mit jedem Mann ins Bett gehen muss. Und wenn man deine Kolumnen liest, in denen ständig neue Männer auftauchen, kann man ja schon das Gefühl bekommen, dass du ..“ „Dass ich was?“ „Vielleicht mit zu viele Männern schläfst.“

Das saß. Und bleib erst einmal unbeantwortet. Ich zwang mich zur inneren Ruhe, trank noch mehr Wein und stand wortlos auf, um mich für unbestimmte Zeit in die Küche zu verabschieden. Bereits auf dem Weg dorthin sagte ich mir mein Mantra für solche Situationen vor: „Wer nur deine Kolumnen liest, sie dann auch nur oberflächlich konsumiert und für eine chronologische Aneinanderreihung von Erlebnissen hält, der macht sich eben aus seiner eigenen Perspektive ein eigenes Bild.“ Und ich wusste auch genau, dass dieses Bild am Ende meistens mehr über die Person aussagte, die es zeichnete, als über mich selbst.

Ich wusste, dass ich mich derlei Urteilen aussetze, wenn ich eine Datingkolumne schrieb. Dass so ein krasser Einblick in mein Privatleben natürlich auch Nachteile mit sich brachte. Und dennoch machte mich Monas Aussage unheimlich wütend. Vor allem war es der Punkt, dass es immer wieder Frauen sind, die andere Frauen ranken, bewerten oder abstempeln möchten, der mir die Finger zur Faust ballte. Am meisten ärgerte mich aber, dass ich ihren Spruch nicht einfach so abschütteln konnte. Denn hier stand ich in der dunklen Küche und ließ zu, dass ihre Worte sich in meinen Gedanken festsetzen und sich mit den Klischees und Seitenhieben verbrüderten, die ich schon oft in anonymen Kommentaren oder alltäglichen Gesprächen aufgeschnappt hatte. Solche, die zig Frauenmagazine noch immer als „Tipp“ oder wohlgesinnten Ratschlag verbreiteten. Dass eine Frau eben „aufpassen muss, wie sie durch ihr Handeln wirkt.“ oder „dass kein Mann eine Frau will, von der er weiß, dass er sie einfach so haben kann.“, dass „es Frauen gibt, mit denen Männer schlafen und Frauen, die Männer lieben.“
Und ganz plötzlich stellte ich mir die Frage, die jeder Frau schon einmal in den Kopf kam: Wie viele Männer waren eigentlich zu viele Männer?

WIE VIELE MÄNNER SIND ZU VIELE MÄNNER?

Rein rechnerisch, ganz statistisch und theoretisch, dabei übrigens nicht einmal sonderlich lebensnah betrachtet(!): wenn man eine junge Frau in ihren Zwanzigern ist, Single, nicht wirklich auf verkrampfter Suche nach einer Bindung und dennoch offen für Dates, Männer und das „was sich eben ergibt“, ganz egal ob es ein Flirt oder ein Fling wird, ist es weder schwer noch besonders aufwendig durchschnittlich 2-3 Männer im Monat kennen zu lernen. So weit geht ihr mit? Gut, dann rechnen wir einfach mal weiter.

Datet man nur die Hälfte von ihnen mehr als für einen einmaligen Kaffee und landet dann mit vielleicht gerade mal 56% dieser bereits verkleinerten Gruppe nach 3 oder 4 Dates (wobei das schon durchaus zurückhaltend gerechnet ist) knutschend auf einer Rückbank oder eben im Bett, kommen im Jahr durchschnittlich 9 Männer auf die Liste. In 4 Jahren ohne feste Bindung (gut 40% der deutschen Singles sind 3 Jahre allein, 22% bringen es auf 4 Jahre) käme ein durchschnittlicher Single damit auf einen Wert von 36 Männern. Und das gilt auch für all diejenigen, die niemals einen OneNightStand haben würden.
Klingt absurd? Okay. Lassen wir das kurz sacken.  Und lasst mich kurz einwerfen, dass ich dieses rechnerische Mittel übrigens nicht erfüllen kann.

Der Grund für diese theoretische, weltfremde Mathematik?
Vielleicht um eine gewisse Relation zu schaffen, Augen zu öffnen.
Dafür, dass „zu viel“ kein errechneter Wert sein sollte, dass man „zu viel“, nicht an 4 kurzen Affären in einem langen Sommer erkennt, dafür, dass „zu viel“ nicht einmal ein Label ist, das man irgendjemandem aufdrücken sollte, weder denen, deren Leben man nah teilt und schon gar nicht denen, deren Leben man nur ab und zu von außen betrachtet. „Zu viel“ ist nicht einmal eine Bewertung. Zu wenig – verteilen wir ja auch nicht.

Zu viel – das kann maximal ein Gefühl sein, dass in uns selbst irgendwann auftaucht, aus vollkommen unterschiedlichen und individuellen Gründen. Ein Freund von mir stellte für sich selbst fest, dass er zu viele Optionen gleichzeitig bedient und somit gar nicht die Ruhe findet, sich auf eventuelle Gefühle zu besinnen, sie wachsen zu lassen oder ihnen Raum zu geben.
Eine Freundin erlegte sich einen Dating-Stop auf, weil sie nicht einmal mehr Spaß am Ausgehen oder am Kennenlernen neuer Männer hatte, weil sie niemand wirklich interessierte und sie meistens nur noch genervter nach einem Date nach Hause kam.
Und wie das bei mir ist? Ich folge meinem Gefühl. Ich bin herzgesteuert. Ich zwinge mir nie Spaß auf und ich nehme ihn mir nicht weg, nur um in ein Schema zu passen. Sicher, manche Menschen planen die Liebe, sorgen dafür, dass sie funktioniert, spielen mit und vor und werden damit alt. Aber ich glaube, das passt nicht nur mir. Ich suche nämlich nicht. Ich lerne kennen, ich habe Spaß .. und manchmal verliebe ich mich dann. Ich spiele mit niemanden, schon gar nicht mit Herzen und auch nicht mehr mit denen, die vorhaben es mit meinem zu tun. Aber ich bin offen für all das, was vielleicht sein kann. Und zwar immer wieder. Denn was wäre die Alternative? Die Hände in den Schoß legen und darüber verzagen, dass es wieder nicht geklappt hat? Nach 3 Männern pro Jahr Schluss machen und mir Gefühle verbieten, nur um keinen falschen Eindruck zu erwecken? Mir selbst oder anderen etwas vormachen, nur um besser zu passen? Nein. Ich hör nicht auf mit den Flirts, den Flings, manchmal der Unvernunft, dem Spaß und vor allem nicht mit der Euphorie über die Aussicht darauf, sich vielleicht sogar wieder zu verlieben ..

 


Dieser Beitrag ist der LETZTE meiner 4-teiligen Reihe von Kolumnen, die im Rahmen der #Nurwennicheswill Kampagne und in freundlicher Unterstützung mit Cohn&Wolfe entstanden sind, die sich mit sexueller und körperlicher Entscheidungsfreiheit junger Frauen beschäftigt, dazu ermutigen und vor allem aufklären will. Eine starke Frau zu sein – oder zu einer zu werden – hat viele Facetten und nicht wenige Momente, in denen wir uns klar entscheiden und mutig positionieren müssen. Ich erzähle in dieser Reihe von verschiedenen Situationen, in denen ich mich sowohl falsch, als auch für mich richtig entschieden, an mir gezweifelt oder meine Perspektiven gewechselt habe, davon, wo ich einmal stand und wo ich mich heute als Frau sehe. 

 

BILDER: LENA SCHERER

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35 Comments

  • Anonym 8. Januar 2017 at 12:36

    Hey Lina, ich finde nicht, das zu viele Männer zu viel sind. Wieso nicht einfach seinen Spaß haben? Ich glaube, dass diese Bekannte einfach nur frustriert und nichts mit sich anfangen weiß. Ich habe sogar in den letzten Wochen gezielt über diverse Dating-Apps nach Sex gesucht. Nicht weil ich nicht gerne einen Partner hätte, nein, weil ich Lust hatte und ich selber bestimmen kann wann und mit wem ich es möchte. Klar waren da auch Mega fails dabei, zu schade, dass es mir aber auch zeigt wie einfach Männer doch ticken und ne große Klappe und nichts dahinter haben. Und die Reaktionen einiger Frauen sind verschieden – einige bewundern meine Stärke und den Mut, andere wiederum belächeln mich und finden es vielleicht traurig. Whatever, wenigstens haben wir dann was zu erzählen und sitzen zu Hause nicht tatenlos rum und bemitleiden uns. Viele Grüsse

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    • Lina Mallon 8. Januar 2017 at 12:41

      Was ich ganz wichtig finde: auch wenn eine Frau sagt, Das sind mir zu viele Männer, das lehne ich ab! Ich möchte nur mit jemandem schlafen, mit dem ich in einer festen Beziehung bin“, ist das okay und nicht etwa traurig. Ich mag es überhaupt nicht, wenn man andere abwertet und ihnen Perspektive oder ein Recht auf Gefühl und Meinung abspricht, nur weil sie sich gegenteilig äußern. Wichtig ist dennoch das WIE. Das hat meine Bekannte definitiv versaut, einfach weil da ne Menge Wertung und sehr viel herablassendes Urteil drin war. Ich finde es super schade, wenn man sich so verbeißt, dass man nur Schwarz und Weiß sieht, nur zwischen „emotionaler Beziehung“ und „gedankenlosem Sex“ unterscheidet. Es gibt hunderte Facetten. Ich zum Beispiel, befinde mich meistens dazwischen.

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      • A Guy Called Classic 8. Januar 2017 at 13:55

        Es könnte so einfach sein: Jeder entscheidet nach seinem persönlichen Gefühl, wie er es damit gern halten möchte und behandelt davon abweichende Entscheidungen mit Respekt. Leider höre ich aus der Damenwelt häufiger solche Schilderungen. Übrigens altersunabhängig. Das scheint ein Dauerbrennerthema zu sein.

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        • Lina Mallon 8. Januar 2017 at 13:57

          Das ist kein Genderthema, es findet ehrlich gesagt zwischenmenschlich auf vielen Ebenen statt und schließt weder die Männer, noch die Frauen aus.

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          • A Guy Called Classic 8. Januar 2017 at 15:07

            Als Angehöriger dieser Spezies kann ich sagen, dass unter Männern definitiv nicht auf die im (übrigens sehr gut geschriebenen) Artikel geschilderte Art und Weise diskutiert wird. Das scheint exklusiv unter Frauen in dieser Form stattzufinden. Dafür gibt es natürlich auch Gründe. Das ist aber ein sehr komplexes Thema und sprengt definitiv den hiesigen Rahmen.

          • Lina Mallon 8. Januar 2017 at 15:12

            Ich glaube nicht, dass du jeden Mann kennst, sondern maximal die aus deiner eigenen Filterbubble. Und die ist oftmals limitierter, als man denken würde. Das Thema wird nicht exklusiv unter Frauen diskutiert. Oder vielleicht formuliere ich so: Wie viele Frauen ein Mann hat, wie viele zu viele oder zu wenige sind, wird unter Männern sicher deutlich weniger diskutiert. Mit wie vielen Männern hingegen Frauen schlafen, schlafen sollten oder können ist bei beiden Geschlechtern immer wieder ein Thema.

  • Anonymous 8. Januar 2017 at 12:41

    Danke Lina!
    Das ist eine wirklich schöne Kolumne, die einigen Frauen tatsächlich mal die Augen öffnen könnte, bevor sie urteilen und Seitenhiebe verteilen!

    Liebe Grüße

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  • Sanne 8. Januar 2017 at 12:48

    Mein Gott, mich macht es so wütend solche Aussagen von doch eigentlich erwachsenen und -zumindest sollte man das erwarten – aufgeklärten Frauen zu lesen. Life is hard enough. Besonders als Single und auf dem Datingmarkt. Ich finde, du und alle anderen Mädels, die so leben machen alles richtig. Man muss sich ausprobieren und schauen was passt – auch in sexueller Hinsicht. Außerdem sollte jeder für sich selbst wissen, wie viele Männer für einen gut sind oder eben nicht. Ich bin schon sehr lange in einer festen Beziehung – hatte das Glück meinen Mann sehr früh kennenzulernen. Trotzdem bewundere ich meine Singlefreundinnen für ihre Selbstbestimmung. Zuviel gibt es da nicht und so einen Brocken an einem netten Abend loszulassen, ist definitiv nicht die feine englische Art..

    Reply
  • Jens 8. Januar 2017 at 12:51

    Hi Lina!

    Ich melde mich ja hier eher selten (vielleicht sogar zum ersten Mal?) zu Wort und lese auch nur das, was ich gerade spannend finde. Es ist immer wieder überraschend wie Rückständig einige Menschen denken, wobei man ihnen das „Dank“ Medien und co nicht ganz so negativ anrechnen darf. Manche wissen es halt nicht besser und sollten ruhiger aufgeklärt werden.

    Allerdings: Die Frage, wann man(n)/frau zu viele hatte, ergibt sich mir nicht. Es gibt kein „zuviel“ im Ganzen, höchsten eine Grenze die jeder für sich selber zieht. Also ganz wie in deinem letzten Absatz: Jeder so wie er mag.

    „Einfach zu haben“ finde ich übrigens immer noch äußerst scheisse. Eine Frau ist „zu haben“ und ein Kerl „legt sie flach“? Rückständig und oft sogar Weltfremd. Wie oft erlebt man ein „Sie lässt ihn mal ran“ und „Er darf mal wieder“. Solange du nicht ständig ungeschützten Sex hast und dich Menschen halbnackt an den Hals wirfst, sodass sich alle um dich herum unwohl fühlen, machst du meines Erachtens nichts schlechtes. Leb halt! Du hast nur dieses Eine =)

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  • Anonymous 8. Januar 2017 at 12:58

    Ich bin tatsächlich eine derjenigen Frauen, die -vollkommen selbstgewählt – bis dato keinen Sex außerhalb einer Beziehung hatte und auch dafür muss ich sehr, sehr viele Häme einstecken: umso mehr, da ich nun schon auch einige Jahre Single bin. Ich finde es daher, wie du es auch schon so schön aufzeigst, Lina, unnötig, Frauen mit gleich welchem Sexualleben über ihre Entscheidungen zu belehren. Ich denke, man muss sich selbst wohl fühlen und darauf kommt es an.

    Reply
  • Denise 8. Januar 2017 at 12:58

    Danke!!!!
    Ich hatte vor kurzem eine ähnliche Diskussion mit meinem besten Freund und habe ähnliches Rechenbeispiel aufgeführt wie du. Ich war drei Jahre lang Single, selbst wenn man nur alle 4 Monate einmal Sex hat klingt das schon nach einer Nummer, die aufs erste Hören erstmal „schlampig“ (Nein!) klingt. Richtig überzeugen konnte ich ihn von meiner Position trotzdem nicht, es macht mich auch immer noch wütend, dass dieser clevere Herr es uncool findet wenn eine Frau 5+ Sexpartner hatte. Also einen geilen Blowjob hinlegen können sollte man schon, aber bloß nicht mit zu vielen geübt haben, oder wie? Wie verquer ist das? Und leider musste ich ähnliche Diskussionen auch schon mit einigen Mädels führen, was eigentlich fast noch schlimmer ist. Oder die Freundinnen, die glauben sich rechtfertigen zu müssen, weil sie nach hundert Jahren ohne Sex plötzlich anfangen zu tindern. Im Ernst: your body, your choice! Im Endeffekt ist doch jede Zahl von 0 bis unendlich völlig egal solange alles einvernehmlich und safe gelaufen ist und betreffende Person damit im Reinen ist. Darüber hat niemand zu urteilen, goddammit.

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  • Laura 8. Januar 2017 at 13:08

    Hey Lina,

    ich muss Dir zustimmen. Ein zu viel gibt es nicht. Ich werde diesen Monat 27 Jahre alt und bin seit 1 1/2 Jahren Mutter und ich bin so froh, dass ich mich in dem Sinne nie unter Druck gesetzt gefühlt habe. Könnte das jetzt einer zu viel sein? Wir leben nur einmal und irgendwann kommt der Punkt an dem man „zurück“ blickt und sich sagt: „Ja, ich bereue nichts. Zum Glück habe ich nie auf andere gehört und werde nie das Gefühl haben etwas verpasst zu haben.“

    Weil genau das habe ich nicht, obwohl ich Verhältnismäßig jung geheiratet habe und Mutter geworden bin (beides mit 25). Meine Zahl ist auch nicht gerade „niedrig“ aber who cares? Meinen Mann und mich schon gar nicht und das ist doch das Wichtigste!

    Liebe Grüße

    Reply
  • Kristin 8. Januar 2017 at 13:22

    Liebe Lina,

    du bist eine tolle Frau. Das sich diese Frage heute ernsthaft noch stellt…. ich bitte dich. Wurde das nicht bei Sex and the City vor 15 Jahren schon abgegrast? Ich bin eine Frau, ich habe Sex. Mit verschiedenen Männern. Mit vielen Männern. Und weiter? Und wenn zwischendurch der Punkt kommt, an dem ich mir sage, ich will nicht noch mehr Oberflächlichkeit sondern Tiefe ist das auch ok. Mich stört ehrlich gesagt, dass es überhaupt ein Thema ist.

    Liebe Grüße
    Kristin

    Reply
    • Lina Mallon 8. Januar 2017 at 13:24

      Und trotzdem ist es eins … und zwar, das ist der Teil, der mich unheimlich frustriert, noch auf genau dem selben stand von vor 15 Jahren. Als ich mit der Kolumne 2015 begann, habe ich das nicht erwartet – und seit dem doch immer wieder sehr direkt erfahren. Nicht nur in diesem Punkt ..

      Reply
  • Sabrina 8. Januar 2017 at 13:23

    Lina, ich bin immer wieder ganz gefesselt von deinen Texten. Du sprichst mir so sehr aus dem Herzen! Ich war selbst schon in genau dieser Situation, wie du in der Küche und ich war so wütend auf mich selbst, dass ich es überhaupt zugelassen und an mich heran gelassen habe. Auch an dem Punkt selbst zu entscheiden dass es jetzt reicht war ich bereits. Vielleicht sogar schon mehrmals, aber dann kommt doch wieder jemand der dein hungriges Herz berührt und man verliert sich darin. Wenn auch nur für kurze Zeit. Es gibt nicht „zu viele“ es gibt nur „glücklich sein“! Und ich bereue nie einen Moment in dem ich glücklich war! Wir machen Fehler und das müssen wir auch!
    Danke für deinen Blog! Ich freue mich schon auf das nächste Mal!

    Reply
  • Lea 8. Januar 2017 at 13:28

    Vielen Dank für diesen super treffenden Artikel Lina!
    Vor einigen Monaten meinte eine Freundin beiläufig zu mir, dass ich ja schon eine Schlampe bin. Im ersten Moment war ich tatsächlich erstmal sprachlos, aber habe ihr dann auch spontan vorgerechnet, dass ich seit 3 Jahren Single bin, seitdem mit 9 Leuten im Bett war und damit im Schnitt auf einen neuen Mann alle 4 Monate komme. Ehrlich gesagt war ich aber kurz darauf schon ein bisschen sauer auf mich, weil ich angefangen habe mich zu rechtfertigen, weil wen außer mich alleine geht es etwas an mit wem ich wann wie oft Sex habe? Warum maßt sich jemand an, über mein Sexleben zu urteilen? Ich ganz alleine entscheide, was mich glücklich macht und wenn das bedeutet, dass ich jede Woche einen Onenightstand habe: okay! Aber auch, wenn das bedeutet, dass ich lieber warte, bis ich mich unglaublich verliebt habe ist das in Ordnung und sollte es auch für jeden sein.
    Ich bin froh, dass du solche Themen auf deinem Blog immer wieder ansprichst, denn leider sind es nach wie vor doch oft wir Frauen selber, die sich gegenseitig klein machen. Danke dafür!
    Einen schönen Restsonntag dir!

    Reply
  • caroline 8. Januar 2017 at 13:57

    Ich finde den post total gut. Es muss einem selbst überlassen bleiben was er mit seinem Körper tut und über zu viel tatoos wird ja zb auch nicht geschimpft. Ich mag deine Einstellung! Du selbst musst mit dir zurecht kommen. Unter den zu viel Männern kann ja auch mal ne Niete stecken, die werden eh nicht mitgezählt. Hihi
    Vielleicht sollte die Gesellschaft ja mal seine Rollenbilde überdenken. Denn was ist schon normal und gut? Das ist für jeden individuell anders

    Reply
    • Chang 10. Januar 2017 at 12:22

      „Unter den zu viel Männern kann ja auch mal ne Niete stecken, die werden eh nicht mitgezählt. Hihi“ Für den Kommentar feiere ich dich ja sehr! 😀 Coole Einstellung!

      Reply
  • Michelle 8. Januar 2017 at 14:43

    Du bist ein paar Jahre älter als ich und trotzdem scheint diese Frage so ziemlich jeden Mann in jeder Altersgruppe zu bewegen, denn ich habe auch noch kein Date -egal welcher Art- „herum gebracht“, ohne das mein Gegenüber das wissen wollte. Es ist eine Zahl, sage ich dann immer. Keine Aussage darüber, was ich für ein Mensch bin. Da zeigt sich dann halt gerne, dass Toleranz oft nur das einschließt, was ein anderer für moralisch absolut richtig hält und nichts Anderes. Ich antworte manchmal, je nachdem wie sympathisch er mir ist, immer ehrlich, wenn ich es tue. Einer meinte, er habe seit September 3 Dates gehabt und als ich meinte, bei mir waren es mehr, kam nur: „Aber hoffentlich doch nicht zweistellig, oder?“ Und selbst wenn, denke ich dann. Es ist mein Körper, ich weiß wie Verhütung geht und ich sage, was ich will und was ich nicht will. Bei mir persönlich hat noch nicht jedes Date damit geendet, dass ich Sex hatte. Das ist aber dann ein persönliches Gefühl meiner Seite (und auch die Mitentscheidung meines Dates).
    Und wenn eine Frau, aus freien Stücken und safe, jede Woche 3 neue Männer daten möchte ^^ Ich frage mich oft, für wen wir uns halten, darüber urteilen zu dürfen.
    Ein guter, wichtiger Post! 🙂

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  • Annika 8. Januar 2017 at 14:49

    wahre Worte, du inspirierst sicher nicht nur mich mit deinen Kolumnen!

    Reply
  • Maria M 8. Januar 2017 at 16:26

    Hallo Lina,
    dieses Thema hat mich auch schon so manches mal bewegt. Ich habe das Glück, dass meine engen Freunde in der Hinsicht sehr tolerant sind und sich auch selbst das Recht rausnehmen, das so zu handhaben, wie sie möchten. Aber trotzdem kenne ich die Situationen gut genug, in denen eine Frau über eine andere aufgrund der Anzahl ihrer Männer urteilt. Ich verstehe bis heute nicht, warum manche das Bedürfnis haben sich darüber aufzuwerten und andere abzuwerten und manchmal habe ich wirklich das Gefühl, unsere Gesellschaft wird nicht immer offener, sondern geht wieder einen Schritt zurück.
    Warum auch für sexuelle Freiheit kämpfen, wenn man theoretisch alles darf, man grenzt sich doch besser von der Masse ab, wenn man wieder konservativer denkt. So habe ich jedenfalls das Gefühl, ist die Denkweise bei manchen.
    Weiterhin habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass man so manche Frau, die gerne als Erste „Zuviel!“ ruft, lieber nicht nach ihrer eigenen Zahl fragen sollte. Nicht alle von denen hatten nämlich eine geringere Zahl, manchen diese aber nur nicht öffentlich. Aber andere werden dann ganz gerne unreflektiert verurteilt.
    Jedenfalls liebe ich deine Kolumne, mach bitte weiter so! Liebe Grüße, Maria

    Reply
  • Anna 8. Januar 2017 at 18:42

    Liebe Lina,

    diesen Artikel würde ich unglaublich gern an unzählige Menschen weiterschicken, die auch mit Mitte zwanzig eine sehr eingeschränkte Sichtweise ihr Eigen nennen. Ich würde mich selbst nicht als Hardcore-Feministin bezeichnen, aber jedes Mal, wenn ich solche Sprüche auf dem Niveau von „er hat sie abgeschleppt“ und die anschließende Häme höre, bekomme ich eine unglaubliche Wut. Natürlich ist immer der Mann der aktive Part. Dass eine Frau vielleicht auch einfach mal „einen abschleppen“ will, gibt es nicht. WTF why?
    Noch mehr auf die Palme bringt mich nur der Spruch: „Ein Schlüssel, der in jedes Loch passt ist toll. Aber wer will schon ein Schloss, in das jeder Schlüssel passt?“ Was ist das bitte für ein Schwachsinn…

    Danke, danke, danke, dass du Gedanken, die dieser Beschränktheit entgegenwirken, nach außen trägst.

    Viele Grüße
    Anna

    Reply
  • evi 8. Januar 2017 at 22:00

    Ich habe mit über 100 Männern geschlafen, bin aber auch schon über fünfzig. Davon waren mindestens zwanzig Nieten, haben sich aber für Hengste gehalten. Die hätte ich mir sparen können. Und was heißt das jetzt? Das ich eine Schlampe bin oder das ich selbstbestimmt mein Leben genieße? Männer wie Frauen holen immer die Moralkeule raus wenn man mit mehr als fünf Menschen im Bett war. Auf der anderen Seite soll man aber total unverklemmt im Bett sein. Wie soll das gehen? Und Jungs, die viel Vögeln sind die Hechte, möchten aber eine Heilige zur Freundin! Wie bigott. Gruß Evi

    Reply
  • Ana 8. Januar 2017 at 22:46

    Ach Mensch, Lina
    vor allem was den ersten Teil betrifft, sprichst du mir so aus der Seele!
    Schreibe ich mal über Dating oder auch nur über Freundschaften und Erfahrungen, dann glauben die ganzen Leser aus meinem Real Life, sie hätten jetzt mein Tagebuch gelesen. Und dann werfen sie in Real Life Gespräche „Wissen“ über mich ein, was sie vermeintlich auf meinem Blog zwischen den Zeilen gelesen hätten. Es ist frustrierend!

    Aber du hast Recht – zu viel, zu wenig – jeder ist sein eigener Maßstab und die Intuition sagt schon irgendwann Stopp oder wünscht sich von irgendetwas mehr. Ich lese deine Kolumne übrigens sehr gerne, aber rein als Text, als Werk für sich, ohne mir einzubilden ich wüsste damit etwas über dich und dein Privatleben 🙂

    xx Ana http://www.disasterdiary.de

    Reply
  • Pia 9. Januar 2017 at 14:04

    Hallo Lina,
    der Artikel spricht mir so aus der Seele.
    Ich bin schon ewig mehr oder weniger Single btw. hatte noch nie eine richtige Beziehung (zumindest würde ich es nicht so nennen). Dadurch habe ich auch schon einen etwas höhere Zahl als der Beziehungsdurchschnitt.
    Mit meiner, mittlerweile besten Freundin habe ich auch schon viel rumgerechnet; auch das sie insgesamt mit 3 langen Beziehungen deutlich mehr Sex hatte als ich. In einer Beziehung hat man ja (zumindest im Allgemeinen) doch mehr davon als Single Frau, die ab und an mal eine Geschichte am Laufen hat.
    Und nochmal so wahr: als ich mal erzählt habe das ich wen abgeschleppt habe, kamen nur leicht mitleidige Blicke… „ist ja auch nicht so schwer für ne Frau“. Aha. So was macht mich sauer.

    Ach und Lina, hör bitte niemals auf zu schreiben, linamallon ist mit Abstand mein liebster Blog.
    Ich mag diene Ästhetik unglaublich gern und du kannst wirklich toll schreiben. Dein Stil ist einzigartig und du kommst immer authentisch rüber, deine Themen und Werbepartner wirken passend. Nie habe ich das Gefühl, „das ist jetzt einfach nur einen weitere Kooperation, dahinter steht Sie nicht, bringt halt Geld“. Hut ab dafür ich glaube es ist sehr schwer trotzdem irgendwie zu bestehen und seinen Lebensunterhalt damit zu bestreiten.
    Ich finde es übrigens wesentlich besser ein paar Tage nichts zu veröffentlichen als jeden Tag aber qualitativ schlechterer Beiträge.
    Du bist mir ein wirkliches Vorbild, als starke Frau, die selber ihr Leben meistert. Klar hast du mit Sicherheit auch mal schwache Momente und klar sind deinen Artikel nicht alle genauso passiert. Aber das ist doch menschlich.
    Ich finde es übrigens toll das du immer fair bleibst in deinen Kolumnen und so grandios reflektierst, oft sogar Gedanken, die ich schon ähnlich hatte.
    Ich hoffe ich sehe dich dieses Jahr nochmal bei einem Festival, dann spreche ich dich auch an! (Ich kann übrigens das Melt! sehr empfehlen, tolle Location, tolle Stimmung, nicht zu groß und die Künstler dürften dir auch gefallen.)
    Alles liebe
    Pia

    Reply
  • Franka 9. Januar 2017 at 16:32

    Ich lese wieder seit langem deinen Blog und ich finde dieser Artikel trifft es auf den Kopf. Diese Diskussion oder Gespräch hatte ich mit meiner besten Freundin zwischen Weihnachten und Neujahr. Wir haben und genau dieselbe Frage gestellt „Wann ist zuviel eigentlich zuviel?“ Wir jonglieren hier mit Zahlen die eigentlich rein gar nichts aussagen. Es gibt Frauen, die sind ihr leben lang nie mit einer langen Beziehung gesegnet worden. Teilweise sogar bis Ende 20. Warum sollte man dann Daumen drehen und darauf warten, dass der richtige kommt? Im Durchschnitt sind das (wenn man von der 30 ausgeht) 12 Jahre Single Dasein. Nur wenn es 1 Mann pro Jahr wäre (ich meine come on..) sind wir bei 12 Männern? Jetzt stellen wir mal hin eine Frau gegenüber die 4 Jahre lang single ist und in diesen Jahren ebenfalls die 12 geknackt hat. Wo ist jetzt das der Unterschied?!
    Was will mir denn jetzt die Zahl sagen? Die eine ist eine Heilige und die andere eine Duschlampe? Wo beginnt die Bewertung und wo endet Sie überhaupt?
    Habe ich überhaupt ein Recht jemanden anderen deswegen zu beurteilen auch wenn ich die Ausgangslage nicht kenne oder gar nicht verstehen kann? Ich meine mal ehrlich, ich habe es nicht und werde es nie haben.
    Die einen belächeln wenn man nur 2 Männer im Leben hatte, die anderen wenn man mehr wie 20 hatte. Die eine ist eine verklemmtes unerfahrenes Mädchen – die andere ein leichtes Mädchen.

    Meine Freundin und ich sind zum Schluss gekommen, solange man sich selbst dabei nicht „verliert“ kann jeder soviel Sex mit sovielen Kerlen haben wie Sie will, und das ist auch ihr Recht, verdammt nochmal. In welcher Zeit leben wir denn?! Mit Tinder, Lovoo, fremdgehseiten und Apps haben wir immer noch die Einstellung bloß nicht unter was? Unter 5 ? Unter 10 Männern im Leben haben zu dürfen?
    Man kann die Ironie in dieser Diskussion fast an der Brust packen, so beschämend und lächerlich ist dieses Thema einfach.

    Und seien wir mal ehrlich.. wenn Mann mit ggfl. 30 Weibern im Bett war und damit prahlt – woher sollen denn die Frauen kommen? Aus Timbuktu ? Oder doch von neben an? 😉

    Reply
  • Miriam M. 10. Januar 2017 at 13:10

    Ich musste mich letztens auch dafür rechtfertigen, dass ich irgendwas irgendwo dazwischen habe und mich halt auch mit einem Mann zu gelegentlichem Sex treffe. Und ebenso war ich etwas geschockt als mich eine Freundin fragte, mit vielen Männern ich bisher geschlafen habe seit dem ich Single bin und das ist noch nicht all zu lange, ihr die Zahl nannte und sie große Augen machte. Aber es ist doch auch bloß eine Zahl, oder? Es sagt nichts aus. Finde ich. Da gibt es kein „zu viel“. Ein Mann meinte auch einmal zu mir, dass er eine Zahl nicht unbedingt für irgendwas maßgebend nimmt. Das die Frau keine Schlampe ist, aber auch nichts darüber aussagt, wie sie überhaupt im Bett ist. Für ihn sei das nur eine Zahl.

    Aber was ich mich frage: Wieso dürfen wir Frauen nicht auch das, was Männer dürfen? Männer dürfen es mit „ich habe halt nun einmal Bedürfnisse“ abstempeln, aber was ist mit uns Frauen? Wir sind direkt „Schlampen“, „einfach zu haben“ oder „eben nur dafür zu haben und für nichts festes, denn wer will schon so eine“.

    Meiner Meinung nach ist es auch jedem selbst überlassen, wer wie oft mit wem schläft und mit wie vielen.

    Reply
  • Nina 10. Januar 2017 at 13:19

    Ich finde es überhaupt nicht schlimm, wenn eine Person Spaß haben möchte, was mir negativ aufstößt, ist die Kolumne, die vor einigen Wochen veröffentlicht wurde.
    Du hattest über einen Mann geschrieben mit dem du eine Nacht verbracht hattest, welcher am nächsten Tag dir noch mehrere Nachrichten geschrieben hatte, die du allerdings nicht wolltest und ihn letztendlich mit Ignorieren abblitzen ließest.
    Mir kommt das Verhalten sehr ambivalent vor, als wüsstest du nicht, was du willst. (Muss ja nicht stimmen, das ist nur wie es bei mir ankommt) Mir fiele es schwer zu wissen wie ich mich bei dir verhalten müsste. In den Vorsätzen 2017 schreibst du ja, du würdest versuchen künftig mehr Klartext zu sprechen. Vielleicht hilft das ja auch mir zu verstehen wie du bist.
    Ich finde die Aktion jedenfalls sehr interessant Frauen mit selbstbestimmter Sexualität zu emanzipieren.

    Reply
    • Lina Mallon 10. Januar 2017 at 15:05

      Hi Nina,

      ich habe eigentlich noch nie jemanden mit Ignorieren abblitzen lassen, ich finde Ghosting absolut feige und habe es noch nie angewendet, im Gegenteil, ich schrieb auch schon mehrfach darüber, warum ich es so ablehne . Da ist vielleicht die Kolumne irgendwie bei dir falsch im Gedächtnis geblieben? Ich habe in dem Text einem Mann eine offene und ehrliche Absage erteilt und ihn erst begonnen zu ignorieren, als er diese nicht akzeptieren wollte und begann mich zu bedrängen. Das ist ein erheblicher Unterschied finde ich – und dann ja auch nicht ambivalent.

      Dass ich weniger Subtext ebnutzen möchte, bezieht sich eher darauf, dass meine Schwierigkeit darin besteht offen zu bekennen, wenn ich wirklich fühle. Offen anzusprechen, dass ich etwas beenden möchte, ist mir noch nie schwer gefallen.

      Alles Liebe,
      Lina

      Reply
  • Janina 11. Januar 2017 at 10:05

    Ein toller Artikel der für mich, neben den von dir genannten Punkten, auf ein wichtiges Thema anspielt: Gleichberechtigung und (sexuelle) Freiheit. Ich habe schon so oft Gespräche a la „Sie hatte mehr als 3 Partner? Und das innerhalb eines Jahres, oh sie ist eine Schlampe!“ aufgeschnappt und solche Aussagen machen mich wütend, der Begriff „Slutshaming“ trifft es hier vielleicht auch ganz gut (was ich übrigens einen doofen Begriff finde, weil „slut“ häufig mit etwas Negativem assoziiert wird). Jede Frau hat das Recht mit so vielen Männern/Frauen zu schlafen oder nicht-zu-schlafen wie sie möchte. Wenn Männer viele (wobei „viel“ ja ein relativer Begriff ist) wechselnde Parter/innen haben gelten sie als „Playboy“ oder „Player“ und haben ein Bad-Boy-Image weg, was viele dann ja ganz toll finden und positiv konnotiert ist . Frauen hingegen gelten als Schlampen. Das finde ich ziemlich unfair. Wir leben in einem freien Land, im Jahr 2017 und nicht mehr 1830. Wir können sein wie wir wollen, so etwas wie „Ruf verlieren“ finde ich zeitlich einfach nicht mehr passend. Frauen sind nicht mehr auf Männer angewiesen um den Lebensunterhalt zu sichern. Warum sollten Frauen ihre Sexualität nicht so frei ausleben können wie Männer? Alle die daran festhalten hinken – meiner Meinung nach – einem ziemlich veralteten Gesellschaftsbild hinterher.

    Reply
  • Farbenfreundin 11. Januar 2017 at 21:08

    Als fast Fünfzigjährige hab ich die Zahlen nicht mehr ganz so präsent, aber so what?!. Es geht alleine darum, dass man (äh frau) dem Herzen folgt und wir sind ja zum Glück im Jahre 2017 und eine Frau kann und soll frei leben und lieben. Wie schön, wenn sich zwei finden und sei es nur für eine Nacht, hach!

    Reply
  • Heike S. 13. Januar 2017 at 10:09

    Liebe Lina,
    ich bin schockiert über die Reaktion „als Frau …“ etc. pepe.
    Ich bin 60 Jahre alt und wundere mich sehr, dass sich seit meiner Jugend (in den 70ern, im Vor-AIDS-Zeitalter) offensichtlich nicht viel geändert hat. Damals gab es noch den Kuppelei-Paragraphen, den deine Generatikon wahrscheinlich gar nicht mehr kennt! Und diese Sprüche kenne ich nur zu gut, die kamen aber von meiner Mutter, Jahrgang 1931!
    Wofür sind wir eigentlich damals auf die Straße gegangen, frage ich mich manchmal!
    Liebe Grüße, feel free, beyourself – no matter what they say
    Heike

    Reply
  • Heike S. 13. Januar 2017 at 14:46

    Nachtrag:
    Wie oft darf frau sich denn irren bei der Suche nach dem one and only? Kommt da nicht auch ein Perektionswahn durch und ein Anspruch, dem niemand gerecht werden kann, zum Tragen? „Wenn schon nicht für immer, dann wenigstens für ewig“. LOL
    Und außerdem: wird Sex/kein Sex nicht ein bisschen von diesen Freundinnen, die so krass urteilen, überbewertet?

    Reply
  • Weekly Log #3: Eine Lernstrategin an sonnigen Wintertagen - The Disaster Diary 22. Januar 2017 at 19:23

    […] Wie viele Männer sind zu viele Männer? bei Lina Mallon […]

    Reply
  • Kati 23. Januar 2017 at 11:29

    Ein schwieriges Thema! Ich habe deine Kolumne nicht gelesen, nur den Post hier, insofern bin ich völlig unbelastet und vorurteilsfrei 😀
    Die reine Statistik-Rechnung finde ich schon krass, weil man sich diesen Wert einfach nicht so vor Augen hält. Übrigens halte ich die auch aus dem Grund für unrealistisch, weil sie vermutlich eher auf One Night Stands abziehlt und Modelle wie Freundschaft+, etc ja immer mehr an Popularität gewinnen und auch oft exklusiv sind – heißt, man hat keine Beziehung, aber vielleicht für einige Monate nur einen einzigen Sexualpartner.
    Was ich an dem Thema schwierig finde: Sex ist neben der reinen Triebbefriedigung schon etwas wertvolles, dass man doch nicht mit jedem x-beliebigen teilen will. Klar kommt es auch auf die Umstände an – Hotelzimmer ist unpersönlicher und eher machbar als das eigene Bett, aber ich frage mich, wie manche Mädels es schaffen, einfach so oft in Frage kommende Männer kennen zu lernen? Und das frage ich eher neidvoll als verurteilend 😀
    Einige Männer hinterlassen ein beschissenes Gefühl, wenn sie gehen. Eines, dass einem nicht das Gefühl gibt, gerade einen schönen, beidseitigen Akt gehabt zu haben, sondern das, dass man für den Moment gut genug war, aber danach nicht mehr mit der Kneifzange anzufassen ist.
    Und genau hier sehe ich das Problem, dass vermutlich auch viele Frauen, die so wie deine Freundin eingestellt sind, haben: „Wieso gibt sie sich für so etwas her?“ ( – deswegen auch meine Frage nach den vielen akzeptablen Männern, die eben nicht so sind.)
    Insofern schließe ich mich einem Kommentar über mir an – zuviel wird es dann, wenn man sich selbst verliert, weil Sex eben nicht nur gut tun kann. Weil Sex mit Wertschätzung verbunden ist, die nicht mit dem Erreichen des Höhepunktes abrupt enden sollte.

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