#TWENTYSOMETHING COLUMN: „ICH BIN ENDLICH SO WÜTEND AUF DICH!“

11. September 2017

„Der Typ ist ein Idiot.. das muss man nicht schönreden.“

I

Ich rolle innerlich mit den Augen und ärgere mich, dass ich das Thema bei meinen Freundinnen überhaupt angeschnitten habe. Ich weiß, wie sie auf Männer reagieren, die mich verletzt haben: grundsätzlich strenger als ich.
Das ist ihr Job, das ist richtig, denn ich tendiere dazu ein bisschen zu loyal zu sein, immer ein bisschen zu lange und vor allem zu viele zweite, dritte , zweite Chancen zu verteilen, meistens bis ich endgültig desillusioniert und ziemlich enttäuscht bin.
Meine Freundinnen wissen das und funktionieren wie die Sicherung an meiner Taille, die mich vor dem Absturz schützt. Aber jetzt, gerade in diesem Moment, fühlt sie ich wie eine vermeintliche Bremse an, die mich an meinem Vorankommen, an meiner Richtung hindert.

„Es ist nicht seine Schuld, dass er sich nicht in mich verliebt hat ..“, beginne ich mit genervtem Unterton und versuche den Typen zu verteidigen, der mir zwar gerade die Leichtigkeit nimmt, den ich aber trotzdem für einen wirklich guten Kerl halte.

„Oh come on!“, unterbricht sie mich. „Es ist trotzdem seine Schuld, dass er seinen Shit nicht zusammen hat und mit dir umgeht, wie ein überforderter Junge.“ „Ich finde nicht, dass er das tut..“, sage ich eine Spur schärfer, als ich gewollte hatte. Sie schüttelt entschuldigend den Kopf: „Du hast ihn halt noch sehr gern..“

Für einen Moment möchte ich sie bitten, mich nicht wie ein unmündiges Kind oder einer verlorenen Teenager zu behandeln, dessen Urteil man nicht vertrauen könnte. Im nächsten weiß ich, dass mich so ein unnötiger Streit nicht glücklicher machen würde, der lediglich meiner gegenwärtigen Dünnhäutigkeit entspringt – und ich eigentlich weiß, dass sie es nur gut meint, auf mich aufpasst.

Natürlich fällt es ihr leicht sauer zu sein, ihr fehlen eben die Gefühle, von denen ich zu viele übrig hab. Man könnte meinen, sie würde die Situation rationaler betrachten – vielleicht aber auch nur weniger tief? Denn ist es nicht so, dass das was zwischen zwei Menschen passiert, am Ende nur von ihnen beiden verstanden werden könnte?

Vielleicht musst du einfach mal wütend werden. Du bist die ganze Zeit eigentlich nur enttäuscht und verbietest dir auch nur den geringsten Ärger oder Wut zu empfinden..“ „Ja, weil mir beides rational nicht zusteht. Warum soll ich auf jemanden wütend sein, der bisher alles getan hat, um mir ein gutes Gefühl zu geben, der mit mir befreundet sein möchte, der sich darum bemüht, dass es mir gut geht?“

„Und dabei nicht müde wird mixed Signals zu senden..“

Ich schnaube bei ihrem Einwurf nur und schüttle wortlos den Kopf. „Was? Ich meine, ich bin die letzte die nicht an Freundschaft nach der Affäre oder Beziehung oder den verirrten Gefühlen glauben würde. Label es wie du willst. Aber das klappt nur, wenn man fair und ehrlich zu einander ist. Und er ist beides nicht. Ich meine, habt ihr einmal wirklich über deine Gefühle gesprochen? Über das was zwischen euch war? Darüber, wie es angefangen hat und wer es angefangen hat?“ „Ja..“ „Nein, bisher hast du darüber gesprochen, was du fühlst und er hat dir zwar zugehört, aber trotzdem nicht geholfen bei euch aufzuräumen. Und bis er das nicht tut, sehe ich ihn nicht als diesen großartigen Freund, den du so gerne hättest, sondern eher als den Typen, der einfach nur nicht als Arschloch aus dieser Nummer herausgehen will.“

„Vielleicht will ich auch gar nicht mehr drüber reden“, wiegle ich das Gespräch ab und greife als Überleitung zu meinem Glas Wein. „Du willst ihn halt nicht scheiße finden müssen …“

„Tut mir Leid aber..“, ich stelle mein Glas wieder ab. „Warum soll ein Abnabelungsprozess unbedingt mit Wut zu tun haben? Warum soll ich mich in ein destruktives Gefühl hineinsteigern, als wäre ich unreif und 16? Warum soll ich mich von jemandem abwenden und ihn wegwerfen, den ich eigentlich schätze und gern habe? Ich meine, was ist mit der Zuneigung die man mal füreinander empfunden hat und mit der Nähe? Was ist das für ein kindischer Prozess, in dem jemand nur mit mir befreundet sein kann, wenn er mir gibt, was ich brauche und ich ihn wegwerfe, sobald er sich weigert meine Gefühle zu bestätigen? Glaub mir, ich wäre wütend, wenn er mir einen Grund geben würde, aber dass er überfordert damit ist, dass ich Gefühle entwickelt habe, die er nicht hat, das reicht wohl kaum um wütend zu sein, das ist nicht seine Schuld. Ich finde es sogar ziemlich menschlich ..“

„Ich glaube, du machst es dir gerade vor allem selbst unheimlich schwer, warum erwartest du nichts von deinem Gegenüber, aber so viel von dir selbst?“

Selbst als ich im Bett liege, lässt mich der Gedanke an unserer Gespräch nicht los.
Wir haben es immer mal wieder in unterschiedlichen Ausprägungen.
Und landen immer wieder an der Stelle, an der sich die Frage stellt: kannst du mit jemandem befreundet sein, den du mal –auf welche Art oder Intensität auch immer – geliebt hast?
Kannst du die romantischen Gefühle in platonische Zuneigung umwandeln, mithilfe von Gesprächen und offener Akzeptanz, mit Vernunft und Reflexion? Oder legen wir uns so nur ein paar Steine in den Weg, die den eigentlichen Abnabelungsprozess, von jemandem, der uns so nach gekommen ist, nur verzögern oder zumindest für den Moment nicht nötig machen sollen.
Verarbeiten wir schneller und distanzierter, wenn wir wütend sind? Oder schlagen wir nur wild um uns und bereuen die abgebrochenen Brücken spätestens dann, wenn wir müde auf unser Chaos gucken?

Ärger, Trotz und rausgelassener Groll machen es leichter auf die nötige Entfernung zu kommen. Ich glaube du wirst keinem Menschen schneller fremd, als einem, für den du Wut empfindest.

Am Ende sind solche, die ihre Wut, das Zerschlagen und leichtgemachte Zurücklassen so genossen und gefeiert haben auch jene, die ein paar Monate später doch wieder ganz am Anfang stehen. Weil wegwerfen kein bewältigen ist. Weil du trotzdem noch durch die Akzeptanz musst, an dessen Ziel doch wieder die offenen Gespräche, die Vernunft und Selbstreflexion stehen. Warum also diesen unnötigen Umweg gehen, der eigentlich die Abkürzung des Schmerzes bedeuten soll? Warum nicht gleich wachsen?

Und nach und nach gelang es mir auch, diese liebevollen Gefühle tatsächlich in etwas Positives, Freundschaftliches zu verwandeln.
So sehr, dass aus dem Freund, in den ich mich verliebte hatte, irgendwann wieder mein Freund wurde, mit dem ich so gern Zeit verbrachte. Ich schaffte es sogar so weit loszulassen, dass es mir zumindest mit ein paar unterstützenden Gläsern Wein möglich war, über meine neuen Dates oder seine Beziehungsversuche zu sprechen, die er jetzt doch tat – und dann wieder verwarf.
So lange sich an uns selbst nichts änderte, wir uns noch genau so häufig hörten, sahen sprachen, so lange fiel es mir leicht in ihm nicht den Typen zu sehen, der mich nachhaltig berührt hatte, sondern einfach wieder den Freund, mit dem ich gern nach der Arbeit noch einen Drink nahm, mit dem ich meine Erlebnisse, Popsongs, Gedanken und ab und zu einen Abend teilte.


Ich fühlte mich mit uns stabil, glücklich, auf einem zufriedenen Weg – und auf keinen Fall drüber weg.

So wenig, dass ich nicht bemerkte, dass ich mehr investierte als er. Immer.
So wenig, dass ich übersah, wie einseitig unsere Nähe war, worauf sie aufbaute, was sie möglich machte. Immer wieder.
So wenig, dass ich bereitwillig zuließ, was er in mir auslöste, wenn er von Vermissen sprach.
Immer mal wieder.


„Es dauert eben“, sagte ich dann.
Oder: „Ich kann damit umgehen.“
Und das konnte ich. Monatelang, vermutlich besser als die meisten.
Und irgendwie genoss ich es, darauf zu warten, dass es vorbei ging, während es total ok war, dass nicht vorbei ging.

Tragisch, wie gut sich Festecken anfühlen kann, wenn man es für Vorankommen hält.

II

„ZUSAMMEN? Er ist mit jemandem zusammen? Schon wieder? Und ich erfahre es so nebenbei von irgendjemandem? Ich meine, der Typ hat ne Bindungsphobie und kann niemandem „emotional etwas bieten“, falls er es vergessen hat!“, ich fauche die Worte eher ins Telefon, als dass ich sie sage, während ich in meinem Flur auf und ab gehe.

Es ist nach Mitternacht. Ich bekomme keine weitere Antwort, die eine habe ich längst und die andere wird bis zum nächsten Morgen auf sich warten lassen, denn das hier ist die miese kleine Schwester, eines echten Gesprächs, es ist nur eine Voice Message, die ich hilflos in meiner Wohnung aufnehme, nachdem ich gerade 2h bei einer Dinner so getan habe, als hätte ich längst gewusst oder zumindest mitbekommen, dass der Typ, in den ich so viel investiert und der das so dankend angenommen hatte, sich quasi in einer neuen Beziehung befand.

Ich schmeiße das Handy auf das Sideboard, nur um es im nächsten Moment wieder in die Hand zu nehmen und gepackt von Ärger, Wein und Desillusion eine Nachricht an ihn zu tippen, die erste wirklich wütende, verletzte und vor allem finale, die er je von mir bekommen hatte.


Ich schreibe keine dramatischen Zeilen einer noch immer unglücklich verliebten Frau, die eine Ablehnung nicht verkraften kann, ich tippe mir den inneren Frust über unsere unechte Freundschaft und sein neuerrungenes Desinteresse, das sich mir gerade erklärt hatte, von der Seele.
Ich werfe ihm vor, dass ich monatelang und täglich, stündlich sein Unterhaltungsprogramm gewesen war, welches er jetzt ersetzte, dass ich mit aller Kraft in ihn investiert hatte, während er an mir mitnahm, was ihm taugte, nutzte, ich war wütend, dass ich in ihm einen echten, guten Freund hatte sehen wollen, während er in mir erst Gelegenheit, dann Nähe, Zuhörer, Streicheleinheiten für sein Ego, vielleicht sogar Inspiration und schließlich einfach nicht mehr genug sah.

Und irgendwo zwischen verletzten Gefühlen und Enttäuschung, wich meine irrationale Wut einem klaren Kopf. Spätestens, als ich ohne Handy, ohne weitere Worte, ganz allein, in der klaren Nachtluft auf meinem Balkon sitze und fühle, dass ich nicht einfach nur einen Wein zu viel und einen miesen Tag hatte, als mich die News erreichten. Sondern, dass meine Enttäuschung in unsere Beziehung real und nicht mehr wegzuargumentieren war.

Ich hatte mich so in die Vorstellung verbissen, dass wir tatsächlich im vergangenen Jahr zu echten Freunden und nicht nur Optionen geworden waren, dass ich ihn kümmerte, wie er mich, dass wir so viel erwachsener und vernünftiger mit einander umgingen, als andere es gekonnt hätten – dass ich den Gedanken daran, dass er doch einfach nur dieser Typ war, der eine überforderte Situation bestmöglich verlassen wollte, gar nicht zugelassen hatte.

„Ogott ich bin so – sauer einfach..“, sage ich noch Tage später beim gemeinsamen Mittagessen mit eben jener Freundin, die mir die Erleichterung durch eine wütende Katharsis schon vor Monaten vorausgesagt hatte. „Aber ich glaube, dass es richtig ist. Und ok. Du weißt, dass du sauer bist, du erkennst es als temporären Zustand an und vor allem auch, dass du ein Recht dazu hast.  Dass du es vielleicht sogar brauchst ..“

Es dauert einen Moment, bevor ich weiß, wie ich meine Antwort formulieren will: „Ist das nicht armselig? Dass wir Wut brauchen? Dass es manchmal nicht ohne geht? Ich könnte das gerne besser .. ich dachte ich könnte es. Aus mir selbst heraus.“

Vielleicht ist es aber auch ok, dass wir manchmal ein externes Gefühl brauchen, um in die Distanz zu kommen, die uns wieder klar sehen lässt. Gerade, wenn jemand mehr war, als ein Tinderdate. Gerade, wenn man eine längere Zeit verbracht hat. Und du bist ja nicht für immer wütend. Und du bist nicht kopflos oder außer Kontrolle. Es ist ein Prozess und Wut nur eine Art Katalysator.“

Ein Prozess, ausgelöst durch einen Katalysator. Vielleicht – stimmte das. Und vielleicht war meiner gar nicht so sehr die Wut, sondern der wirklich unvermittelte Schock, nicht die erklärte Überraschung gewesen, den ich gebraucht hatte, damit es weitergehen konnte.

Für manche ist es die Flucht an einen anderen Ort, viel Sex, ein neuer Crush – für mich war es das Gefühl von Enttäuschung, das mir die nötige Distanz und auch die richtige Betäubung für die Zeit der ersten Anerkennung gegeben hatte. Nicht die Wut ist der eigentlich Umweg – sondern das Leugnen.

Selbst wenn wir es schaffen die freundschaftlichen Gefühle für einen Ex oder jemanden, der uns einfach nur eine Zeit nah gegangen ist, zu bewahren, müssen wir uns erst durch die Trennung, durch das finale Erlöschen, durch das Kappen der Verbindung arbeiten - bevor eine andere, neue, alte – wieder entstehen kann.

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31 Comments

  • Katherina 11. September 2017 at 20:40

    So so so wahr. Du bringst meine Gedanken auf den Punkt! Den schalen Geschmack der Wut über das Unverständnis der anderen Person schmeckte ich noch lange.

    Reply
  • Nadine 11. September 2017 at 20:40

    Ich hab deine Kolumne sooo vermisst!

    Reply
  • Saskia 11. September 2017 at 20:46

    “Denn ist es nicht so, dass das was zwischen zwei Menschen passiert, am Ende nur von ihnen beiden verstanden werden könnte?“

    So wahr! Vermutlich kennt fast jeder diese Gespräche, die du hier so gut beschreibst: man selbst steckt irgendwie fest, glaubt jedoch, dass es sich um einen Fortschritt handelt und Ratschläge, Meinungen oder einfach bloß Aussagen von außerhalb werden heruntergespielt – schließlich fühlt keiner das, was man selber fühlt, sieht, was die andere Person einem bedeutet oder was die Beziehung zueinander ausmacht. Aber am Ende muss man sich meist doch eingestehen, dass ein Fünkchen Wahrheit in all den Gesprächen war und man beginnt, sich über sich selbst zu ärgern und eine Wut zu entwickeln, die tatsächlich helfen kann.

    Danke, für diese absolut nachvollziehbare und sehr authentische Kolumne, die mir mal wieder die Augen geöffnet hat!

    Reply
  • Anonymous 11. September 2017 at 21:09

    Du sprichst mir wie immer aus der Seele!
    Tröstet irgendwie das zu lesen, wenn man in genau dieser Situation gerade steckt und es eigentlich auch besser wissen müsste…

    Reply
  • Leni 11. September 2017 at 21:36

    Ich liege hier im Bett, lese das und weine. Ähnlich ergeht es gerade mir, viel Zeit und Gefühl investiert, auch viel zurückbekommen und jetzt einfach Knall auf Fall ersetzt worden. Es schmerzt so sehr in mir. Die Wut fehlt mir aktuell noch….

    Reply
  • Clarissa 11. September 2017 at 21:39

    Wieder mal eine verdammt gute Kolumne!! Danke Lina! 🙂

    Reply
  • Indie 11. September 2017 at 21:45

    Ich bin nach meiner letzten Beziehung nahtlos in die friendzone gerutscht und war auch ganz stolz auf mich, wie gut und erwachsen wir das gelöst hatten.
    Dann hatte sie nach 6 Monaten eine Neue Beziehung und das hat mich unfassbar verletzt, weil mir genau das gleiche passierte: meine freundschaft wurde einfach so durch jemand anderen ersetzt.
    Ich war unfassbar getroffen und verletzt und erst da hat sich die Wut entwickelt.

    Lange Rede kurzer Sinn: für Ablösung braucht es Wut. Anders gehts (bei mir) nicht.

    Reply
  • Hilla 11. September 2017 at 22:19

    Was für ein Timing. Ich stecke seit Monaten fest und komme gerade dahinter, was bei der Trennung wirklich gelaufen ist. Und gerade als ich merke, wie die Wut das Leid ablöst, kommt deine Kolumne um die Ecke und erklärt mir mein Gefühlschaos.
    Du trägst dazu bei, dass das letzte Viertel des Jahres nicht so elend wird wie die bisherigen. Ich danke dir!

    Reply
  • Maike 11. September 2017 at 23:41

    Lina, wiedermal hast du es Geschafft! Ich weiß nicht wie, aber du triffst den Nagel mal wieder auf den Kopf! Ich sitze seit Ewigkeiten in der Situation fest & habe genau dieses Gespräch mit meinen, auch viel zu „fiesen“ , Freundinnen schon so oft geführt. Und tatsächlich bin ich vor gar nicht so langer Zeit einfach nur so sauer auf ihn geworden, was mir wirklich hilft die Geschichte enden zu lassen.

    Danke für deine immer wieder so passenden Texte, die ich über all die Jahre schon mit Begeisterung lese <3.

    Reply
  • Lisa 12. September 2017 at 01:54

    „Warum erwartest du nichts von deinem Gegenüber, aber so viel von dir selbst?“ – so, so gut. Wie auch die Erkenntnis an sich. Mir hat Wut in den letzten Wochen auch sehr geholfen, um loszulassen. Ich fand es auch wahnsinnig schade, dass das scheinbar nötig war – aber geholfen hat es, im Vergleich zu meinen loyalen, liebevollen, positiven Versuchen vorher, eben doch…

    Reply
  • Kathi 12. September 2017 at 06:28

    Hallo Lina,
    wieder einmal eine tolle Kolumne.
    Irgendwie tröstlich, dass es auch anderen so geht und sich in ähnlichen Situationen befinden wie msn selbst.

    Reply
  • Saskia 12. September 2017 at 06:39

    Ich freu mich wahnsinnig auf dein Buch! 🙂 du schaffst es Gedanken in Worte zu fassen, wie kaum jemand sonst!

    Reply
  • Iris 12. September 2017 at 07:09

    Wie war deine Worte doch sind, und wie gut sie mal wieder zu meiner Situation passen. Den passenden Katalysator suche ich in meinem Fall aber immer noch!

    Reply
  • Tina 12. September 2017 at 08:48

    Deinen Text kann ich fast genauso unterschreiben. Ich steckte vor 5 Jahren auch fast zwei Jahre lang in dieser Situation. Aus einer guten Freundschaft hatte sich mehr entwickelt. Ich ahnte von Anfang an, dass es zum Scheitern verurteilt war. Dass es nicht gut ausgehen konnte, weil er sich gerade erst von seiner langjährigen Freundin getrennt hatte. Und ich wehrte mich anfangs auch dagegen, aus Angst unsere Freundschaft aufs Spiel zu setzen. Eine Freundschaft, die mir so wichtig war. Doch seine Nähe genoss ich eben auch. Also ließ ich mich darauf ein und es kam wie vorhergesagt.
    Wir hatten ein paar schöne Wochen und dann fing er an sich zurück zu ziehen. Ohne etwas zu sagen. Ohne Erklärung. Irgendwann hörte ich den Satz: „Ich kann dir gerade in dieser Beziehung nicht das geben, was du verdienst.“ Also zog ich einen Strich unter die Sache, ging drei Wochen lang auf Abstand und hoffte, dass wir wenigstens unsere Freundschaft retten konnten.
    Zwei Jahre dauerte der Rettungsversuch. Mit vielen Versuchen meinerseits, die häufig enttäuscht wurden. Mit vielen Worten seinerseits, dass ihm unsere Freundschaft genauso wichtig wäre, aus denen ich Hoffnung schöpfte und denen dann doch keine Taten folgten. Mit vielen Gesprächen mit Freundinnen, die mir immer wieder sagten, ich solle mich endlich von ihm lösen. Doch auch ich war der Meinung, dass sie die Situation völlig falsch einschätzten, denn sie kannten ihn ja nicht wie ich, steckten nicht drin. Im Nachhinein weiß ich, sie hatten immer recht.
    Es hat viele Enttäuschungen, Verletzungen und schlussendlich Wut gebraucht, bis ich mir eingestehen musste, dass es nicht klappen würde. Dass nur ich investierte und er nur redete. Ich ihm gut tat, aber er mir nicht.
    Und heute bin ich der Meinung, dass man diese Wutphase und den Abstand brauch. Ein paar Wochen, Monate. Um klar zu sehen. Um die Gefühle loszuwerden. Und nur danach, hat man eventuell die Chance einen Freundschaft aufzubauen.

    Reply
  • Melanie 12. September 2017 at 08:51

    Ich habe noch nie so etwas erleben, fühlen müssen. Und doch verstehe ich, fühle ich.Wie du. Wenn ich deinen Text lese, weil ich deinen Text lese. Schreiben liegt dir nicht einfach nur, schreiben, übermitteln von Situationen und Gefühlen, das kannst du. Und zwar verdammt gut. Ich bin jedes Mal so unglaublich begeistert von deiner Arbeit. Egal ob Podcast, Text oder Bilder. Ich folge dir schon seit Jahren und hoffe dass du der Welt noch lange, lange Zeit deine Arbeit schenkst.

    Reply
  • Käthe 12. September 2017 at 09:02

    Sososo gut!

    Reply
  • Chantalle 12. September 2017 at 09:03

    Mal wieder eine großartige Kolumne! Wenn ich sie auch 100 % nachvollziehen kann, bin ich froh, dass es bei mir mehr als einmal geklappt hat von einer Beziehung in eine funktionierende Friendzone zu rutschen. Aber das hat meiner Meinung nach auch nur geklappt, weil beide mit der Beziehung „done“ waren, den anderen noch schätzten und keiner verletzt wurde. Dafür bin ich bis heute sehr, sehr dankbar.

    Reply
  • Petra 12. September 2017 at 09:27

    Lina, es erschreckt mich fast, wie ähnlich du mir bist… und es tröstet gleichzeitig… nicht fein, so fein(fühlig) zu sein manchmal…
    Und doch möchte ich nichts anderes… oder vielleicht doch… Tja…
    Ich wünsch dir von Herzen alles, alles Liebe… und Liebe. Die wünsch ich dir auch…

    Reply
  • Franka 12. September 2017 at 09:39

    Oh Lina… diese ein Erfahrung durfte ich auch machen mit meinem ehemaligen „besten“ Freund.
    Damals war es tatsächlich so, dass ich ihm die Liebe gestanden habe während er noch vergeben war. Damals konnte er ebenfalls nicht damit umgehen, blieb aber weiter mit mir in Kontakt.
    Trotz monatelanger Abstinenz hat er sich regelmäßig gemeldet.
    Schlussendlich kam es dazu. dass wir das Jahr darauf regelmäßg was unternahmen – ich hatte währenddessen damit abgeschlossen und es hat sich für mich ebenfalls eine „enge“ Freundschaft entwickelt.
    Schlussendlich kam es dann bei seinem Geburtstag zum „Supergau“, seine Ex war anwesend und die ganze Stimmung war extrem strange. Meine Gesichtsentgleisung hatte in dem Moment bestimmt jeder gesehen. Die Situation hat sich angefühlt als hätte man mir Wort wörtlich ins Gesicht geschlagen, die aufbrausende Wut war fast unerträglich.
    Wochenlang habe ich es nicht angesprochen, da ich dachte er würde mal seinen Mann stehen und es mir selbst sagen.
    Was natürlich nicht passierte sondern erst durch meine Nachfrage bestätigt und mit einem „du hättest ja fragen können“ abgeworfen wurde.
    Meine Enttäuschung war genauso groß wie deine. Neben der nicht vorhandenen Offenheit mir gegenüber warf ich ihm vor wie er denn eine Freundschaft sieht, warum er mir sowas nicht mitteilen kann und ob er sich selbst nicht über die Beziehung freut, wenn er sie nicht mitteilen will.
    Die Antwort darauf war.. dürftig und seitdem habe ich aus Wut und Enttäuschung den Kontakt endgültig abgebrochen, da ich auch merkte, ich war gut um die stillen Momente zu füllen, aber für eine ehrliche Freundschaft leider nicht.

    Warum es uns wahrscheinlich so extrem trifft ist, dass wir von der Person bereits einen seelischen Striptease vollführt haben indem wir unsere Gefühle ungefiltert präsentierten..
    Wenn man so etwas vollführt wünscht man sich die gleiche Offenheit und Ehrlichkeit in anderen Situationen, denn man hat sich verletzlich und schutzlos gezeigt.
    Davon abgesehen, dass Offenheit und Ehrlichkeit immer in eine Freundschaft gehören, empfinden wir es dann noch extremer wenn der andere eigentlich einen selbst „minderwertig“ behandelt.
    Es fällt mir ein Stein vom Herzen, dass ich in dieser Situation nicht die Einzige bin. Teilweise zweifelte ich an mir selbst, ob meine Wut und meine Enttäuschung „übertrieben“ war.

    Danke dafür <3

    Reply
    • Lina Mallon 12. September 2017 at 10:14

      So ein guter Input! Vielen, vielen Dank <3

      Reply
  • Franzi 12. September 2017 at 10:04

    Wie gut ist dieser Text bitte? Ich hab Gänsehaut, und fühle mich ertappt.
    Ich kann kaum erwarten bis dein Buch raus kommt. Ich hoffe du findest einen Titel der dir und deiner Geschichten gerecht wird. 🙂

    Reply
  • Martina 12. September 2017 at 10:19

    Liebe Lina,

    wie du es immer wieder schaffst mir als Leser Trost zu Spenden, obwohl wir uns gar nicht kennen. Mich hat diese Kolumne sehr berührt. Nicht weil ich genau in der selben Situation stecke, aber mir viele Aspekte so bekannt vor kamen. Zu viel investiert.. bemüht.. gelitten.. stark geblieben.. geleugnet. Und wofür? Um am Ende doch allein da zu stehen. Weil eine andere in seinen Augen besser ist als ich? Er einfach nicht auf sein Leben klar kommt? Man weiß es nicht.. Es war jedenfalls tröstlich zu lesen, dass man nicht alleine mit der Enttäuschung und auch der Wut ist. Danke.

    Reply
  • Sarah 12. September 2017 at 12:23

    Immer wieder schaffst du es, Gefühle, die ich auch schon gefühlt habe in Worte zu fassen!
    Gefühle, die ich gefühlt habe, aber niemals so erklären könnte wie du.

    So, so, so oft denke ich bei deinen Kolumnen im Kopf während ich sie lese „Ja, stimmt genau! Jaaa, genaauuuu so!“

    Danke, dass du dein Talent mit uns teilst.
    Du bist eine Bereicherung für die Internetwelt.

    Alles Liebe,
    Sarah

    Reply
  • Vicky 12. September 2017 at 13:03

    Super Kolumne Lina!
    Ich glaube Ärger und Wut sind wirklich eine Art Abnabelungsprozess. Eine Art Verletzungen zu verarbeiten. Und vielleicht könnt ihr irgendwann wieder Freunde sein, auf Augenhöhe, und gleichberechtigt.
    Ich war nach dem Ende einer Beziehung so traurig ihn zu verlieren, dass ich unbedingt mit ihm befreundet sein wollte. So richtig Freunde waren wir aber erst wieder, nachdem ich die „Phasen der Trauer“ durchlaufen habe, Wut gehört nun mal leider dazu.

    Reply
  • Nadine 13. September 2017 at 05:34

    Hey Lina.

    Ich stehe hier gerade auf der Arbeit und lese deine Kolumne….Deine Worte passen so verdammt gut zu einer meiner gescheiterten Beziehungsfreundschaftsverzweiflungstaten ^^. Ich habe ebenso viel zu viel gegeben, mich viel zu sehr bemüht und mein eigenes Leid nur weiter in die Länge gezogen, sodass es im Ganzen verfluchte 4 Jahre gedauert hat bis meine Wut mich dazu gebracht hat zu verstehen, dass es endgültig vorbei ist, vorbei sein muss. Auch bei mir war der entscheidende Knackpunkt eine neue Beziehung des Ex Geliebten. Bis dato tat ich alles um Ihm eine gute Freundin zu sein und Ihn in jeglicher Weise zu unterstützen. Auch körperlich gab ich mich immer wieder hin ohne zu merken, dass es einseitige Leidenschaft war. Was ich dadurch gelernt habe? Manchmal sollte man egoistisch sein und die eigenen Gefühle an erste Stelle setzen, doch vermutlich braucht es nur den richtigen falschen Menschen um wieder den gleichen Fehler zu begehen.
    Vielen Dank jedenfalls für diesen Beitrag <3.

    Reply
  • Lily 13. September 2017 at 15:19

    Super schöne und inspierende Worte. Due schreibst echt unglaublich spannend.
    Liebe Grüße Lily von https://simplemake.wordpress.com/

    Reply
  • K. 14. September 2017 at 17:14

    Tolle Worte, liebe Lina!
    Danke! ❤

    Reply
  • Alexandra 15. September 2017 at 23:07

    Lina, diese Kolumne hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht und vielleicht mehr getroffen als ich offen zugeben würde. Ich wurde vor kurzem von einem Typen geghosted, mit dem ich so manche Tage und Nächte verbracht hatte. Und natürlich ärgere mich über mich selbst, dass ich mich ihm so geöffnet habe, mich habe täuschen lassen und dass meine Menschenkenntnis anscheinend doch nicht so gut ist wie gedacht.
    Aber wütend? War ich bisher nicht. Eher enttäuscht. Und vielleicht ein wenig mitleidig, ihm gegenüber, dass er nicht den Mut hatte, mir einfach eine klare und ehrliche Abfuhr zu erteilen, sondern sich einfach feige aus dem Staub gemacht hat. Ich habe wohl mehr in ihm gesehen als er tatsächlich ist und habe einfach zu viel erwartet. Mit einer Ansage à la „Sorry, meine Gefühle sind nicht stark genug, um das zu etwas Ernstem werden zu lassen“ hätte ich leben können und hätte ihn ebenfalls weiterhin als Freund haben wollen, sofern das funktioniert hätte. Aber du hast recht, eigentlich sollte ich wütend sein und wahrscheinlich würde mir das auch helfen, abzuschließen. Ich habe mehr in ihm gesehen als er ist und er nicht so viel in mir wie bin. Simple as that.
    Letztlich muss man sich wahrscheinlich selbst genug wert sein, um solche toxischen Kontakte zu beenden und dazu gehört auch, die rosarote Brille abzusetzen und sich einzugestehen, dass jemand, der sich verhält wie ein Arschloch wohl in den meisten Fällen auch eines ist.

    Reply
  • Louisa 16. September 2017 at 00:39

    Liebe Lina,

    Ich wollte mich einfach mal bedanken, dass du ein so unglaubliches Vermögen hast, Worte wie wunderschön schmerzende Perlen aneinanderzureihen, die sich manchmal in einer engen Kette um den Hals legen, aber doch so schön und stark oder zerbrechlich oder traurig oder alles zugleich sind. Wie die Momente, die sie beschreiben.
    Und dass so unglaublich vielen Menschen (inklusive mir) dadurch das Verstehen oder Eingestehen der eigenen Gefühle etwas leichter fällt. Weil deine Kolumnen einfach ausdrücken, was viele auch erleben, aber worüber sie vielleicht so noch nicht nachgedacht oder gesprochen haben.
    Und ich wollte mich bedanken, dass du mich inspiriert hast, mein kleines Schreibexperiment von Blog wieder aufzugreifen, nachdem ich meine Liebe zur Sprache viel zu lange in weggeordneten Geschichten verstauben lassen habe.
    Danke und merci!

    Louisa

    Reply
  • Cynth 19. September 2017 at 00:25

    Aktueller könnte es grade nicht sein. Seit 2 Tagen befinde ich mich nun mal wieder in einer solchen Situation. Und ich kann nicht sauer sein, weil es keinen Grund gibt. Es ist, genau wie du es oben beschrieben hast.
    Ich will auch gar nicht sein. Auch wenn es das einfacher machen würde. Denn ich glaube, diesmal leugne ich wirklich nicht und ich will diesen Menschen nicht verlieren.

    Oh man, so viel Wahrheit steckt einfach in deinen Texten. Danke Lina.

    Reply
  • Verena 19. September 2017 at 10:19

    Nach meiner letzten Beziehung kam es zum klassischen „Wir können Freunde bleiben“ und tatsächlich haben wir noch mehrere Monate in derselben Wohnung gelebt. Was letztendlich kam: die Wut. Plötzlich schlug sie ein. Spätestens da wurde mir klar, dass es gesund ist und zum Heilungsprozess dazu gehört, sich erst einmal voneinander zu distanzieren. Hätte ich das früher erkannt, hätte man vielleicht irgendwann noch eine oberflächliche Freundschaft aufbauen können. So ging es unschön auseinander, das ist jetzt ganz einfach so. Aber das ist in Ordnung.

    Ich freue mich übrigens schon sehr auf dein Buch! Gerade dein Schreiben macht dich so besonders und hebt sich von allen anderen Bloggern hervor <3

    Reply
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