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#TWENTYSOMETHING COLUMN: ES GIBT KEINE KRYPTONIT-MENSCHEN

31. Juli 2017

„Komm her..“, mehr sagt er nicht, mehr braucht es nicht, kein Zögern, kein Diskutieren, kein in die Augen sehen, Augen schließen, meine Taille, die seiner Hand folgt, mein Mund, der seinen findet und die Wand, gegen die wir fallen –  ich ungebremst, ihn mitreißend, wie immer, wenn er mir zu nahe kommt.

Angeblich hat jeder von uns einen Kryptonit-Menschen, jemanden, dem wir immer wieder verfallen, der unsere eine, unüberwindbare Schwachstelle ist, die Falle, die wir uns selbst stellen und nicht überwinden können, die garantierte Selbstaufgabe quasi – jemand, den wir auf Abstand halten müssen, weil wir in seiner geringsten Nähe schon Herz, Kopf und Rückgrat verlieren, uns ihm hingeben, um uns danach wieder aufsammeln zu müssen.

In der ersten Sekunde klingt das unheimlich intensiv. Und wie etwas, das uns in regelmäßigen Abständen völlig gewissenlos fühlen lässt, dass wir lebendig, verletztlich, vor allem aber berührter sind.
Für mich klingt es bescheuert.
Ich glaube nicht an Kryptonit-Menschen*. Nicht in der Liebe. Und das hat in meinem Fall gar nichts mit Vernunft zu tun.

Ich glaube nicht an Texte, die Abhängigkeit glorifizieren, die schwache, vielleicht sogar feige, unechte, manchmal erlogene Momente so schmücken und neu betiteln, bis sie nach tiefen Gefühlen und einem Tumblr Feed klingen, nicht aber nach der tatsächlichen Selbstverleugnung, die sie eigentlich beschreiben.
Ich meine, stellt euch das mal vor. Da soll es also einen Menschen geben, der uns auf ewig so in unserem Innersten schüttelt, dass wir ihm nie entkommen könnten? 
Da soll es immer jemanden geben, für den wir, wenn wir ihn nicht halten könnten, trotzdem immer wieder alles über Board werfen würden?
Wir glauben daran, dass jemand die komplette Kontrolle über uns hat?
Im Ernst? 
Und machen mit diesem Glauben alles andere was wir haben, was wir lieben und was uns prägt, zu einer blassen, zweiten Wahl, die uns zugefallen ist, weil wir die erste nicht haben konnten?
Tut mir Leid, da bin ich raus.

Ich meine, ich glaube daran, dass wir Menschen treffen, die uns unter die Haut gehen, die sich festsetzen, manchmal verhaken und die schmerzhaft ans uns zerren – aber wer könnte so groß sein, dass ich ihm die Kontrolle über mich geben würde, um mir weh tun zu lassen oder mich ins Chaos zu stürzen. Uneingeschränkt. Immer wieder.


Kryptonit-Menschen sind Arschlöcher, die wir glorifizieren.

Kryptonit-Menschen sind Arschlöcher, die wir glorifizieren. Und warum? Weil sie sich so viel schrecklich schöner anfühlen, wenn wir die intensiven Momente mit ihnen so herauslösen, so konserviert und einzeln betrachten, dass sie wie ein unsteuerbares Schicksal strahlen, statt wie die schwache Flucht vor der Realität, die wir hier eigentlich leben.
Weil es sich so viel besser anfühlt, wenn man sich wie eine Ronja Räubertochter vorkommen kann, die die Gefahr selbst sucht und das Risiko in Kauf nimmt, die fällt, sich verletzt und dann weitermacht, statt zuzugeben, dass man sich dann am Ende doch wie Rapunzel verhält, deren ganze Welt, jeder Schritt, vom Auf- und Abtauchen eines Mannes definiert wird.


Ein bisschen als würde man sich unbedingt an dem Unglück festhalten wollten, weil ein großes Unglück nunmal auch für eine große Liebe steht, die zu betrauern sich besser anfühlt, als uns einzugestehen, dass wir einfach nur an irgendeinem Kerl hängengeblieben sind.

Wir fantasieren uns dieses Kryptonit zusammen, es kommt nicht einfach so auf uns zu, wir beschwören es herauf, wir wünschen und bewegen uns in seine Nähe.
Vielleicht, weil wir Schmerz mit Liebe verwechseln.
Vielleicht weil das, was wir sonst haben, uns nicht genug ist.
Vielleicht, weil wir den Kick brauchen, um uns lebendig zu fühlen.
Vielleicht, weil wir diese große Liebe, auf irgendeine Art und Weise spüren wollen, die wir sonst noch nicht gefunden haben.
Vielleicht weil jemanden zu verarbeiten so viel mehr Mut und Kraft erfordert, als sich aufkeimender Schwäche hinzugeben, sich das Hinterherlaufen nur dann leidenschaftlich anfühlt, wenn wir es für etwas unheimlich Großes tun, wenn wir behaupten können, wir hätte keine Wahl gehabt, wenn irgendein Kryptonit legitimieren kann, wieso wir betrogen, uns selbst verletzt, gelogen, uns klein gemacht, uns mies oder feige oder schlicht dumm verhalten haben.

 



Ich weiß, dass sich etwas Schlechtes auch unheimlich gut anfühlen kann.
Ich weiß, dass uns etwas Falsches magisch ansieht.
Das ist in unserem Innersten verankert, wir liebe es, das Falsche oder Verbotene zu begehren, weil es sich nach Regelbruch und stürmischer Freiheit anfühlt.
Aber wer die will, muss auch ihre Konsequenz tragen.
Wer den ersten Stein schmeißt, braucht danach nicht die Hände zu heben.


Das war nicht das Kryptonit, das waren wir selbst.

Sicher, manchmal ist es nicht das Schlechte, was wir suchen,
es ist nicht der Thrill um das Geheime, das Verbotene, es geht nicht um die eine Nacht oder körperliche Anziehung. Manchmal verfallen wir, weil wir immer wieder glauben, vertrauen, hoffen – wollen. Weil wir die Erinnerung falsch geschmückt haben. wie wir das so machen, wenn wir an etwas festhalten.

Wir wollen gar nicht den Menschen, der jetzt, manchmal Jahre später vor uns steht.
Wir wollen die Vorstellung, die wir von ihm haben.
Wir wollen die Emotionen, die diese Vorstellung ins uns auslöst.
Wir wollen glorifizieren und dann noch ein bisschen mehr fühlen können.

Wir erzählen uns, dass wir für die große Liebe leiden, die wir nicht haben können, als wären wir romantische Helden, während wir eigentlich einfach nur allein sind. Einsam.
Das ist die Realität. Mächtiges Tool, diese Wahrheit.
Heftiger, härter, stärker – als jedes Kryptonit.

 

 

Ich komme erst wieder zu Atem – und dann zur Besinnung. Später, als wir uns verabschiedet haben, als ich allein in meiner Wohnung stehe, das Vermissen noch nicht eingesetzt hat, weil meine Endorphine und das befriedigte Verlangen gegen jeden Schmerz kicken. Du bist nicht mein Kryptonit, das hier passiert immer wieder mit Absicht, nicht ferngesteuert, sondern von Impulsen getriggert, denen ich unvernünftig nachgebe. 
Nicht, weil du irgendeine Macht über mich hättest,  sondern weil ein großer Teil von mir nicht aufhören kann zu genießen, wie gut es sich anfühlt, wenn du mich willst. Auch wenn es nur einen Abend lang dauert. Ich sehne mich noch so sehr nach dir, dass ich immer wieder kleine Momente mit dir mitnehme, um sie zu etwas Großem zu glorifizieren, um damit die Wahrheit zu kaschieren, in der ich weiß, dass wir beide einfach immer wieder nie zum selben Zeitpunkt das Gleiche wollen werden. Und ich weiß, dass das aufhören muss. 

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62 Comments

  • Kathi 31. Juli 2017 at 16:19

    Liebe Lina,
    Deine 20 Something Column nimmt echt von Mal zu Mal noch an Qualität zu. Die Texte, die Bilder, das geniale Magazin-Format deines Blogs, das ihn so besonders macht…! Ich liebe es einfach, dich zu lesen. Das Mal vorneweg 🙂

    Und ich sehe es wie du. Ich dachte Mal, ich hätte so ein Kryptonit gefunden, diesen einen Mann. Bis mir bewusst geworden ist, dass ich etwas nachrenne, das nicht existiert. Das tut auch weh, weil man sich dann damit auseinandersetzen muss, statt eben einfach einen Mann im Hinterkopf zu haben, den man für das Scheitern jedes anderen Dates verantwortlich machen kann, weil er einen nicht loslässt… Aber schlussendlich tut man sich damit nur selbst weh und wenn man sich mal von dieser Vorstellung befreit hat, diesen einen nie zu vergessen, kann es so befreiend sein, ihn tatsächlich zu vergessen…even if it’s happening only slowly…
    Liebe Grüße
    Kathi

    Reply
  • fraumau 31. Juli 2017 at 16:20

    Absolut intense! Tolle Einblicke und so in point! 💗

    Reply
  • Alice 31. Juli 2017 at 16:26

    Danke für diesen Text! Du drückst genau das, was ich manchmal fühle und was mich nicht loslässt, so treffend aus. Ich kann es selbst nicht richtig beschreiben, aber du bringst es auf den Punkt.
    Es tut einfach gut diesen Text zu lesen und zu wissen, dass es auch andere gibt, die sich wider der Vernunft doch wieder hingeben, einfach weil der Moment so schön ist.
    Deine Kolumne ist einfach großartig und das liegt daran, dass man merkt, dass sie echt ist. Danke dafür!

    Reply
  • Nadine 31. Juli 2017 at 16:31

    „…und ich weiß, dass das aufhören muss.“
    …….
    ……….
    ………….
    -.-

    Reply
  • Steffi 31. Juli 2017 at 16:32

    Wow! Wunderschön geschrieben und wahnsinnig tolle Bilder, sehr passend! Die ganze Stimmung die du hier erzeugst, wow.. Ich habe mich direkt wieder in meine damalige Situation hineinversetzt gefühlt… Bin echt sprachlos!

    Aber gut, ich drück dir die Daumen, dass es aufhört (und bis dahin, genieß es)… <3

    Reply
  • C. 31. Juli 2017 at 16:50

    Wow…ich bewundere gerade (wieder einmal) deine Ehrlichkeit und deine besondere Fähigkeit Gefühle zu einem Text werden lassen zu können.
    Ich hatte eine ziemlich ähnliche Erkenntnis vor einiger Zeit und es hat verdammt weh getan mir einzugestehen, dass ich selbst daran Schuld habe und ich musste „nur“ mir selbst gegenüber ehrlich sein… Umso mehr bewundere ich deinen Text: schon beim lesen kommt das Gefühl wieder hoch, das ich damals hatte. Man fühlt einfach immer mit deinen Texten mit, dafür wollte ich dir einfach mal danke sagen. Danke, dass du uns teilhaben lässt und man aus all deinen Texten etwas „für sich mitnehmen kann“.

    Reply
  • miau 31. Juli 2017 at 16:53

    Hallo Lina,
    ich finde mich in deinen Worten wieder, und sehe in dieser Thematik viele Dinge ähnlich. Insbesondere der Teil, in dem es nicht um den Menschen, sondern um die Vorstellung/ Erinnerung einer Person geht, schlägt mir die Wahrheit sehr krass ins Gesicht – und du hast einfach Recht damit. Es tut gerade schon weh, wie sehr dein Text grade in mein Leben passt. Ich schaue fast täglich auf deiner Seite vorbei – und war bis jetzt einer der stummen Konsumenten. Diesmal traue ich mich, etwas kleines zu schreiben, denn du triffst den Nagel (mal wieder richtig) auf den Kopf! Wow!

    Reply
  • Sabrina 31. Juli 2017 at 17:23

    Liebe Lina,
    zuallererst einmal: Ich kommentiere nie. Ich bin so eine stille Leserin, die manchmal nickt und sich ein bisschen wiedererkennt, und die manchmal die Dinge etwas anders sieht und das ist auch ok. Manchmal fange ich Kommentare an, weil ich Texte zwischendurch auf der Arbeit lese, und dann höre ich wieder auf, weil ich zurück zum Job muss. Weil ich im Zug sitze und die Internetverbindung so schlecht ist, dass ich einfach nicht senden kann. Oder weil ich im Nachhinein denke: Wen interessieren eigentlich meine 20 cents?
    Jetzt will ich aber einfach mal machen und antworten. Dir was zurückgeben für die Leidenschaft und die Mühe, die Du in Deinen Blog steckst.
    Also: ein großer, präziser, ehrlicher Text ist das! Wie ein Schlag ins Gesicht, aber ein guter. Quasi der Eimer Wasser über meinem Kopf. Ein Text, der wach rüttelt und mit Klischees bricht.
    Ich habe ganz lange mit dieser Idee vom Kryptonit gelebt, bin jahrelang dem Gleichen verfallen, anstatt mich selbst mögen zu lernen. Hat mich viele Jahre gekostet, diese selbst gemachte Dummheit. Deswegen trifft mich Dein Text und gibt mir heute – so ganz unverhofft – eine neue Perspektive.
    Danke für das kalte Wasser, Lina.
    Viel <3 aus Köln

    Reply
  • Pauli 31. Juli 2017 at 17:40

    Verliebt in einen Gedanken, den wir uns selbst ausmalen…um dann doch enttäuscht zu sein, weil unsere Träume nicht in Erfüllung gehen. Welch Ironie, dass wir uns dann oft nicht eingestehen, dass wir von uns selbst und nicht von jemand anderen enttäuscht sind. Oft, wie du es schön umschreibst, mit einer Entschuldigung versehen, die wir als Alibi verwenden und uns nicht der Realität stellen.

    Ein wunderbarer Text von dir! Und die Bilder sind die wirklich sehr schön und sinnlich 🙂

    Reply
  • Corinna 31. Juli 2017 at 17:57

    Danke Lina!
    Auch ich dachte noch vor einigen Jahren, dass ich so einen Kryptonit Menschen habe – bis ich gemerkt habe, dass ich mich selbst verarsche. Das mich der Kick leben lässt. Das auch ich mit ihm gespielt habe, denn auch ich war wohl soetwas für ihn. Warum man soetwas zulässt? Ich weiß es nicht. Diese Abhängigkeit, diese Kontrolle – warum habe ich mich dazu hinreißen lassen obwohl ich als unabhängige starke Frau erzogen wurde?
    Nach etlichen Jahren war mir klar, dass das absolut bescheuert ist. Und das es auch niemals ein Mensch wäre, mit dem ich eine Beziehung führen würde. Und ich steckte und stecke immer noch in einer langjährigen Beziehung, die mich glücklich macht. Nach dem Schlussstrich ging es mir besser. Nun Jahre später denke ich selten an ihn, eher als Freund und nicht als Kryptonit. Und ich weiß, dass es schon viel früher hätte sein sollen.

    Manchmal steckt man so tief in so einer Situation, dass man gar nicht mitbekommt wie doof man sich verhält.

    Liebe Grüße,
    Corinna

    Reply
  • Kyra 31. Juli 2017 at 18:30

    „Wir wollen gar nicht den Menschen, der jetzt, manchmal Jahre später vor uns steht.
    Wir wollen die Vorstellung, die wir von ihm haben.
    Wir wollen die Emotionen, die diese Vorstellung ins uns auslöst.Wir wollen glorifizieren und dann noch ein bisschen mehr fühlen können.“
    Danke für deine Worte! <3

    Reply
  • Sarah 31. Juli 2017 at 18:47

    Ohh wow!
    Danke für den hammer Text!
    Dieses Them schwirrt mir die ganze Zeit im Kopf rum und dein Tect ist genau das Wachrütteln das ich gebraucht habe.

    Reply
  • Laura 31. Juli 2017 at 18:59

    100% agree.
    Sprichst mir mal wieder aus der Seele! Wunderbar geschrieben!

    Reply
  • Carina 31. Juli 2017 at 19:11

    Du sprichst mir so aus dem Herzen! Wunderbare Worte. Genau das ist es, wir wollen die Vorstellung von Jemanden und lassen die bittere Wahrheit außer Acht auf der Suche nach dem Kick, kurzer Verbundenheit.
    Wahnsinnig toller Text, mach bitte weiter so. Nimm uns mit <3

    Reply
  • J. 31. Juli 2017 at 19:23

    Wie einiger hier, gehörte ich bisher auch zu den eher stillen Konsumenten deiner Texte und wie so oft: Chapeau, liebe Lina.

    Wenn man Zeile für Zeile verinnerlicht, kommt einem zeitweise das Gefühl hoch, dich schon eine halbe Ewigkeit zu kennen.
    Nicht, weil du alles ungefiltert von dir preisgibst, sondern weil du es schaffst das *Chaos, das viele von uns beschäftigt in Worte zu packen, zu sortieren …und uns damit die Möglichkeit gibst, uns selbst ein bisschen besser kennenzulernen, zu verstehen.

    Reply
  • HaifischInAspik 31. Juli 2017 at 19:54

    Amen!

    Im Ernst, es tut so gut das mal von jemandem zu hören! Ich hatte über Jahre diesem einen Mann, von dem ich anfangs auch immer als Kryptonit bezeichnet gäbe. Der mir jedes Mal wieder den Atem geraubt hat, mir jedes Mal das Gefühl von unendlicher Sehnsucht gegeben hat. Das Verlangen, die Sucht nach seinem „ich will dich“ – bis irgendwann der Punkt kam an dem ich begriffen habe das gar nicht er der ist, der mich wehrlos macht sondern ich, die zulässt das ich mich so machtlos ihm gegenüber fühle. Von dem Moment am wars vorbei und für mich war das unendliche befreiend.

    Liebe Lina, der Post ist gigantisch (und wow, tolle Fotos!). Es ist so unfassbar schön sie mit solchen Posts wachsen zu sehen. Bitte mehr davon!!!

    Lots of love
    Franzi

    Reply
  • Anonymos 31. Juli 2017 at 20:04

    Hallo Lina,

    der Text ist echt gut geschrieben und ich stimme dir absolut zu, dass man einige Menschen nachträglich auf einen Sockel stellt und verklärt den Blick nach oben richtet. Und auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass man zweite Versuche startet, weil die schlechten Erinnerungen verblasst sind und die guten glorifiziert wurden. Nur um festzustellen, dass es Gründe hatte, warum es schon einmal nicht geklappt hat und die Trennung einen Sinn hatte.

    Es gibt Menschen, mit denen man viel verbindet und die einem immer etwas bedeuten werden..die aber nach einiger Zeit zur Vergangenheit gehören. Auf dem Weg dahin hat man Einsicht gewonnen und ist zu genau dem gekommen, was du beschrieben hast- zu dem Ergebnis, dass man einfach am falschen Kerl hängen geblieben ist.

    Aber ich glaube dennoch an diesen einen Kryptonit Menschen. Aber nicht daran, dass jeder so einen im Hinterkopf hat. Für mich ist es jemand, der bei mir tiefste Emotionen ausgelöst hat..dessen Küsse nicht von dieser Welt waren..einfach aus dem Grund, dass ich ihn kaum ansehen konnte ohne diese wahnsinns Schmetterlinge im Bauch. Wir sind seit Jahren befreundet..und hatten diese intensive Zeit einige Wochen im Alter von 23..waren zuvor mit 15 (vor inzwischen 10 jahren) zum ersten Mal zusammen (erster Freund/Freundin). Kurz und knapp. Aufgrund örtlicher beruflicher Bindung kam keine Beziehung in Frage. Ja..wir konnten uns beide nicht haben. Vlt. Hätte der Alltag nie funktioniert..aber da er schon so lange in meinem Leben ist..und lange zeit mein engster Freund war..und diese Gefühle nie ganz weg waren über so einen langen Zeitraum schon bestehen und dermaßen intensiv waren als wir sie zuließen..aus dem Grund glaube ich an dieses Kryptonit. Ich denke sehr oft an ihn. Ich hebe ihn nicht auf einen Sockel. Weil ich ihn dafür zu gut kenne..aber er ist meine Schwachstelle..weil das zwischen uns etwas ganz besonderes ist und wahr. Und da geht es um das innere Feuerwerk..nicht um glorifizierte Erinnerungen. Ich kann es nicht besser beschreiben weil ich es selbst nicht ganz fassen kann.

    Um das ganze einordnen zu können. Ich bin seit 2 Jahren vergeben und mir sicher diesen Menschen nie verlieren zu wollen..weil er der wunderbarste Partner ist, den ich mir an meiner Seite vorstellen kann. Das ist Liebe die mich absolut erfüllt. Und ich würde mein jetziges Leben für mr. Kryptonit nicht aufgeben..nie. Weil ich es liebe. Aber er würde mich trotzdem treffen. Mitten ins Herz. Ob das jetzt die intensive freundschaft von damals..die unzähligen Erinnerungen oder dieses wahnsinns bauchgefühl ist was mich bei ihm plötzlich und aus dem nichts übermannt..ich weiß es nicht. Aber er macht mich schwach. Daher kryptonit. Nachgeben würde ich dem aber nicht. Doch in dem Moment müsste ich kämpfen.

    Reply
    • Anna 2. August 2017 at 13:03

      Ich war, nachdem ich die (wirklich ausgezeichnete) Kolumne gelesen habe hin und her gerissen. Normalerweise bin ich auch niemand der besonders häufig kommentiert und doch war ich nach dem ersten Lesen versucht, den Text genauso zu beklatschen wie viele andere hier. Ich habe angefangen und es dann wieder gelöscht…
      Die Kolumne hat mich nicht losgelassen und ich war auch mit dem Kommentar-Thema noch nicht fertig, dennoch am nächsten Morgen kam ich zu der gleichen Erkenntnis wie Du.
      Ein Kryptonit Mensch ist für mich nicht das „glorifizierte Arschloch“ wie oben beschrieben, dem ich immer wieder „verfalle“, das ich nie so richtig haben konnte und das im Grunde mit Schmerz verbunden ist. Viel mehr ist er jemand, der in guten Zeiten, Gefühle in mir geweckt hat, die nicht von dieser Welt sind. Und allein der Gedanke an die Zeit, meine Gefühle und Ihn, löst ein Kribbeln aus, dass mir bis in die Haarspitzen geht.
      Auch ich bin seit Langem in einer Beziehung mit dem Mann, mit dem ich mein Leben verbringen will und tatsächlich bin ich, nach Beendigung der Beziehung mit Mr. Kryptonit (ich hoffe es ist okay dass ich das Synonym geklaut habe 😉 ), ihm nicht wieder verfallen. Obwohl es jedes Mal, Kraft gekostet hat, stark zu bleiben und wahrscheinlich auch noch eine Weile Kraft kosten wird…

      Reply
  • Steffi 31. Juli 2017 at 20:05

    Oh mein Gott
    Ich habe selten so ein wunderbar treffenden Text gelesen
    Du sprichst aus was ich schon lange tief in mir weiss
    Auch dass es mir nicht gut tut
    Ich aber noch nicht bereit bin es aufzugeben…..

    Reply
  • Tine Bine Honigwabe 31. Juli 2017 at 20:23

    Toller Text, wie immer! Und die Fotos absolut genial. Du siehst toll aus!

    Reply
  • Bianca 31. Juli 2017 at 20:30

    „Ich komme erst wieder zu Atem – und dann zur Besinnung. Später, als wir uns verabschiedet haben, als ich allein in meiner Wohnung stehe, das Vermissen noch nicht eingesetzt hat, weil meine Endorphine und das befriedigte Verlangen gegen jeden Schmerz kicken. Du bist nicht mein Kryptonit, das hier passiert immer wieder mit Absicht, nicht ferngesteuert, sondern von Impulsen getriggert, denen ich unvernünftig nachgebe.
    Nicht, weil du irgendeine Macht über mich hättest, sondern weil ein großer Teil von mir nicht aufhören kann zu genießen, wie gut es sich anfühlt, wenn du mich willst. Auch wenn es nur einen Abend lang dauert. Ich sehne mich noch so sehr nach dir, dass ich immer wieder kleine Momente mit dir mitnehme, um sie zu etwas Großem zu glorifizieren, um damit die Wahrheit zu kaschieren, in der ich weiß, dass wir beide einfach immer wieder nie zum selben Zeitpunkt das Gleiche wollen werden. Und ich weiß, dass das aufhören muss.“

    154 Worte die mir für kurze Zeit den Atem raubten – 154 Worte die ins Schwarze treffen.

    Im Prinzip sind wir unser eigenes Kryptonit…

    Reply
    • Lina Mallon 31. Juli 2017 at 21:54

      Genau das. <3

      Reply
  • Lena 31. Juli 2017 at 21:10

    So toll geschrieben, auch wenn ich grade nicht mal eine bestimmte Person im Kopf habe, haben mich deine Worte stark berührt.

    Reply
  • A 31. Juli 2017 at 21:29

    Lina, du bist einfach toll!
    Deine Kolumnen sind Balsam für die Seele auf die ich mich jedes Mal auf’s Neue freue, ja sogar richtig auf sie hinfiebere, denn sie sprechen mir IMMER aus dem Herzen. Erst vorhin hatte ich ein Gespräch mit einer Freundin über meinen Kryptonite und deine Kolumne rückt das alles jetzt in ein ganz anderes Licht. Danke dafür!!!

    Reply
  • Katie 31. Juli 2017 at 23:38

    Ich hatte auch so einen „Kryptonit Menschen“ und habe drei verflucht lange Jahre damit zugebracht an der Sache festzuhalten.

    Interessanterweise haben Er und Ich nach einem Jahr des Loslassens und ohne jeglichen Kontakt, durch ein zufälliges Treffen wieder zueinander gefunden und nochmal gewagt aufeinander zuzugehen. Das hat zur Folge, dass wir entgegen allen Gesetzen der ungesunden Bindungen auf den zweiten Anlauf alles richtig machten und nun eine glückliche und ausgewogene Beziehung führen. (Klingt wie ein Märchen, ich weiß)

    So durfte ich unter anderem zwei Dinge lernen:

    (1.) Wir sehen oft tatsächlich etwas in einem Menschen, was auch wirklich vorhanden ist. Jedoch schaden wir (2.) mit der Vergötterung nicht nur uns, sondern auch unserem gegenüber.

    Indem wir Ihn (oder Sie) immer wieder idealisieren, lösen wir unglaublich viel Druck aus, einerseits durch die hohen Erwartungen und andererseits durch die riesige Ladung Verantwortung, die wir jemandem in die Hände geben, wenn wir Ihn zu unserer Sonne werden lassen. Nach so viel Aufmerksamkeit hat selten einer unserer Kryptonite gefragt und am Ende sind sie der Arsch, weil sie unsere Herzen brechen.. Ganz schön egoistisch eigentlich …

    Denkt mal darüber nach 🙂

    Liebe Grüße <3

    Reply
  • Sarah 1. August 2017 at 07:29

    Danke Lina!
    Ich werde diesen Text ausdrucken und ihn jedes Mal einer meiner Freundinnen geben, wenn die mal wieder von einem Arschloch nicht loskommt. Bzw. nicht loskommen will.

    So wahr, so toll geschrieben. So oft selbst erlebt.

    Reply
  • Lola 1. August 2017 at 08:51

    Verdammt und autsch.. Erst dachte ich, nachdem ich den Titel der Column gelesen hab ’nä, das kann man jetzt so nicht sagen‘, dann las ich weiter und dann ‚Verdammt sie hat recht‘ und dann kam autsch.. Man tut sich das also alles selbst an?!
    Ich bin jedes mal sehr berührt, wenn ich die Kolumnen lese aber auch immer wieder erschüttert über die Wahrheiten, die du, liebe Lina, aussprichst.
    Aber bitte, mach weiter so, erschütter mich. Man sagt ja, Selbsterkenntnis ist der Weg zur Besserung..
    Danke für diesen tollen Text!

    Reply
  • Anni 1. August 2017 at 09:44

    Lange keinen Kommentar mehr verfasst, aber jetzt hab ich einfach das Bedürfnis Danke zu sagen für einen wahnsinnig guten & wahren Artikel. Deine Zeilen zu lesen hat mich berührt & ich habe mich zwischen ihnen wiedererkannt & auch ein bisschen ertappt gefühlt.

    Reply
  • Franka 1. August 2017 at 10:03

    „Ich weiß, dass sich etwas Schlechtes auch unheimlich gut anfühlen kann.
    Ich weiß, dass uns etwas Falsches magisch ansieht.
    Das ist in unserem Innersten verankert, wir liebe es, das Falsche oder Verbotene zu begehren, weil es sich nach Regelbruch und stürmischer Freiheit anfühlt.
    Aber wer die will, muss auch ihre Konsequenz tragen.
    Wer den ersten Stein schmeißt, braucht danach nicht die Hände zu heben.“

    Genau das – und nur das trifft ins schwarze und fasst das ganze „Drama“ was wir uns selbst inszeniseren perfekt zusammen.

    Wir wollen das bereuen per sé nicht ganz wahr haben/akzeptieren und schieben dem anderen den schwarzen Peter zu. Geht einfacherer als sich selbst den Drang zu „Selbstkasteiung“ einzugestehen.

    Dein Schreibstil und deine Bilder gefallen mir immer immer mehr.
    Ich bin so froh mitzuerleben wie du dich als Bloggerin, Schreiberin, Grafikerin, fotografin usw. weiterentwickelst. Mach weiter so!
    Ich hoffe zu inspirierst viele Bloggerinnen und auch Leserinnen dazu mit sich (Geist, Seele und Körper) in Einklang zu bringen.
    Auf deinen Bildern (finde ich) sieht man wie gut du im Gleichgewicht mit der Selbst bist.
    Freut mich ungemein. 🙂

    Reply
  • Tina 1. August 2017 at 10:07

    Wow. Zu Text und Bildern. Einfach Wow.

    Reply
  • jasmin 1. August 2017 at 10:12

    puuuuh!
    wahre, wahre worte…
    habe selbst ewig an die kryptonit- story geglaubt, mich richtig daran festgeklammert.
    aber, wie du schon sagst, ich habe es selbst in der hand.
    & ich bin es so leid!
    denn das ist es ja definitiv, „leid“& „leiden“ statt geliebt zu werden.
    zur zeit bin ich distanzierter& das tut unheimlich gut. unterbinde jeden kontakt. habe einen tollen mann an meiner seite.
    bloß die erinnerungen bleiben bittersüß.
    danke, für „ein wenig mehr den absprung schaffen“.
    danke, für diese berührenden worte.
    <3

    Reply
  • Franziska 1. August 2017 at 10:25

    Liebste Lina,
    es ist einer deiner Texte, die mich mal wieder total fesseln und mitreißen! Die gewählten Worte, die so perfekt in deinen Sätzen platziert sind – einfach genau getroffen.
    Ich lese und genieße jeden einzigen Artikel von dir und wollte dir einfach mal danken – danken für deine bewegenden Worte.

    Sei ganz lieb gegrüßt (:

    Reply
  • Jule 1. August 2017 at 10:55

    „Wir wollen gar nicht den Menschen, der jetzt, manchmal Jahre später vor uns steht.
    Wir wollen die Vorstellung, die wir von ihm haben.
    Wir wollen die Emotionen, die diese Vorstellung ins uns auslöst.“

    Liebe Lina,
    damit beschreibst Du sehr treffend, wie kräftezehrend dieser Kampf zwischen Vorstellung und Realität ist. Das ist kein Kampf, den wir mit einer anderen Person austragen, dieser Kampf findet alleine in uns statt.
    Und es ist doch jedes Mal aufs Neue so schwer nein zu sagen und den Kopf gewinnen zu lassen. Auf den Stolz zu warten, dass man sich gegen sich selbst durchgesetzt hat und danach vielleicht sogar glücklicher ist, als wenn man nachgegeben hätte.
    Danke.

    Reply
  • Julia 1. August 2017 at 11:20

    „Wir wollen gar nicht den Menschen, der jetzt, manchmal Jahre später vor uns steht.
    Wir wollen die Vorstellung, die wir von ihm haben.
    Wir wollen die Emotionen, die diese Vorstellung ins uns auslöst.Wir wollen glorifizieren und dann noch ein bisschen mehr fühlen können.“

    Genau das ist es und nichts anderes. Genau zu dieser Erkenntnis kam ich auch vor ein paar Tagen. Du sprichst mir aus der Seele mit diesem Text!

    Danke dafür!

    Alles Liebe
    Julia

    Reply
  • Käthe 1. August 2017 at 12:27

    Danke!

    Dieser Post ist so unfassbar gigantisch. Jedes Wort und jedes Bild sitzt, trifft und wirkt nach.

    Reply
  • Ri 1. August 2017 at 14:22

    Aber woher weiß ich denn, ob mach tatsächlich nur einer romantischen Vorstellung von etwas, das einmal war hinterher rennt, oder ob es tatsächlich die große Liebe war, die man gehen lassen hat. Wenn es nach zwei Jahren immer noch so fürchterlich weh tut und kein Tag vergeht, an dem man nicht an den anderen denken muss. Selbst wann man sich schon wieder in einer Beziehung befindet. Wenn auch nur mit dem halben Herzen..

    Reply
  • Jenny 1. August 2017 at 17:08

    Liebe Lina,
    ich habe noch nie einen Kommentar auf einem Blog verfasst, da ich auch eher eine stille Mitleserin bin und das schon sehr sehr lange. Ich habe zu früheren Zeiten, als es noch nicht so viele Blogs gab, jeden neuen Beitrag verschlungen. Mittlerweile sind die ganzen Blogs von damals aber nur noch langweilig und zu einer Werbefläche verkommen. Du bist tatsächlich der einzige Blog, den ich mittlerweile noch lese. Was ich damit sagen will: Mach weiter so! Deine Kolumnen sind der Wahnsinn und berühren ungemein. Deine Entwicklung ist so gigantisch!
    Hut ab!

    Reply
    • Lina Mallon 1. August 2017 at 17:46

      Liebe Jenny,

      vielen, vielen Dank! <3
      Das bedeutet mir echt viel sowas von euch zu lesen!

      Reply
  • Corinna 1. August 2017 at 19:43

    Fuck. Du hast so recht. Und ich mir bisher dazu was vorgelogen. Danke für diese Worte!

    Reply
  • Lou Salome 1. August 2017 at 20:04

    „Kryptonit-Menschen sind Arschlöcher, die wir glorifizieren.“ … ich bin tief beeindruckt. Das war seit langem einer der besten Texte die ich gelesen habe. So tief, so ehrlich mit so viel Reflexion gestrickt dass ich grade selbst etwas schockiert bin. Das meine ich absolut im positiven Sinne. Quais eine Anleitung oder ein Weg zur Selbsterkenntnis…. Ich würde jetzt gerne eben so tiefgründige Worte finden um zu beschreiben was der Text in mir auslöst… Aber mit fehlen tatsächlich die Worte die das nur annährend beschreiben würden…
    Unglaublich gut! Danke

    Reply
  • Saskia 1. August 2017 at 20:40

    Hallo Lina, ich finde es fantastisch, wie du dich mit diesem Thema auseinandersetzt – rational und eigenverantwortlich anstatt sich selbst als „Opfer“ eines „Kryptonit-Menschen“ zu sehen. Sich klar zu machen, dass man immer ein Wahl hat und dass man selbst vielleicht heraufbeschwört, immer wieder schwach zu werden.
    Ich danke dir dafür, dass du diese Perspektive teilst, anstatt den hundertsten Text darüber zu schreiben, wie man sich nicht gegen diesen einen Menschen wehren kann.

    Reply
  • LAURA 1. August 2017 at 20:56

    Liebe Lina,
    ich bin durch deinen Podcast auf deine Kolumne aufmerksam geworden und von dem Moment an, als ich den Playbutton drückte, haben deine Beiträge mir den Atem geraubt – weil ich mitfühle und mich wiedererkenne. Manchmal steck ich mittendrin, machmal habe ich bereits den nötigen Abstand.
    Mit diesem Beitrag hast du es geschafft, alles, was ich fühle, denke und vielleicht auch nicht wahrhaben möchte in einem Beitrag niederzuschreiben. Tief in mir bin ich froh, dass ich nicht die einzige bin, die dieses Phänomen kennt und erlebt.
    Vielen Dank für deine Worte, deine Gedanken haben meine ein Stück weiter gebracht!
    Liebe Grüße
    Laura

    Reply
  • @about.mila 1. August 2017 at 21:08

    Wow.

    Ich bin sprachlos über diesen Text. Besonders die letzten beiden deiner Zeilen haben mich extrem berührt, das ist alles so unglaublich wahr.

    Ich glaube, jede die deinen Text liest, kann ihn so wahnsinnig fühlen, weil sie selbst in so einer Situation ist oder bereits war.

    Und eigentlich ist es doch so dumm, dass wir uns das selbst antun. Ich glaube aber, dass wir das manchmal einfach tun müssen, um uns lebendig zu fühlen.

    Ich wünsche nur jeder, dass sie irgendwann aufhört alles auf das Kryptonit zu schieben und beginnt, sich selbst mehr zu lieben, als die Vorstellung dieser einen Person.

    Reply
  • Marilott 1. August 2017 at 21:15

    Liebe Lina,
    Auch ich reihe mich ein in den Club der eher ’stillen Leserinnen‘. Diesmal will ich dir aber einen Kommentar da lassen. Weil ich dir einfach sagen will, dass du für mich eine großartige Schreiberin bist, die mir mit ihren Texten schon unzählige Male durch neue Impulse geholfen hat.
    Hut ab vor Deiner stetigen, grandiosen Arbeit! Deine Blogeinträge sind für mich oft eine Belohnung zum Feierabend 🙂
    Grüße aus Berlin

    Reply
  • Anonymous 1. August 2017 at 21:38

    liebe lina.
    ich lese deine texte schon seit… puh sehr sehr sehr vielen jahren. ich habe bis jetzt glaube ich noch nie kommentiert.
    aber das hier ist der beste text, den ich jemals von dir gelesen habe. und ich kann unter fast jeden satz einen haken machen.
    🙂 danke dafür.

    Reply
  • Isabelle 1. August 2017 at 23:47

    Und ich weiß dass, das aufhören muss. Genau den selben Satz habe ich mir erst wieder gesagt. So viel wahres und Mut in ein paar Zeilen. Danke! Vielleicht habe ich genau den Anstoß gebraucht. Danke liebe Lina!

    Reply
  • Julia 2. August 2017 at 09:39

    Liebe Lina,
    auch ich reihe mich ein in den Club der ’stillen Leserinnen‘. Jetzt muss ich jedoch auch mal einen Kommentar posten.
    Ich finde Deinen Schreibstil großartig und ich freue mich jedes mal, wenn Du einen neuen Beitrag veröffentlichst und ich MUSS ihn sofort verschlingen 😉
    Mit vielen Beiträgen besonders den Kolumnen hast Du mir in letzter Zeit neue Impulse gegeben, mich aus Tiefs geholt oder ich fühlte mich einfach zu 100 % verstanden und habe mich darin wiedergefunden.
    Mach weiter so! Danke für deine Texte. Texte, die zum Nachdenken, zur Selbstreflexion anregen. Danke, dass Du so viel Persönliches mit uns teilst. Es ist großartig wie Du Deinen Emotionen die passenden Worte verleihst!
    Liebe Grüße aus München
    Julia

    Reply
  • tina 2. August 2017 at 10:44

    Das Lesen & für sich Reflektieren tut weh, ist aber der einzig richtige Weg aus der Selbstzerstörung.

    Danke, wie immer on Point! Du ahnst nicht, wie sehr ich mich auf dein Buch freue <3

    Reply
  • Catha 2. August 2017 at 11:13

    Liebe Lina,

    Vielen Dank für diesen Text. Ich stecke gerade selber in so einer Situation. Ich weiß eigentlich, dass sie schlecht für mich ist, aber irgendwie fühlt es sich gut, lebendig an.

    Dein Text spricht mir so aus der Seele.

    Liebe Grüße
    Catha

    Reply
  • Lara 2. August 2017 at 13:15

    I feel you

    Reply
  • issa 2. August 2017 at 13:45

    hach, lina, grossartig! und mitten ins herz, oder wohl noch schlimmer – in den kopf!
    der letzte abschnitt, er hallt nach.

    danke, dass du mit uns deine wunderbare arbeit, dein ausserordentliches talent teilst – eine bereicherung!

    Reply
  • Sabrina 2. August 2017 at 18:34

    Liebe Lina,
    und wieder einmal triffst du irgendwie genau ins Schwarze. Ich sitze hier gerade mit einem Kloß im Hals nachdem ich die Kolumne gelesen habe, einfach nur weil du die Situation, dieses unvernünftige Schönreden und Auf-ein-Podest-stellen von etwas von dem man – wenn man mal einen Moment lange vernünftig und vor allem ehrlich ist – weiß, dass man es eigentlich schon längst abschreiben sollen hätte, so gut triffst. Danke für die ehrlichen Worte, auch wenn es vielleicht keine sind, die man gerne hört obwohl man ohnehin schon längst selber so fühlt

    Reply
  • Julia 2. August 2017 at 22:23

    Toller Text, interessante Sichtweise und sehr passend, weil ich seit einiger Zeit auch über Kryptonitmenschen nachdenke. Ich hab auch etwas, das in die Richtung geht und sehe es teilweise ähnlich wie du. Andererseits finde ich es ein bisschen zu sehr rationalisiert. Du hast Recht, niemand hat so eine Macht über uns, andererseits kann Liebe – oder etwas das man dafür hält – sehr machtvoll sein. Ein Livestream zu dem Thema wäre toll. Oder ein Podcast

    Reply
  • Klara 3. August 2017 at 09:44

    Liebe Lina,
    dieser Artikel trifft es so auf den Punkt. Danke. Ich erkenne mich in nahezu allem so wieder. Ich danke DIR!

    Reply
  • Stefanie 3. August 2017 at 14:21

    Danke für diesen tollen und zum Nachdenken anregenden Text!
    Man glorifiziert und tarnt das Gefühl unter dem Deckmantel Kryptonite. Doch, wie Du so gut beschrieben hast, ist es einfach nur Hoffen und nicht los lassen können, weil
    die einzelnen Momente sich zu gut anfühlen. Es tut einfach Beides weh, das Loslassen, wie das Festhalten.

    LG Steffi

    Reply
  • Linda 3. August 2017 at 16:45

    Ab der ersten Zeile hatte ich diese eine Person, meinen Kryptonit-Menschen im Kopf. Seit 10 Monaten mein Freund. Von Anfang an hat er mich fasziniert, gefesselt und dennoch konnte ich ihn scheinbar niemals bekommen. Ich habe mich von ihm abhängig gemacht, meinen damaligen Freund mit ihm betrogen, mehrmals, und ihn einfach nicht aus dem Kopf bekommen. Nie. Habe mich verarschen lassen, mich nächtelang in den Schlaf geweint, mir Hoffnungen gemacht und dann doch wieder auf die Fresse gefallen. Und dann plötzlich, als ich es fast geschafft hatte, da kam dieser Kryptonit-Mensch wieder in mein Leben – und plötzlich war alles anders. Er war anders. Und dann war da Hoffnung…und plötzlich eine Beziehung, ein „Ich liebe dich“. Wie kann das sein? Aber vor allem: Ist das richtig? Ist es richtig nach allem was passiert ist? Nach all der Scheiße, die ich wegen ihm durchgemacht habe? …….In manchen Momenten quälen mich diese Fragen und gleichzeitig auch die Frage, ob ich die Beziehung so will. Oder ob es doch immer noch diese Vorstellung des Kryptonit-Menschen ist. Ob ich glücklich bin? Ich weiß es nicht. Ich weiß es einfach nicht.

    Reply
  • Susi 4. August 2017 at 10:16

    Puhpuhpuh. Sehr wahr. Sehr klug.

    „Kryptonit-Menschen sind Arschlöcher, die wir glorifizieren. Und warum? Weil sie sich so viel schrecklich schöner anfühlen, wenn wir die intensiven Momente mit ihnen so herauslösen, so konserviert und einzeln betrachten, dass sie wie ein unsteuerbares Schicksal strahlen, statt wie die schwache Flucht vor der Realität, die wir hier eigentlich leben.“

    Ja.

    Reply
  • Antonia 8. August 2017 at 12:30

    Liebe Lina,
    ich danke dir. So, so sehr. Ich habe mich in deinem Text wiedergefunden, denn genau darin stecke ich fest. Mein „Ex-Freund“ (wir waren nie offiziell ein Paar) und ich haben uns nach über 2 Jahren getrennt und manchmal schweife ich mit meinen Gedanken weg, löse einzelne Momente aus meinen Gedanken, male mir die Erinnerungen aus, mache sie stärker als sie waren und wünsche mir danach, „das Ganze“ einfach zurück. Ihn zurück. Ich male es mir aus, als hätten wir jemals etwas richtig Großes gehabt und manchmal, da wach ich auf. Dann fällt mir ein, dass alles gar nicht so toll war, wie ich es mir in meinen Gedanken sage. Dass er tatsächlich gar nicht so unersetzbar war, dass er eben nicht mein großes Glück war, dass die Momente zwar schön waren, aber nicht so schön, dass man sie nie wieder so oder noch besser erleben könnte. Dann fällt mir ein, dass ich mich wieder selbst belüge.

    Der Text ist dir sehr gelungen und wird für mich nun immer wieder ein Anker sein, wenn ich dem Versinken nahe bin. DANKE.

    Reply
    • Lina Mallon 8. August 2017 at 12:35

      <3

      Reply
  • Trixi 10. August 2017 at 15:50

    Ja, auch ich habe da diese eine Schwachstelle, die wie du so schön beschreibst, immer wieder in meinem Kopf glorifiziert wird. Trotz dessen bleibt mein Kryptonit kein Arschloch. Er ist Fluch und Segen für mich. Fluch deshalb, weil ihn mein Kopf nicht loslassen möchte und Segen darüber, welche Gefühle er einmal in mir ausgelöst hat bzw. immer noch auslöst. Deswegen sollte man ihn als schöne Erinnerung in seinem Kopf behalten, allerdings nicht mehr und nicht weniger. Immer wieder habe ich innerliche Kämpfe geführt um ihn endlich zu vergessen und bin damit kläglich gescheitert. In schwachen Momenten hält mich der Gedanke aufrecht, das da jemand ist/ war , der mich oder den ich wirklich geliebt hat/habe. Und leider habe ich seitdem nie wieder jemanden getroffen, der solche Gefühle in mir ausgelöst hat. Oftmals gebe ich dem Kryptonit die Schuld, dabei bin ich es, die nicht loslassen kann. Vielleicht weil unser bestehendes Verhältnis nie wirklich beendet wurde und mein Kopf die Hoffnung nicht aufgeben will, dass es doch noch eine gemeinsame Zukunft für uns gibt. Dabei haben wir schon lange keinen Kontakt mehr… Manchmal tröstet mich mein Kryptonit gedanklich über die Einsamkeit.
    Aber ICH sollte endlich loslassen , um frei zu sein…

    Reply
  • Trixi 10. August 2017 at 15:54

    P. S. Danke für diesen Text, der mich so zum Nachdenken angeregt hat. Danke das du so viel von deinem Innersten Preis gibst. Danke das du viele Menschen (mich eingeschlossen) berührst und das man sich mit vielen Dingen nicht so allein fühlt.
    Weiter so!
    Von einer treuen Leserin

    Reply
  • sunny 14. August 2017 at 15:55

    Großes danke Lina!!! Erkenne mein mieses halbes Jahr im letzten Jahr und mich selbst dabei extremst wieder….

    Wahrscheinlich eine ganz ’normale ‚ chemische Reaktion in uns…. können wir wahrscheinlich ganz sicher nichts für! Keine Zeit + Erfahrung der Welt war umsonst oder verschenkt!!

    Reply
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