LIFESTYLE: DIE ANDEREN 70% FEIERN – MIT JULES MUMM

16. Dezember 2016

Dezember. Kalenderwoche irgendwas mit 50. Sicher, ein paar der besten Momente des Jahres liegen noch vor uns – und doch kommt man nicht umhin schon mal kurz über die Schulter und auf 2016 zurückzublicken. Was von dem, was auf der Liste stand, ist abgehakt? Was könnte man schnell noch über die Bühne bringen? Und woran misst man eigentlich, ob es ein gutes Jahr war? Weil der Job gut lief? Die Selbstverwirklichung Form annahm? Weil das mit der neuen, größeren Wohnung geklappt hat? Weil wir uns endlich verliebt haben? Nicht, dass das keine Ziele wären, die man nicht wirklich schätzen könnte. Zufriedenheit im Job, von der Bucketlist gestrichene Träume, a little love, das alles sind Dinge, die ein Jahr zu einem Guten machen können – aber – und das ist der Gedanke, der mir kommt, als ich vor gut einer Woche an meinem Schreibtisch sitze und durch den beinahe verstrichenen Kalender blättere, eben auch nicht zwingend müssen.

Mein Beziehungsstatus? Gleich geblieben.
Mein Job? Schwieriger geworden, herausfordernder, wenn nicht weniger ausfüllend.
Die Wohnung? Nicht größer, aber in einem neuen Viertel. Ok, der Umzug, der war wirklich etwas, das mein Jahr bestimmt und Richtung Glück gedrängt hat. Nicht einmal, weil ich jetzt großzügiger wohnen würde, im Gegenteil, ich habe mich um ein Zimmer verkleinert, sondern weil ich hier angekommen bin. Weil ich in Eimsbüttel nicht wohne, sondern meinen Platz gefunden habe.

Ich stehe auf, um mir einen zweiten Kaffee zu machen. Während Milchschaum sich mit Koffein vermischt, fällt mein Blick auf die Seite des Kühlschranks…

WAS DIE ANDEREN 70% AUSMACHT..

 

Dass ich mich hier so wohl fühle, dass ich mich verankert fühle, aber frei genug, um zu rennen, wenn mir danach ist, dass ich weiß, wie sich Zufriedenheit anfühlt, wenn man die Tür hinter sich zufallen lässt oder dass ich genau so gerne nach Hause komme, wie wieder loszuziehen – das liegt nicht am neuen Parkett oder den großen Fenstern.
Es liegt an den Bildern, die ich mit Magneten angeheftet habe und die ich jedes Mal ansehe, wenn ich hier stehe, meistens zum ersten mal gegen 07:00 Uhr.

Mein 2016 wurde unerwartet gefüllt, vergrößert und ausgemalt. Von allem, was ich nicht geplant hatte, vor allem aber von großartigen Menschen gefüllt. Mit Ankern und Feuerwerk, mit leisen Augenblicken und stürmischen Umarmungen. Mit jedem kleinen Mittagessen, mit jedem Spaziergang, jedem Stau, jeder Postkarte im Briefkasten, jedem Roadtrip, jedem zertanzten Abend, jedem Sonntagsbrunch, jedem Whisky Sour, der zu viel war, jedem Wort, das sein musste, jedem Tief, in dem ich nicht allein war und jedem Takt, den wir gelebt haben. Sie sind es, die in diesen 365 Tagen den Unterschied gemacht haben.
So sehr, wie vielleicht in noch keinem Jahr zuvor.

JULES_MUMM_COLLAGE_1

Jules Mumm fragte mich, auf was ich in diesem Jahr anstoße. Worauf ich stolz bin, was ich erreicht habe und worauf ich einen Toast bringen und noch mindestens ein zweites Glas trinken wollen würde.

Nein, nicht auf den Job, nicht auf irgendwelche abgehakten To Do’s, nicht auf messbaren Erfolg. Auf sie. Auf all (!) die Menschen, die 2016 ausgemacht haben. Ich weiß, das klingt nach einer Phrase, die man schnell mal dahin sagt und dann nicht genug meint, aber mal ehrlich: wie oft feiern wir schon das, was wir immer haben? Was nebenbei passiert? Was alltäglich ist?

Als ich die Flaschen in den Kühlschrank lege, kommt mir genau dieser Gedanke in den Kopf. Auf Anlässe stößt man an. Auf Erfolge, Errungenschaften, ja selbst Trennungen, Aber auf alles, das keinen Anlass hat? Das täglich das Leben füllt? Das eigentlich den Tag, die Woche oder das Jahr ausmacht?

Ich nehme das Handy in die Hand. „Was macht ihr heute Abend? Habt ihr Lust spontan einfach rumzukommen?“, schreibe ich Regina und Luise. „Hast du was besonderes vor?“ „Nur mal wieder mit euch anstoßen, die Woche austanzen und loslassen, haben wir viel zu lange nicht gemacht..“ „Wieso? Hast du Neuigkeiten? Gibt es einen bestimmte Grund?“ „Na euch zum Beispiel..“ 

Als ich die Mädels später frage, was ihr Jahr ausgemacht hat, wenn sie die großen Glücksmomente mal subtrahieren, wenn sie auf die anderen 70% des Jahres gucken, antworten sie ähnlich. „Klar, dieses Jahr verblassen die Alltagsmomente ein bisschen, weil Henry geboren wurde“, sagt Regina. „Aber vielleicht ist es dieses schöne Gefühl, wenn die Menschen, die du liebgewonnen hast, sich mit dir freuen, dein neues Anhängsel sondern ebenso mögen, wie dich und sich zwar alles verändert – aber doch gar nicht so viel.“ Einen Moment später, fügt Luise noch hinzu: „Wenn ich an das denke, was mich dieses Jahr ehrlich, richtig tief glücklich gemacht hat, dann waren das unsere Roadtrips, Musik gemeinsam fühlen, mitsingen, auf Festivals mitleben, alles rauslassen. Klingt vielleicht banal und total klein, aber das ist die allerbeste Erinnerung des Jahres.“  Und irgendwie sind das genau die richtigen Worte.

Cheers auf genau das. Auf die anderen 70% des Jahres, auf alles, was sie nebenbei ausmacht, auf noch so Kleines oder Alltägliches. Auf das, was den Unterschied gemacht hat. Hears to us! Hears to friends, family, fellows, folks and all those who surround you for good!

*in freundlicher Kooperation mit Jules Mumm 

 

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10 Comments

  • Vanessa 16. Dezember 2016 at 12:38

    Hallo liebe Lina,

    man merkt ihr hattet Spaß! Tolle Fotos. Tolle Story! Und ja, man sollte auch noch mehr die Dinge sehen die nebenbei laufen und einem meist mehr voran bringen als die einmaligen Momente (obwohl, auch die können besonders und wichtig sein!)

    LG Vanny <3

    P.s. das erste Foto wo du deine Augen so wie aufreißt ist göttlich. 😀

    Reply
  • Mandy 16. Dezember 2016 at 14:13

    Genauso. Ich hab sogar ein bisschen einen Kloß im Hals, weil ich dir in so vielen Aussagen zustimmen kann.Ich finde das man nicht immer nur auf große Momente warten und/oder sie feiern sollte.Gerade in solchen unruhigen Zeiten, ist das sich besinnen, das hier und jetzt genießen und Leben genauso wichtig! Nur weil man vielleicht keine Milestones abgearbeitet hat, ist das Jahr nicht weniger Wert oder schlecht. Ich feier einfach das alle bald wieder zusammen kommen und sich freuen, das wir gesund und munter sind.

    Reply
  • Nora 16. Dezember 2016 at 15:03

    „Mit Ankern und Feuerwerk, mit leisen Augenblicken und stürmischen Umarmungen. Mit jedem kleinen Mittagessen, mit jedem Spaziergang, jedem Stau, jeder Postkarte im Briefkasten, jedem Roadtrip, jedem zertanzten Abend, jedem Sonntagsbrunch, jedem Whisky Sour, der zu viel war, jedem Wort, das sein musste, jedem Tief, in dem ich nicht allein war und jedem Takt, den wir gelebt haben“

    So wunderschön gesagt! Mehr habe ich nicht hinzuzufügen. Toller Artikel und schöne Bilder!
    Liebe Grüße

    Reply
  • Lena 16. Dezember 2016 at 15:54

    Schön, Lina! Das ist, glaube ich, die tollste Kooperation, die ich je gelesen habe! Danke dafür und ein schönes Wochenende für dich!

    Reply
  • Michelle 16. Dezember 2016 at 16:32

    Ich finde das hast du wirklich schön ausgedrückt Lina und genau auf den Punkt gebracht. Dein Text bringt mich zum Nachdenken. Ich erwische mich selbst dabei dass man, wenn man ein Jahr Revue passieren lässt natürlich erstmal an die vermeintlich „großen“ Dinge denkt – Job, Beziehung, große Reisen .. hab ich da was „erreicht“? Wie du auch schon gesagt hast. Dabei kann man ja auch einfach mal dankbar dafür sein dass man Menschen um sich hat, die für einen da sind wenn man sie braucht, die sich freuen wenn du von der großen Reise zurückkommst und die auch einen unspektakulären Sonntag schön machen, weil ihr zusammen Kaffee trinken geht.

    Danke für diesen Gedankenanstoß 🙂

    Reply
  • Lou 16. Dezember 2016 at 18:40

    Ein ganz toller Beitrag und die Fotos strahlen so eine festliche Laune aus <3

    Reply
  • simone 17. Dezember 2016 at 08:55

    das ist so großartig, dass Du glücklich bist und tolle Mädels um Dich hast, darauf könnt Ihr wirklich anstoßen
    Freundschaft und Ankommen ist wichtig, darauf Prost

    Reply
  • FashionqueensDiary 17. Dezember 2016 at 10:57

    Wunderbare Worte, die im Idealfall jeder so am Jahresende wiedergeben sollte. Und die Bilder: einfach nur wahnsinnig toll – so soll es aussehen, wenn man Spaß hat! Klasse umgesetzt <3

    Reply
  • Miriam 20. Dezember 2016 at 20:19

    Die Fotos sind unheimlich cool und der Eintrag auch sehr persönlich und schön!

    Reply
  • belle xoxo 20. Dezember 2016 at 21:31

    Du hast vollkommen recht. Auf die besonderen Menschen im Leben kommt es an und nicht die Life Events, die erreicht wurden. Was sind schon Life Events, wenn man sie nicht mit jemandem teilen kann.
    belle – bellexoxoblog.wordpress.com

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