#MALLONMOVES: PROJEKT BETONWAND | TUTORIAL

17. März 2016

Es war gleich das erste Projekt, das ich unter dem Hashtag #mallonmoves mit euch teilte und anging, als ich vor 4 Wochen den Schlüssel für meine neue Wohnung bekam. Seit dem habt ihr immer wieder um ein Tutorial gebeten, das ich euch jetzt endlich nachliefere.

ENTSCHEIDUNG TREFFEN

Eine oder zwei Wände? Oder drei? Oder doch nur das „L“ im Wohnzimmer? Oder vielleicht den Flur? Haltet euch selbst von Übersprungshandlungen ab, überlegt genau, welches Konzept der Raum bekommen soll und für welche Atmosphäre ihr euch entscheiden wollt. Die größte Hürde in Einrichtungsfragen ist am Ende nämlich immer die nach dem gesamten Look, der nur stimmt, wenn Möbel, Wand, Dekoration und Textilien ineinander greifen. Das ist aber kein Hexenwerk, eher so, wie bei einem Outfit. Da kann man ja auch nicht jeden Stil und jedes Material mit dem anderen mischen und am Ende hoffen, dass es schon „irgendwie funktioniert.“

Mein Wohnzimmer sollte einen industrial chic bekommen, den ich aber immer wieder mit eleganten Details aufbreche. Zur Betonwand und dem schweren Holz kombiniere ich Kupfer, Samt, Leder und marokkanische Muster. Auf der Farbpalette mixe ich die Töne Grau, Braun, Rot, Schwarz und Beige miteinander, Grün funktioniert als einzelner, komplementärer Akzent. (In dem Fall ist es das Sofa.)

Ich empfehle für die Betonoptik eine Wand, die lang und möglichst frei von hohen Regalen oder anderen Gegenständen ist, die unruhig wirken. Die Wand braucht ein bisschen Platz, um auch zu wirken. Wenn ihr die Frage nach dem „WO?“ beantwortet habt, folgt noch die nach dem „Wieviel?“.

Theorien, die ihr euch hier ausmalt sind das Eine, die Farbe die am Ende an der Wand ist, das Andere. Ich hatte auch erst nur zwei Wände im Wohnzimmer geplant, fand dann aber doch, dass der Raum mit 3 Wänden ausbalancierter wirkt, die Wand weniger „abgehakt“ endet. Manches sieht man erst, wenn es an der Wand ist. Ich hatte zum Beispiel ein bisschen Sorge, das Grau würde zu viel Licht schlucken und den Raum verkleinern,. Tat es aber gar nicht, im Gegenteil. Also einfach noch einmal kurz das letzte Stück angeklebt und erweitert.

Geht überlegt und Stück für Stück vor, falls ihr am Ende doch feststellt, dass ihr eine dritte Wand zum Projet addieren wollt, ist es kein Problem einfach noch einen Samstagvormittag zu investieren, ärgerlicher wäre es, zu viel Material zu investieren, das außerdem noch überstrichen werden muss.

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DAS MATERIAL

Ich entschied mich für das Kit von Alpina, das ich bei Hornbach kaufte. Knapp 60€ kostet ein Kit, das für knapp 8 Quadratmeter reicht. Für meine 3 Wände (4m, 3m, 2m) benötigte ich das Material 2x. Die Grundierung verbraucht sich sehr schnell und muss mit Bedacht verarbeitet werden, wenn man sparsam eingekauft hat, die Effektfarbe hingegen ist absolut ergiebig, davon habe ich noch eine versiegelte Packung übrig. In dem Kit ist bereits die Effektkelle, die ihr im zweiten Arbeitsschritt brauchen werdet, lediglich die Rolle, mit der ihr die Grundierung auftragt, müsst ihr noch kaufen. Ich habe keine Spezialrolle gekauft, sondern einfach eine mit niedrigem Flor, passt auch und ist günstiger.

Alpina hat auf Youtube ein eigenes Video geteilt, das die Verarbeitungsschritte sehr gut erklärt. Ich verweise darum ZUR Info einfach auf das Video (mit dem wir gearbeitet haben) , zu dem ich nur ein paar Erfahrungen ergänze 🙂

Noch eine Frage, die sich jedem stellt und die ich vorweg beantworten möchte: Ja, ihr könnt die Wand später ganz einfach wieder überstreichen. Es handelt sich nur um eine Optik, nicht um eine materielle Wandveränderung.

WAND VORBEREITEN

Auf Raufaser funktioniert die Betonoptik leider nicht. Nein, gar nicht. Im besten Fall ist die Wand glatt, frisch geschliffen und maximal mit einer neutralen Farbe grundiert. Ihr könnt die Wand natürlich kurz anschleifen, um wirklich alle Unebenheiten zu beseitigen, müsst es aber nicht unbedingt. Wichtig ist eine glatte Fläche, auf der gearbeitet werden kann. (Mauerwerk, Verputz, Gipskartonplatten, usw.)

 

BASIS AUFTRAGEN

Für große Flächen macht es Sinn zu zweit zu arbeiten, da die aufgetragene Basis direkt nass mit der Kelle verteilt werden muss. Wenn ihr niemanden findet, der euch hilft, ist das hier kein Grund aufzugeben. Arbeitet euch dann einfach Stück für Stück auf der Wand vor, wechselt immer wieder zwischen Rolle und Kelle. Dauert länger, schafft man aber trotzdem.

Die Basisfarbe spritzt stark, gerade weil sie sehr satt aufgetragen wird, um genug Material für den Betoneffekt auf die Kelle zu bekommen, passt unbedingt auf eure Decke und den Fußboden auf, ausreichend Abdeckung und sauberes Abkleben ist Pflicht!

Je mehr Farbe ihr verwendet, desto stärker wird natürlich die Struktur. Ich wollte sie dezent und nicht übertrieben haben, darum sind wir immer wieder mit der Kelle über die Basis gegangen, bis die Struktur zwar erkennbar, aber nicht übermäßig haptisch war.

FINISH AUFTRAGEN

Laut Hersteller muss die Basis 12h trocknen. Meine Wände haben die Farbe quasi aufgesogen und waren bereits nach 2h so trocken, dass wir mit dem zweiten Arbeitsschritt beginnen konnten. Behaltet die Geschichte einfach im Auge.
Das Finish haben wir direkt mit der Kelle aufgetragen und verarbeitet. Hier gilt: je mehr Finish ihr auftragt, desto deutlicher wird der Effekt und desto heller wird die Wand. Auch hier entschied ich mich wieder für die dezente Variante.

Fazit? Einen halben Tag dauerte das Projekt und verwandelte den Raum völlig. Ich bin mehr als begeistert von dem Ergebnis, das tatsächlich genau so (und das ist selten!) geworden ist, wie Pinterest und ich es uns erträumt hatten. Schwierigkeitsgrad? Auch nicht aufwendiger als eine Wand sauber zu streichen und definitiv einfacher als jede Tapete.

 

 

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19 Comments

  • Henrietta 17. März 2016 at 19:38

    Liebe Lina, toll sieht die Wand aus. Darf ich fragen, wo das Manhattan-Bild her ist? Das ist ja sowas von toll. Sieht Vintage aus, aber vllt hast Du ja einen gemeinem Händler parat 🙂 Liebe Grüße, Henrietta

    Reply
    • Lina Mallon 17. März 2016 at 20:09

      IKEA 🙂

      Reply
  • Dunja 17. März 2016 at 20:09

    Tolle Beschreibung 🙂 hab mich sehr darauf gefreut und kanns kaum erwarten, das auch auszuprobieren!

    Viele Grüße
    dunja

    Reply
  • Melanie 17. März 2016 at 22:31

    Sieht echt wunderschön aus 🙂
    Woher sind denn die hübschen Kupferschalen?

    Liebe Grüße

    Reply
    • Lina Mallon 18. März 2016 at 08:56

      von h&m home 🙂

      Reply
  • Jennifer 18. März 2016 at 10:01

    Liebe Lina,

    darf ich fragen, wie „kratzfest“ die Betonwand ist? Kommen da schnell Macken etc. rein wie bei frischem Putz oder ist das ganze robuster?

    Viele Grüße

    Reply
    • Lina Mallon 18. März 2016 at 21:50

      komplett robust, da kratzt nix 🙂

      Reply
  • Yoyó 18. März 2016 at 11:27

    Das sieht so toll aus! Werde ich für meine eigene Wohnung mal im Kopf behalten, nur in einer helleren Variante. 🙂

    Reply
  • Patricia Sophie 18. März 2016 at 14:57

    Ich liebe diese graue Beton Wand und finde dieses DIY tutorial ist das coolste, welches ich je gesehen habe. Ich habe meine Wände selbt in einem ählichen grau gestrichen und habe manchmal überlegt auch zu Beton zu greifen, aber irgendwie hätte es zumindest bei mir mit viel Silber, Schwarzen Möbeln und Glas einfach nicht gewirkt. Ich finde, dein Wohnzimmer jetzt ist absolut Pinterest worthy und harmoniert perfekt zusammen. Gerade auch was die rustikalen aber gradlinigen Materialien angeht. Da kann man sich ja nur wohlfühlen und gerne nach Hause gommen!

    Bisous aus Berlin, Patricia
    THEVOGUEVOYAGE by Patricia Sophie

    Reply
  • Tabea 18. März 2016 at 20:50

    Die Wände sehen wirklich klasse aus!
    Wir haben Rollputz im Flur und der Küche, den finde ich auch ganz schön, weil wir ihn eingefärbt haben und die Wand dadurch zusätzlich etwas Struktur hat.
    Mal sehen, wann ich meine erste Wohnung renovieren muss und auf solche Ideen wie Betonwände zurück kommen könnte 😉
    Liebe Grüße

    Reply
  • Corinna 19. März 2016 at 21:51

    Wo hast du denn die Pfauenfedern her? Ich liebe sowas! 🙂

    Reply
    • Lina Mallon 20. März 2016 at 11:06

      Von meinem Großonkel, der schenkte sie mir zum Geburtstag und hatte sie für mich gesammelt 🙂

      Reply
  • Farbenfreundin (@farbenfreundin) 22. März 2016 at 07:41

    Ja, die Pfauenfeder sieht wundervoll aus vor der Betonwand. Toller Style! Auch dieser alte Stich… sehr geschmackvoll.

    Reply
  • Marie 29. März 2016 at 08:40

    Hallo Lina!
    Darf ich fragen wie denn die anderen Wände in dem Zimmer aussehen?
    Ich hätte auch gerne so eine Wand, aber ich bezweifle wie toll das zu Raufaser-Tapete aussieht… Und bisher finde ich im Netz immer nur Bilder der Betonwand an sich, aber nie eins auf dem man auch mal die anderen Wände des Zimmers sieht :-/
    Viele Grüße!

    Reply
    • Lina Mallon 29. März 2016 at 10:15

      die sind weiß, aber weiß gestrichen, nicht mit raufaser

      Reply
  • Monthly Loves in: Marchflotteliselotte 31. März 2016 at 09:10

    […] . Eine Betonwand für die eignen 4 Wände . Von Sichtbetonfußböden hat man schon gehört – aber Beton an die Wand bringen? Ja! Das Grau kann so einfach wie eine Tapete an der Wand angebracht werden und muss bei einem Auszug aus der Wohnung nicht entfernt werden, sondern wird einfach überstrichen. Ein einfaches Tutorial und Erfahrungen dazu gibt es von Lina. […]

    Reply
  • Sonja 16. Juli 2016 at 11:22

    Würdest du sowas auch nochmal für deinen Esstisch machen? 🙂

    Reply
  • Cathy 23. August 2016 at 11:30

    Wow! Das sieht wirklich klasse aus. Vielleicht versuche ich das in der neuen Wohnung auch mal. 🙂
    Verrätst du mir, wo du den tollen Couchtisch herhast?
    Liebe Grüße, Cathy

    Reply
    • Lina Mallon 23. August 2016 at 12:01

      selfmade 🙂

      Reply

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