PERSONAL: #UNVERBESSERLICHICH

28. September 2015

„Sag mal, musste das sein?“ Ich hab ihn schon oft gehört, diesen Satz. Genau so oft zu Unrecht, wie berechtigt. Mal, wegen einer Diskussion mit der Kellnerin, über einen schlechten Drink oder ein kaltes Steak, mal wegen der Abfuhr, die ich dem Typen, der uns in der Bar uncharmant anmachte, ein bisschen zu deutlich spüren ließ, mal wegen eines zynischen Tweets, den ein paar Leute wieder nicht verstehen konnten, wegen eines Scherzes, den nicht jeder witzig fand oder wegen eines Streits, den ich nicht umausgefochten an mir vorbeiziehen lassen konnte.

Und nein, nicht alles davon musste unbedingt sein, nicht alles davon würde ich wieder machen, vieles davon mache ich schon nach dem ersten Fehltritt besser und doch: ich bin der Typ für das letzte Wort. Ich kann bei haarsträubender Ungerechtigkeit nicht den Mund halten, ich vertrete eine Meinung impulsiv, ich kann schlechte Laune nicht immer gut verstecken (wenn ich wirklich genervt bin, dürfen meinen Weg noch immer nur sehr wenige kreuzen…) und es gibt sie eben, die Trigger, die mich dann doch über das Ziel hinaus schießen lassen. Ganz egal, ob ich damit einen Flirt meine, der vielleicht für den Moment ein bisschen zu euphorisch von mir geführt wurde und in seiner Konsequenz die Jungs verschreckt, ob ich für eine Überzeugung einstehe und das Fass aufmache, bevor es überhaupt jemand in den Raum rollen konnte, ob ich eine Pointe bringen muss, auch wenn ich damit den Gastgeber verärgere (sie war einfach zu gut!) oder in einem Streit, der eigentlich als „reinigende Diskussion“ angelegt war, doch unbeherrscht emotional reagiere, um am Ende die Türen zu knallen.

Meine emotionales Seite, dass ich binnen Minuten für eine Sache brenne, dass ich mich gern in Gefühle, Erlebnisse oder Ideen hineinsteigere, dass man mir meine Laune manchmal am Gesicht ansieht, dass ich nie zu einem, seine Stimme enthaltendem, Diplomaten taugen werde, wenn mich eine Sache wirklich berührt, das ist ein Teil von mir. Und mittlerweile bin ich stolz auf ihn. Ich verstecke ihn nicht mehr, ich kämpfe ihn nicht mehr nieder, nur weil ich dann besser passe, nur weil man mir dann einen Platz auf den Girls-Squad-Selfies reserviert oder weil ein Mann mich dann für umgänglicher halten würde, weil mich dann nie wieder jemand „anstrengend“ nennen würde. Aber: ich habe gelernt sie zu zügeln, sie zu meinem Vorteil zu nutzen, statt mich damit in Schwierigkeiten, Streitigkeiten oder selbst ins Abseits zu drängen. Ich muss nicht mehr impulsiv irgendwas mit meinen Worten kaputt schlagen, ich muss nicht mehr um mich beißen oder absichtlich über die Stränge schlagen, um mich stark und gehört zu fühlen. Ich kann auf mein Bauchgefühl vertrauen, statt auf falsche Freunde, ich weiß meine Stimme zu nutzen, statt sie ins Leere zu brüllen und: ich vertraue mir wieder. Ich traue es mir wieder zu. Denn ja: das musste sein. 

Aber manchmal macht sie Probleme, diese impulsive Seite. Manchmal, wegen der eigenen Gefühle, der eigenen Konsequenzen, manchmal aber wegen der Reaktionen  und Blicke anderer. Es sind Fremde, Kollegen, aber manchmal sogar Freunde, die ab und zu ein schnelles Urteil fällen wenn ich mich selbst auslebe, wenn ich nicht aufhören kann über Ideen zu reden, ohne Punkt und Komma in einem Plan aufgehe, wenn ich mich in etwas verbeiße, wenn ich mich verliebe, wenn ich laut und manchmal auch mit Widerstand auf mein Recht beharre, wenn ich mich nicht klein kriegen lasse, wenn ich noch ewig an etwas glaube, vollkommen überzeugt bin, während andere es nicht mehr sind, wenn ich um etwas kämpfe, wenn ich etwas wirklich will. Manchmal tut es weh, das Augenrollen, das Belächeln, das Herabwürdigen oder eben das vorschnelle Urteil.

Lasst es mich kurz klar stellen:
Ich bin nicht gleich gehörig verliebt in dich, auch wenn die letzte Nachricht um 02:00 Uhr nachts über die Strenge schlug, keine Angst.
Ich klammere nicht, nur weil ich dir ein echtes Kompliment gemacht habe oder dich wiedersehen möchte.
Ich bin nicht leicht zu haben, nur weil ich das hier gerade laut gesagt habe.
Ich bin kein Spielball, nur weil ich selten eine Bitte abschlage.
Ich bin nicht bossy oder anstrengend, nur weil ich nicht klein beigebe.
Ich habe keine schlechte Selbstwahrnehmung, ich bin nicht übermäßig gefühlsbetont, nur weil ich manchmal leicht zu treffen bin, weil es Trigger gibt, die ich mir zu Herzen nehme.
Ich bin nicht verblendet, nur weil ich an meine Überzeugungen glaube.
Ich bin nicht überheblich, nur weil ich meinen eigenen Prinzipien und Maßstäben folge.
Ich bin kein Miststück, nur weil ich mir nicht alles gefallen lasse.
Und vielleicht ist das ein Teil von mir der unverbesserlich ist.

lidl

Mit diesem Beitrag starte ich im Zuge der #unverbesserlichich-Kampagne von Lidl (die u.a. von Sophia Thomalla oder Nilam von Daaruum unterstützt wird) eine kleine Blogparade, in der 4 Mädels von ihren Macken erzählen, von ihren kleinen oder größeren Fehlern, von ihren Überzeugungen oder ihrer inneren Stärke, schlicht von den Dingen, die uns ausmachen, die uns charmant oder schön machen, die uns zur Frau machen, Frauen die sagen, was sie denken und es auch so meinen. Denn: es ist am schönsten, wenn wir so sind, wie wir sind.
Ich freu mich morgen von dir zu lesen Anna <3

*in freundlicher Kooperation mit Lidl 

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10 Comments

  • Daniela 28. September 2015 at 14:09

    genauso <3

    Reply
  • Angi 28. September 2015 at 14:19

    Oh, das hast du ganz wundervoll beschrieben. Da finde ich mich tatsächlich in einigen Punkten wieder. Eine tolle Kampagne – und vor allem wunderbar viele ehrliche Worte von dir, Lina! ♥

    Reply
  • Anna 28. September 2015 at 14:29

    „„Jedenfalls ist es besser, ein eckiges Etwas zu sein als ein rundes Nichts.“ (Friedrich Hebbel)

    Und du bist wirklich ein grandioses Etwas, liebe Lina, ganz bestimmt nicht zuletzt WEGEN solcher, wie manche es auffassen, Ecken und Kanten. <3

    Reply
  • Céline 28. September 2015 at 14:44

    Ach Lina du bist mir so wahnsinnig sympathisch! Wer mit übersprudelndem Temperament gesegnet ist, mag für einige einfach zu viel sein, aber wenn man selbst lernt, dass ein begeisterungsfähiges Herz und eine emotionale Ader keine Schwäche sondern definitiv eine Stärke ist, dann ist man beinahe unbesiegbar.
    Bleib so wie du bist : )

    Reply
  • Anna 28. September 2015 at 17:25


    fabelhaft.

    Reply
  • Fiona 28. September 2015 at 18:27

    Danke liebe Lina! Du hast mir wieder einen kleinen Push gegeben, wieder mehr ich selbst zu sein 🙂

    Reply
  • Jen 29. September 2015 at 09:14

    Wo gibt’s diese geniale Handyschale? 😀

    Reply
    • Lina Mallon 29. September 2015 at 10:11

      Man kann sich eine Hülle bei http://www.lidl-fotos.de selbst gestalten. Hier gibt es Modelle für viele iPhones vom iPhone 4/4S bis iPhone 6. Für Samsung Galaxy S3 -S5 gibt es auch welche.
      Da muss man dann einfach das Logo hochladen und kann dann bestellen.
      Ich kann dir das Logo gerne mailen, wenn du magst!

      Reply
  • Marie 29. September 2015 at 20:19

    Oh so toll! bin begeistert

    Reply
  • Julia 25. Oktober 2015 at 18:57

    Lina,die Hülle ist super toll! Könntest du mir vielleicht das Logo mailen? Tausend Dank 🙂

    Reply
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