SUNDAY COLUMN: WHY A SINGLE FLAT MEANS COMFORT

1. Februar 2015

Ich spieße einen Käsewürfel auf, trinke einen Schluck Barolo und versuche meinen Neid zu verbergen, der mir ins Gesicht geschrieben stehen muss. Diese Wohnung ist der Wahnsinn. So sehr, dass ich gar nicht weiß, was  ich zuerst bestaunen und danach auf meine „Irgendwann“-Liste schreibe. Da wären die fast 5 Meter hohen Decken, die Backsteinwände, die großen, schweren Gusstüren oder das lichtdurchflutete Bad mit Erker, der offene Kamin im Wohnzimmer oder die weiße Designerküche, die mir fast die Tränen in die Augen treibt. Da wäre auch noch der Fakt, dass dies keine Wohnung, sondern ein Loft ist, das in der Speicherstadt liegt.

„Also wie …. wie ist das möglich?“, frage ich Natascha, als sie mich zu mir gesellt. Das hier ist ihre Einweihungsparty. Sie ist die Frau, die dieses Traumloft gestaltet und ihm, mit einer Mischung aus Vintage-Chic und cleanen, skandinavischen Elementen, Leben eingehaucht hat. Sie ist die Besitzerin des Oxford Sessels, in dem ich gerade sitze und sie wird heute Nacht als letzte das Licht löschen, bevor sie durch die bodentiefen Fenster im Wohnzimmer noch einmal einen Blick auf das glitzernde Hamburg wirft. Aus dem 6. Stock. Ich kenne Natascha eigentlich gar nicht. Dass ich hier bin, verdanke ich einer Kollegin aus meiner ehemaligen Redaktion. Natascha macht dort im Verlag den gleichen Job, den auch ich hatte.  Sie war erst Praktikantin, ist jetzt Volontärin. „Ja, die Wohnung ist ein Traum, nicht?“, sie strahlt mich an. „Ich konnte mir auch kaum vorstellen, dass so eine Wohnung in Hamburg noch zu haben ist. Wir hatten einfach riesiges Glück! Jan kannte den Makler und wir konnten uns vor allen anderen schon auf die Wohnung bewerben.“ Da der Rotwein mich mutig macht und ich weiß, dass die Geschichte von der Modejournalistin mit dem fünfstelligen Gehalt ein mieses, urbanes Märchen ist, das uns Carrie Bradshaw erzählt hat, muss ich die Frage einfach stellen: „Aber…wie bezahlst du das alles hier? Hat man die Gehälter erhöht, nachdem ich weg war?“ „Gar nicht.“ „Wie?“ Sie schenkt mir Wein nach und rutscht ein bisschen dichter an mich heran. „Jan bezahlt die Wohnung und er will nicht, dass ich mich an der Miete beteilige.“ Sie zuckt mit den Schultern und lacht. „Und ganz ehrlich? Warum sollte ich auch? Er wollte, dass ich nach Hamburg ziehe, mit ihm zusammen lebe. Dann kann er auch dafür zahlen.“ Ich weiß nicht, ob ich sie schlicht gesegnet, ziemlich tough oder unheimlich rückschrittlich finde. Natascha scheint meinen Zweifel zu spüren und fügt hinzu: „Vielleicht liegt das auch ein bisschen an meinen russischen Wurzeln und damit auch an meiner Erziehung. Ich bin eben sein Mädchen und gut für mich zu sorgen ist einfach seine Pflicht. Bei uns ist das so. Aber ich bin natürlich auch niemand, der sich einfach aushalten lässt. Ich beteilige mich trotzdem an unserem Leben. Ich kümmere mich darum, dass der Kühlschrank voll ist. Das ist mein Part.“ Ich ziehe eine Augenbraue hoch und überschlage. Vielleicht 250€ Monatsmiete dafür, dass man auf knapp 100 Quadratmetern wohnt und morgens über der Speicherstadt aufwacht und damit vielleicht 5% von dem, was das Loft wirklich kostet. Das ist ein bisschen, wie eine Kaffeemaschine in den Starbucks zu stellen und sich Unternehmensteilhaber zu nennen. Bevor wir unser Gespräch vertiefen können, dreht jemand die Anlage auf. Mumford and Sons. Natürlich müssen wir tanzen.

karl

Gut ein Jahr ist seit dieser Nacht vergangen. Natascha habe ich nicht noch einmal getroffen, nur online scrolle ich mich regelmäßig durch ihren wunderschönen Instagram-Feed, um meine „Irgendwann“-Liste zu füllen.
Erst durch ein Kaffee-Date mit unserer gemeinsamen Freundin höre ich wieder von ihr. „…am Ende hat sie das alles vielleicht auch wegen der Wohnung herausgezögert. Dass es zwischen ihnen nicht mehr wirklich passt, war wohl schon länger abzusehen. Es war am Schluss eine Zweckbeziehung. Die große Wohnung, irgendwo ja auch der Lebensstandard und außerdem ist Winter. Da ist niemand gern allein. Ich versteh sie ja irgendwie. Wo soll sie jetzt auch hin? Er ist zwar fair und gibt ihr noch 1 Monat in der Wohnung, aber dann steht sie da. Mit nichts als einem Koffer. Die Möbel hat sie zwar ausgesucht, aber sie gehören nunmal ihm.“ „Fürchterliche Vorstellung, auf einmal kein Zuhause mehr zu haben. Hat sie denn schon eine neue Wohnung?“ „Ich glaub nicht. Ist halt schwer hier was zu finden. Gerade als Single.“
In diesen Momenten werde ich an meine Wurzeln erinnert, an meine Erziehung. Mach dich nicht abhängig. Sei für dich selbst stark. Häng dein eigenes Leben nicht an die Entscheidungen anderer. Freu dich über den Spatz in der Hand und greif nicht nach den Tauben auf dem Dach. 
Nicht alles davon ist hängen geblieben. Aufs Dach bin ich trotzdem immer wieder gestiegen, scheuche graue und schlafende Vögel auf, angle nach den Sternen. Aber eins hab ich mir bewahrt: den Sicherheitsgurt an der Taille. Wenn ich falle, dann auch einige Stockwerke tief, aber nicht ungebremst Richtung Asphalt. Und auf einmal weiß ich sie wieder wirklich zu schätzen, meine 55 Singlequadratmeter mit den niedrigen Decken in Hamburgs unrühmlicherem Stadtteil. Die ich zwar mit großen Plänen, aber kleinem Budget eingerichtet habe. Wenn ich hier die Tür hinter mir zufallen lasse, dann bin ich zu Hause. Und ganz egal, wie mies es mal läuft, wie schlecht meine eigenen Entscheidungen sind oder was die der anderen mit mir anstellen: das hier nimmt mir niemand weg. Das hier, habe ich mir selbst erarbeitet, Stück für Stück. Mein Zuhause beruht auf meinen eigenen Leistungen, nicht auf den Möglichkeiten anderer. Und irgendwie macht mich das stolz. Auch, wenn ich auf den Hammer Park und nicht auf die Elbe blicke. Auch wenn ich im 1. und nicht im 6. Stock wohne. Auch wenn ich mit vier alten Kochplatten arbeiten muss und nicht in der geräumigen Hochglanzküche Pancakes zum Frühstück mache. (Das ist so ein Wunschtraum, den ich immer mal wieder hege.) Das hier ist meins.
Ob ich irgendwann mal aus meiner Singlewohnung ausziehen möchte? Auf Risiko spielen und die unabhängigen 55 Quadratmeter gegen 110 gemeinsame eintauschen? Klar. Wenn es passt, wenn ich bereit bin, wenn Jude Law klingelt. Aber als gleichberechtigter Partner, nicht als geduldeter Teilhaber. Mit allem anderen könnte ich mich nicht wohl fühlen, egal wie lichtdurchflutet das Loft ist, wie verlockend das abgeschliffene Pakett wäre. Ich könnte nichts genießen, was ich mir eigentlich nur geborgt habe. Was ich schulde. Weil nichts so wertvoll ist, wie die eigenen Entscheidungen, eigene Erfolge, die eigene Freiheit.

 

Share This Post!

37 Comments

  • Anna 1. Februar 2015 at 12:15

    so wahr, so ehrlich, so befreiend

    Deine Worte treffen es, wie immer, auf den Punkt.
    Man sollte immer einen Sicherheitsgurt um die Taille haben damit man nicht zu tief fällt.

    Und deine 55 qm sind wunderschön 🙂

    Liebste Grüße
    Anna

    Reply
  • Wiki 1. Februar 2015 at 12:49

    Oh Lina, ich lese deinen Blog schon so lange und ich glaube noch nie hat mir ein Beitrag so sehr wie dieser hier zugesagt.
    Weil ich genau das selbe wie du fühle. Ich hab meine ganze Jugend mitbekommen was passiert wenn man sich von jemandem abhängig macht, ich wurde rausgeschmissen als ich meine Ausbildung angefangen habe und ich hab zwar nur 38qm, und die sind bei weitem nicht so hübsch eingerichtet wie ich es gerne hätte, aber es sind meine 38qm. Niemand kann mir die wieder wegnehmen, und auch als mein Freund sich trennte, das war alles noch meins. Und ich glaub dieses Gefühl ist ziemlich unbezahlbar.
    Mach bitte so weiter Lina, dein Blog und deine Texte sind so toll!

    Reply
  • Kathi 1. Februar 2015 at 13:03

    Das ist meienr Meinung nach einer der besten und wahrsten Texte, die du je gepostet hast. Alle diese Gefühle, die du beschreibst, lassen dich unfassbar authentisch und menschlich rüberkommen. Chapeau Lina!

    Reply
  • Sophie Ge 1. Februar 2015 at 13:10

    Liebe Lina,

    sonst bin ich immer ein stiller Mitleser. Aber dieser Post war wirklich zu gut, um nichts gesagt zu haben!
    Sehr sehr schön geschrieben und ich erkenne mich vollkommen darin wieder. Vielen Dank!

    Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag!
    Sophie

    Reply
  • Vei 1. Februar 2015 at 13:19

    Ach Lina…
    Du triffst einfach immer wieder den Nagel auf den Kopf. Ich als Single und momentan in einer beruflichen Sackgasse steckend, denke mir so oft „Ach wenn jetzt doch nur der Prinz auf dem Pferd…“
    Aber in Wirklichkeit ist man als hilflose Prinzessin eben doch nicht langfristig glücklich.
    Danke für den wöchentlichen Wake-Up-Call!

    Reply
  • Julia 1. Februar 2015 at 13:41

    Liebe Lina,

    dein Sonntagspost ist (mal wieder) richtig ehrlich und zeigt was Dir im Leben wichtig ist. Ich finde es bewunderndswert wie unäbhänig und bodenstänig du bist und gleichzeitig so viel Lebensfreude ausstrahlst. Du stehst mit beiden Beinen fest im Leben und lässt Dich von niemanden verbiegen -so wirkt es zumindestens in deinen Posts.
    Ich stehe zwar erst am Anfang von „richtigen“ Leben, da ich jetzt erst anfangen werde zu studieren, dennoch bist du für mich ein Vorbild und ich hoffe, dass ich in einigen Jahren auch sagen kann, dass ich stolz auf das bin was ich mir aufgebaut habe.

    Einen schönen Sonntag Dir!
    Liebe Grüße aus Schweden,
    Julia

    Reply
  • Vic 1. Februar 2015 at 13:41

    Zunächst einmal: wow, was für eine Kolumne! Du sprichst mir hier aus der Seele.

    Ich selbst lebe zwar noch bei meinen Eltern (werde bald 21)und wünsche mir nichts sehnlicheres als endlich in den eigenen vier Wänden zu leben. Leider ist es mir momentan noch nicht möglich auszuziehen, aber dieses Gefühl von einem „eigenen Leben“ ist bei mir in etwa so stark wie der Wunsch mancher Frau nach einem Kind. Um ehrlich zu sein kann ich es kaum erwarten, endlich alleine zu leben und bin schon eifrig am sparen und planen 😀

    Natürlich werde ich in den ersten Jahren keine große Wohnung haben, Designermöbel oder die beste Lage der Stadt. Vielleicht auch niemals. Aber der Punkt ist, dass diese kleine Unterkunft mein Zuhause sein wird. Hier bin ich die Herrin, habe mir jedes Möbelstück hart verdient und alles nach meinem Geschmack eingerichtet. Ich bin unabhängig und frei. Niemals würde ich mich von einem Mann oder sonst wem abhängig machen wollen. Wenn schon eine gemeinsame Wohnung, dann sollten alle Ausgaben fair aufgeteilt werden.

    Liebe Grüße
    Vicky

    Reply
  • Limi 1. Februar 2015 at 13:46

    oh lina du hast mal wieder einen wahnsinnstext geschrieben… ich glaube im endeffekt macht einen eine perfekte wohnung wirklich nur glücklich, wenn man weiß man hat sie sich erarbeitet… zufrieden sein, mit dem was man hat, und zu wissen, wie hoch man pokern kann ist wirklich mehr als wichtig im Leben 😉 alles Liebe Limi

    Reply
  • Patricia 1. Februar 2015 at 14:34

    Ein wunderbarer Post. Sich seine eigenen vier Wände zu erarbeiten und auch schön einzurichten ist wohl der größte Schritt zum erwachsen werden. Für mich war es so erfüllend etwas selbst erarbeitet und erschaffen zu haben und gleichzeitig so erschreckend alle Dinge in meiner Verantwortung liegen zu sehen. Auch ich träume von der Wohnung in der Stadt. Aber dafür lohnt es sich zu arbeiten. Lieber genieße ich diese allein, als der Besucher bei einem anderen zu sein.

    Liebst Patricia

    Reply
  • Beauty Butterflies 1. Februar 2015 at 14:54

    Du hast mit allem komplett Recht! Ich könnte mich auch nie so „aushalten“ lassen, das wär einfach nicht mein Ding. Dafür bin ich zu eigenständig und das ist auch gut so!

    Reply
  • Jana 1. Februar 2015 at 15:02

    Hallo Lina. Ich muss deinen Gedanken widersprechen. Diese Natascha kann und wird nun, genau wie du einst, eine Wohnung finden, die sie von ihrem bescheidenen Gehalt bezahlen kann und dann wird sie sie irgendwann, wenn sie über den Trennungsschmerz hinweg ist, ihr eigenes selbst verdienstes Stück Freiheit nennen, genau wie du jetzt. Was hat sie falsch gemacht? Sie hat einen Freund gefunden (oder er sie…), der viel reicher ist als sie. Soll sie deswegen nicht mit ihm zusammenziehen? Als ob er sich, wenn er so wohlhabend ist, auf ihr finanzielles Niveau „herabgelassen“ hätte. Er hat sicherlich darauf bestanden, diese Wohnung zu nehmen, er konnte und wollte sie sich leisten und wollte seine Freundin dabei haben, weil er sie eben liebte. Soll sie auf das Zusammenleben verzichten und in eine WG auf der Veddel ziehen, nur um Unabhängigkeit zu beweisen? Tut das der Beziehung gut?
    Was ist, wenn du dich mal in einen sehr reichen Mann verliebst und er sich in dich? Da nimmst du auch dankbar an, denn du kannst nicht anders. (Carrie ist auch aus ihrem kleinen Rattennest ausgezogen). Und wenn ihr euch doch trennt, dann geht das Leben weiter und dann ist es vor allem traurig, dass die Beziehung vorbei und nicht, dass die Wohnung weg ist.(Es sei denn, man hat geheiratet, dann heißt es auf einmal: „Aber ich verdiene auch etwas von seinem Geld, ich habe ihm ja die ganze Zeit den Rücken frei gehalten“).
    Und wenn du im Lotto gewinnst, schießt du deinen noch studierenden Freund ab? Oder er dich, weil er sich an den neuen Möbeln nicht mitbeteiligen kann?
    In einer Beziehung teilt man idealerweise Freud, Leid und irgendwann auch Finanzen. Vor allem wenn es ernster wird. Zusammenziehen ist ernst. Und Abhängigkeit besteht auch bei Leuten, die weniger haben. Ich kenne Menschen, die zu bequem sind um sich zu trennen, keine Lust auf den Auszug und das Alleinsein haben. DAS ist traurig an der Geschichte und nicht, dass diese Natascha sich auf diese „Abhängigkeit“ eingelassen hat. Und dass ihre Trennung nicht ernstgenommen wird, das ist traurig, denn sie wird vom Klischee überschattet „Russin wollte sich aushalten lassen, haha“. Ihre Situatuion wird mit Schadenfreunde auf finanziellen Verlust heruntergespielt, dabei leidet sie vielleicht genau so wie einst du, wie wir alle mal, emotional unter ihrer Trennung. Trennungen sind immer unfair, aber falsch gemacht hat sie, so gesehen, nichts. Wenn Freiheit heißt, sich alles selbst zu erarbeiten und immer selbst zu entscheiden, dann muss man allein bleiben. Wenn Kinder kommen, Verwandte sterben, dem Partner gekündigt wird, dann sind solche Pläne schnell vergessen. Also sollte man sich auch an dem erfreuen dürfen, was andere mit einem teilen. Und wenn nicht, sollte man das anderen nicht übelnehmen. Sorry für den langen Post 🙂 Schönen Sonntag!

    Reply
    • Lina Mallon 1. Februar 2015 at 15:23

      Hi Jana,
      ich gehe in sehr, sehr vielen Punkten von dir total mit und finde es super, dass du sie anbringst. Du hast recht, in einer Beziehung geht es um ein persönliches Gleichgewicht, ganz egal wie es hergestellt wird und auch deine anderen Gedanken zum Thema kann ich so auffangen und nachvollziehen.

      Es ist nicht immer möglich, sich komplett für eine Sichtweise zu entscheiden. Oftmals kämpfen verschiedene Gedanken oder Überzeugenden auch in mir miteinander, mal überwiegt der eine, mal der andere Gedanke. Vollkommen normal bei emotionalen Themen, immer dann, wenn es um Gefühle geht. Gerade aber dann, wenn das Thema nicht so einfach zu behandeln ist und jeder Standpunkt gute Argumente liefert.

      Wenn unterschiedliche Ausgangssituationen in Beziehungen aufeinander kommen, ist es manchmal schwierig die Balance zu finden und natürlich ist der Post nicht so gemeint, dass man sich absichtlich klein halten sollte, wenn es denn gegen den natürlichen Verlauf der Beziehung oder auch der gemeinsamen Entwicklung spricht.

      Eins möchte ich allerdings deutlich klar stellen: Die Trennung habe ich zu keinem Zeitpunkt als schadenfroh empfunden und es auch nicht so ausgedrückt. Jede Trennung ist schmerzhaft und eine sehr private Angelegenheit, ich würde so etwas nie abzuwerten oder „nicht ernst zu nehmen“.

      Es ging mir auch in meinen Gedanken nicht um den finanziellen Verlust der „Sachen“ oder des Lebensstandards, sondern viel eher darum, wie es ist, so gar kein Zuhause mehr zu haben. Wer sich einrichtet, der stellt ja nicht nur Möbel zusammen, sondern verewigt sich, legt sein Herz mit hinein. Das alles einfach zu verlieren, ohne jedes Sicherung, stelle ich mir sehr schlimm vor und hoffe ich nie erleben zu müssen.
      Ich habe auch in keinem Fall ein Klischee aufmachen wollen, sondern nur versucht ihren Standpunkt wiederzugeben, das ist bei dir scheinbar falsch angekommen und tut mir Leid, wenn du dich darüber geärgert hast.

      Ich glaube, wie man den Text versteht, hat auch viel mit eigenen Erfahrungen zu tun und die sind bei uns allen natürlich sehr unterschiedlich.
      Ich habe auch bei einer engen Freundin miterlebt, wie es ist, wenn man auf einmal kein Zuhause mehr hat, ohne jede Grundlage dasteht und ich habe auch am eigenen Leib erfahren, wie man sich fühlt, wenn man in einer Beziehung nur Gast ist, darum ist mir sehr wichtig, mir einen Grad der Unabhängigkeit zu erhalten. Wie sich das eventuell in ein paar Jahren entwickelt, wie ich mich vielleicht entwickle, das kann natürlich noch niemand voraussagen.

      Man muss es nicht so oder so machen, man sollte sich nicht diese oder jene Sichtweise aufzwingen (überhaupt „sollte“ man viel weniger „sollen“) und das will ich mit dem Post auch nicht. Vielleicht nur ein bisschen anregen, mal in diese Richtung, die ich für mich gewählt habe, zu denken und für sich selbst etwas daraus zu ziehen.

      Ich wünsch dir auch einen schönen Sonntag und danke dir für deine Gedanken!
      Alles Liebe
      Lina

      Reply
  • Josie 1. Februar 2015 at 15:37

    Ein sehr gelungener Post voll Wahrheit, Witz und Stolz.
    Ich lebe seit nun fuenf Jahren in meiner eigenen Wohnung, erst war es eine WG, dann wohnte ich allein hier und nun seit zwei Jahren mit meinem Freund. Da ich aber auf jedes Moebelstueck, dass ich mir selbst geleistet und aufgebaut, auf jede Tapete, die ich selbst angebracht habe, so stolz war und bin und auch mein Freund ein sehr freiheitsliebender Mensch ist, haben wir beschlossen,dass jeder sein eigenes Zimmer bekommt, in dem der andere nichts zu melden hat, Bad, Flur und Kueche wird geteilt. Das klappt prima und wir beide haben das Gefuehl, jeder hat seins und wir haben was gemeinsam. Mittlerweile stehen wir allerdings an einem Punkt, wo es darum geht, sich Eigentum in Form einer Immobilie anzuschaffen und da die wenigsten Paare natuerlich gleich viel verdienen, passt sich das, was man beitraegt, am eigenen Gehalt an und ich denke, das ist ok und normal, wenn man zu einem „wir verschmilzt“. Der Gedanke, meine Wohnung zu verlassen und in eine neue zu ziehen, laesst mich allerdings auch wehmuetig werden, denn all das hier, ist das erste Große, was ich nur fuer mich erschaffen habe.
    Die unterschiedlichen Kulturen darf man natuerlich auch nicht außer Acht lachen. Wir sind emanzipiert sozialisiert worden. Andere wurden eben noch in klaren Rollenverteilungen erzogen. Und ich kenne tatsaechlich auch genug Maenner, die fuer ihre Herzensdame sorgen wollen, mein Freund damals war aber sehr stolz und fand es sexy, dass ich schon auf eigenen Beinen stand, als wir uns trafen.
    Liebst Josi

    Reply
    • Lina Mallon 1. Februar 2015 at 15:45

      Super guter Kommentar, vielen vielen Dank für deine Gedanken und Denkanstöße!(Und irgendwie macht es mich auch super happy, dass der Post bei dir genau so angekommen ist, wie ich ihn gemeint habe. Das freut Autoren ja immer, haha 🙂 )
      Ich wünsch dir ganz, ganz viel Spaß und Erfolg bei euren Umzugsplänen und dem Wir. Du hast schön beschrieben, wie sich da die Gefühle manchmal mischen.

      Alles Liebe
      Lina

      Reply
  • Rikki 1. Februar 2015 at 15:46

    Ich kann dir echt nur zustimmen, ich finde die Einstellung von Natascha irgendwie schrecklich, klar verstehe ich es, die Wohnung in der Speicherstadt ist ein wahrer Traum, aber nicht, wenn man sich quasi aushalten lässt und man eben kein gleichberechtigter Partner ist. Und vor allem nicht, wenn man dann auch noch wegen einer Wohnung mit einem Mann zusammen bleibt…da bin ich dann wie du doch eher mit 55m² zufrieden!

    Reply
  • Sandra 1. Februar 2015 at 18:14

    Ich liebe deine Schreibweise einfach. Und ich bin ganz deiner Meinung…auch ich habe immer mitbekommen mich nicht abhängig zu machen und habe einige Sicherheitsnetze aufgestellt. Fallen tut man trotzdem mal, egal wie gut man sich hütet und vorbereitet ist, das stimmt leider.

    Reply
  • Céline 1. Februar 2015 at 19:14

    Ein sehr schöner Text : ) Ich habe genau die gleiche Einstellung zu Selbständigkeit und ich finde das große Problem ist, wenn es dabei nicht nur um finanzielle Abhängigkeit geht, sondern um emotionale.
    Wie viele Frauen leider nun in Beziehungen existieren können, nicht alleine sein können und sich in so vielen Hinsichten, von Karrierre, über Lebenssituation bis hin zur (eigenen) Meinung abhängig machen. Ich bewundere es, dass du so fest auf deinen eigenen Beinen stehst und dein Ding machst.
    Ganz liebe Grüße,
    Céline von http://smultronstaellen.blogspot.co.uk

    Reply
  • Lisa 1. Februar 2015 at 19:38

    Ich konnte dein Gefühl am Anfang des Textes wirklich sehr gut nachempfinden, ein unglaublicher Traum, aber auch Träume enden irgendwann, vor allem, wenn man sich von einem anderen Menschen abhängig macht.
    Es gibt wohl kein besseres Gefühl, als sich als Frau ein eigenes echtes Heim in der Realität zu schaffen, das nimmt dir, wie du schreibst, niemand mehr weg und ist unbezahlbar.

    Reply
  • Andrea 2. Februar 2015 at 02:05

    Was für ein schöner Post, du hast so recht!

    Reply
  • Mai 2. Februar 2015 at 09:44

    Wie Recht du mal wieder hast und dein Post macht mich glücklich. Ich habe auch eine kleine Wohnung. Aber viel kleiner als deiner, nur 24 qm – so typisch Studentenbude halt. Aber ich habe mir sie so eingerichtet, dass man damit zurecht kommt und die Wohnung als süß und hübsch bezeichnen kann. Die Wohnung macht mich stolz, ich werde bald ausziehen – in einer größeren Wohnung. Aber diese erste eigene Wohnung ohne WG Partner… die wird auf Ewig in meiner Erinnerung bleiben. Du bist einfach eine so tolle Persönlichkeit und ich liebe es, dich dabei wachsen zu sehen! Durch deine gelungene Einträge bist und bleibst du meine Lieblingsbloggerin.
    Liebe Grüße
    eine Mitleserin seit 2012 😉

    Reply
  • Christine 2. Februar 2015 at 12:33

    Sehr interessanter Beitrag. Leider machen sich viele Frauen heutzutage immer noch zu sehr abhängig.
    Wenn irgendwann noch Kinder dazu kommen, werden die dann auch noch in Mitleidenschaft gezogen.

    Reply
  • Anastasia 2. Februar 2015 at 21:00

    Hach Lina,

    du glaubst gar nicht wie sehr deine Worte mal wieder tief ins Innere sickern. Ich habe selbst diesen Fehler (wie Natascha) gemacht. Bin nach nur einem Jahr mit meinem Freund zusammen gezogen. Alle dachten so: wie könnt ihr nur? Das ist doch viel zu früh, das geht doch nicht, seid ihr euch sicher? Und wir so: jap, das sind wir. Aber ehrlich gesagt war ich das nie. Klar habe ich dann versucht mir das schön zu reden… aber wenn man merkt es ist nicht das richtige, dann sollte man früh genug „nein“ sagen, bevor es zu spät ist. Wir hatten zwar eine schöne Wohnung, aber was bringt das einem, wenn die Beziehung nach 3 Jahren am seidenen Faden hängt? Richtig, nichts. Also habe ich eine große Entscheidung getroffen und mich von ihm getrennt. Heute, ein halbes Jahr später, sitze ich in meinen eigenen vier Wänden, auch wenn nicht sonderlich groß, aber dennoch gemütlich, trinke meinen Tee, arbeite an meinem Blog und bereue nichts an dieser Entscheidung.
    Es ist doch wiklich viel schöner sagen zu können: „Das hier gehört mir, ich kann hier machen was ich will!“. Und wie du schon sagtest „hier bin ich Zuhause“.
    Ich habe daraus gelernt, dass im Endeffekt jeder seine Glücks Schmied ist und wie du gelehrt wurdest, sich nicht von anderen abhängig zu machen.
    Deine Texte sind so ergreifend, berührend und spiegeln die nackte Wahrheit wieder. Nichts ist so wie es scheint.

    Du bist eine wundervolle Frau und wir lieben dich für deine Disziplin, dein Durchhaltevermögen, deinen Ehrgeiz, deine Inspirationen, deine Liebe zum Detail und deine Motivationen, die du uns jeden Tag gibst! Du bringst Licht in unsere düstersten Zeiten und lehrst uns niemals aufzugeben, auch wenn es mal gerade nicht läuft.Es ist schön zu wissen, dass man nicht allein so ist wie man eben ist.

    Beste Grüße aus Köllefornia!

    Reply
  • Julia 2. Februar 2015 at 22:10

    Liebe Lina,
    Ich finde es sehr schade, dass du in deinem Post eine Bewertung über Entscheidungen fällst eines Menschen, den du – wie du selbst schreibst – gar nicht richtig kennst.
    Wie du Natascha hier darstellst ist für mich so negativ und auch etwas abwertend, dass ich nach der Hälfte nicht mehr weiterlesen wollte.
    Ich weiß, dass dein Gedanke, den du rüberbringen wolltest, mit Unabhängigkeit und Selbstständigkeit sehr wichtig und sicher richtig ist – aber die Art, wie du dich selbst über andere stellst… Ich finde das gehört nicht auf einen solchen Blog.
    Deinen Gedanken stimme ich zu, dass man sich seine Unabhängigkeit bewahren sollte – aber es hat für mich nichts damit zu tun, wenn eine Beziehung in die Brüche geht. Einer muss dann immer ausziehen, egal wie die finanziellen Verhältnisse verteilt waren.
    Ich denke, dass der ganze Post etwas ungünstig formuliert ist und hoffe, du verstehst meine Kritik!

    Lg, Julia

    Reply
    • Lina Mallon 2. Februar 2015 at 22:18

      Hi Julia,
      danke für dein Feedback, auch wenn es schade ist, dass der Post bei dir so angekommen ist und du so empfindest. Schau dir gern mal an, was ich einer anderen Leserin hier auf eine ähnliche Kritik geantwortet habe, vielleicht kann das aufklären.

      Alles Liebe
      Lina

      Reply
  • Maybrit 2. Februar 2015 at 23:44

    Liebe Lina,

    emanzipiert, hin oder her… Ich bin Studentin mit magerem Bafög-Einkommen und wohne ganz gemütlich in einer WG zusammen mit meiner Mitbewohnerin. Mein 14qm-Reich gefällt mir auch ganz gut, ich mag meine Wohnung. Aber es ist trotzdem irgendwie nicht mein zu Hause. Ich mag, dass ich unabhängig bin (stellen wir uns mal vor, die 600 Euro im Monat wären mein Gehalt, und würden nicht vom Staat kommen), aber trotzdem würde ich viel lieber mit meinem Freund zusammen wohnen und meine Unabhängigkeit für ein bisschen mehr Wohlbefinden aufgeben. Ganz im Gegensatz zu ihm: er würde für nichts auf der Welt seine Unabhängigkeit aufgeben und würde niemals aus seiner (sehr günstigen) Wohnung ausziehen, bevor er nicht ein für ihn passendes Gehalt verdient. Nichtmal für die Liebe.

    Unglaublich, wie unterschiedlich wir Menschen in Hinblick auf finanzielle Unabhängigkeit sind.

    Ich muss leider sagen, dass ich – aller Vernunft zum Trotz – mich mehr in Natascha wiederfinde als in dir. Letztendlich kommt es wohl immer darauf an, wie man seine Prioritäten im Leben setzt, was man erreicht hat und noch erreichen will.

    Reply
    • Barbara 7. Februar 2015 at 17:06

      Also dieser Mann dürfte Dir irgendwann nochmal sauer aufstossen – oder magst Du als Heimchen am Herd enden?
      Liebe Grüsse
      Barbara

      Reply
  • Nina 3. Februar 2015 at 11:43

    Ich kann dem ganzen so auch nicht 1:1 zustimmen. Ich z.B. hatte meine Wohnung, mein hab und gut und war eigentlich glücklich. Aber dann war da mein Freund, der das Glück noch perfektionierte. Naja… Irgendwann haben wir uns dazu entschlossen zusammenzuziehen. Nachdem seine Wohnung Eigentum war und fix und fertig eingerichtet war (wobei ich ihm geholfen hatte – es war also auch nach meinem Geschmack) war es nur logisch, dass ich meine Wohnunng aufgeben würde. Seine war günstiger (zumindest für mich. Er hatte seinen Kredit und ja, dadurch habe ich mich eben an den Lebenskosten beteiligt), größer und schöner. Ich habe alle meine Möbel verkauft und bin quasi in ein gemachtes Nest gezogen. Das war der nächste Schritt. Naja… 1 Jahr später war alles vorbei. Ich stand da und hatte nichts mehr. Keine Wohnung. Keine Möbel. Und das, obwohl ich davor unabhängig war! Was ich damit sagen will: sowas kann leider immer passieren. Wenn man sich dazu entschließt, in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen, birgt das immer das Risiko, das einer irgendwann gehen muss. Und das ist nie schön und hat meiner Meinung nach nichts mit Abhängigkeit oder Unabhängigkeit zu tun… In der Partnerschaft i zählt das „wir“ und nicht das „ich“ und „du“. Ich habe alles für ihn aufgegeben. Ja, vielleicht habe ich mich ein Stück abhängig gemacht und bin am Ende auf die Schnauze gefallen. Aber das gehört manchmal dazu. Hätte ich meine Wohnung und meine Möbel behalten, wären wir irgendwann an dem Punkt gewesen wo es darum geht, ob man denn nicht an die Beziehung glaube, weil man sein Ding nicht aufgeben will. Verstehst du was ich meine?
    Ich verstehe die Quintessenz deines Posts, wollte aber gerne dennoch ne andere Sichtweise auf die Beziehungs-Abhängigkeitssache einbringen.
    Liebe Grüße!

    Reply
    • Nina 3. Februar 2015 at 11:46

      Oh und sorry für die zahlreichen Fehler. Am Handy so einen langen Kommentar zu tippen gestaltet sich am Ende immer schwieriger als gedacht. 😉

      Reply
    • Barbara 7. Februar 2015 at 17:02

      Mädels, Ihr wollt einfach zuviel, Unabhängigkeit, die große Liebe, ein gemachtes Nest, eine Trennung ohne Verluste – so läuft das Nicht – entweder wirklich unabhängig, oder am Tropf des Verdieners – dazwischen gibt es nix – außer wirklicher Gleichberechtigung – auch finanziell – die gibt es wohl kaum.
      Entscheidet Euch, was Euch das Wichtigste ist.
      Liebe Grüße
      Barbara

      Reply
  • Resi 4. Februar 2015 at 09:56

    Mir selbst treu zu bleiben, mich selbst zu finanzieren und mitverantwortlich zu sein, ist mir auch immer sehr wichtig. Ohne hätte ich das Gefühl, ein großes Stück Sicherheit aufzugeben, was mir total verunsichern würde. Ich denke du machst in der Hinsicht alles richtig.
    Liebe Grüße, Resi

    Reply
  • Steffi 6. Februar 2015 at 21:04

    Toll geschrieben, trifft auch total meine Meinung!

    LG Steffi

    http://www.redseconals.com

    Reply
  • Steffi 6. Februar 2015 at 21:06

    Wow, sehr toll geschrieben. Das spiegelt auch 1:1 meine Meinung wieder.

    LG Steffi

    http://www.redseconals.com

    Reply
  • Sabine 7. Februar 2015 at 00:41

    Ich kann meine Vorrednerinnen zwar ein Stück weit verstehen – es ist nicht so einfach und schwarz/weiß wie du es in deinem Post darstellst, aber du kannst eben auch nur eine Sichtweise wiedergeben – wenn du alle Argumente einbeziehst, musst du ein Buch schreiben. Ich glaube, du meinst das schon richtig und nicht abwertend oder absolutär. Klar macht man sich immer ein Stück weit abhängig und oft kann man in einer Beziehung die Ausgaben nicht 50/50 teilen, weil man einfach nicht im selben Lebensstadium oder in der selben Gehaltsklasse ist. Aber letztendlich kommt es auf diesen Satz an „Aber als gleichberechtigter Partner, nicht als geduldeter Teilhaber“. Das muss ja eben nicht 50/50 heißen, was die Finanzen angeht. Aber ein bisschen Balance muss man halten, schon allein der emotionalen Ausgewogenheit wegen. Und ein bisschen Sicherheit braucht man in der Hinterhand, für den Fall dass die Beziehung nicht für immer hält.

    Reply
  • Barbara 7. Februar 2015 at 16:57

    Liebe Lina,
    da ich immer eine emanzipierte Frau war – und dies über 60(smile)Jahre, war die Lösung eines solchen Problems ganz einfach.
    Jeder hat seine eigene Wohnung. Egal in welcher Gehaltsklasse – Du bist bei mir zu Gast, mein lieber Partner – und ich bei Dir.
    Kein Streit um Hausarbeit, kein Streit ums Geld, keine Abhängigkeit – keine Diskussionen um Ungehörigkeiten – Gäste haben sich zu benehmen – nich??
    Das habe ich mit absolutem Erfolg praktiziert – jeder hat seine Freiräume – und Kontrolle halte ich eh für idiotisch.
    Ich brauch nicht jeden Tag einen Kerl um mich herum, er darf mit seinem Sonntagsgesicht kommen – und genau das tu ich auch.
    Ihr Mädels könnt mir glauben – das Beste, was frau tun kann.
    Nicht klammern, nicht putzen, nicht nachräumen – nix davon.
    Und – ich bin immerhin 63 Jahre alt geworden – also – Ihr Emanzipierten – denkt nach, was Ihr wirklich wollt.
    Mit Kindern ist die Sache zugegebenermaßen anders, aber die kamen ja hier nicht vor
    liebe Grüße
    Barbara

    Reply
  • Maike 11. Februar 2015 at 09:49

    Hm, ich kann dir da auch nicht so koplett zustimmen.

    Klar, Unabgänigkeit schön und gut, aber wenn es um eine Partnerschaft geht, teilt man eben irgendwann Hab und Gut miteinander, wenn man es ernst meint. Bevor ich mit meinem Freund zusammenzog, wohne ich erst bis ich 18 war noch bei meinen Eltern, zog dann für ein Jahr in ein Studentenwohnheim, wo ich aber wirklich nicht zufrieden war, weil es einfach klein und dunkel war, und ehrlich gesagt konnte ich mit der Stadt auch nichts anfangen, weil ich kurz zuvor meinen Freund kennengelernt hatte und nicht wusste, was ich nun in einer ganz anderen Stadt soll.
    Wir sind dann im Sommer, als er auch umziehen musste, zusammen nach Köln gezogen, ich habe schon ein paar Sachen mitgebracht, zum Beipsiel unseren großen Fernseher, ein Sideboard, weitere kleinere Möbel und kleinere Küchengeräte. Es war nicht viel, aber auch nicht unbedingt mehr als mein Freund mitbrachte. Klar, er hatte ein bisschen Erspartes, von dem wir Möbel, die ich sehr günstig im Internet erstanden habe, kauften, das belief sich aber nicht auf mehr als 600€. Die eine Hälfte unserer Küche (wir hatten beide vorher eine, die wir nicht mitnehmen konnten)bezahlte er im Sommer, die andere Hälfte bezahlte ich, als ich neben meinem Lohn im Dezember noch etwa den gleichen Betrag Weihnachtgeld bekam.

    Es gibt halt immer solche und solche. Wie viele Frauen sind denn bitte mit den beschissensten Männern verheiratet, nur weil sie es im eigenen Haus und mit dem ganzen Geld ja gut haben? Das kann ich natürlich auch kein bisschen nachvollziehen, aber völlige Unabhängigkeit ist vielleicht auch nicht der Richtige Weg. Eine Beziehung oder eine Partnerschaft ist immer ein Geben und Nehmen, idealerweise aber in gleichem Maße. Früher oder später dringt das „Wir“ immer durch, spätestens wenn der eine mal Probleme bekommt. Was ist, wenn mein Freund aus irgendeinem Grund seinen Job verliert? Es ist ja selbstverständlich, dass ich ihm dann helfe, aber genau das Gleiche erwarte ich auch von ihm. Sowas nennt man ja auch Familie.

    Liebe Grüße,
    Maike

    Reply
  • Susi 14. Februar 2015 at 15:51

    Liebe Lina,

    das ist einer der besten Texte, die ich je von dir gelesen habe. Inhaltlich, dramaturgisch, sprachlich. TOLL! :-)))

    CHAPEAU!

    Reply
    • Lina Mallon 14. Februar 2015 at 16:31

      Liebe Susi,
      das Kompliment von dir freut mich riesig! Vielen, vielen Dank!!
      Umarmung, Lina

      Reply

    Leave a Reply

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

    Instagram

    • Miss cruising those streets  well actually I enjoyed beinghellip
    • Ignoring judgemental reactions in 321
    •  Short trip to Spain with audide  by felixsimon
    •  my flat  coffee in every possible way hellip
    • Konzept Bergaufstieg vorm Frhstck endlich verstanden
    • I am a romantic survivor   by felixsimon
    • Long time basically years ago I stumbled over a quotehellip
    • Simple honest portrait no retouching no apps or big sceneryhellip
    • You cant imagine how m u c h I wannahellip
    • NEW POST  linkinbio coatshopping fashionbloggerde  by lenaschererphoto
    • welovehh 040 autumncolors vsco  Shot with fujifilmdigitalde fujix100f